Sa, 28.06.2025
Lk 2,41–51 Der Zwölfjährige Jesus im Tempel.
Der Text
41 Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem.
42 Und als Er zwölf Jahre alt war, zogen sie hinauf nach dem Brauch des Festes.
43 Als die Tage vollendet waren und sie zurückkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und Seine Eltern wussten es nicht.
44 Sie meinten aber, Er sei in der Reisegemeinschaft, und gingen eine Tagereise weit. Dann suchten sie Ihn bei den Verwandten und Bekannten.
45 Und als sie Ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten Ihn.
46 Nach drei Tagen fanden sie Ihn im Tempel, wie Er inmitten der Lehrer saß, ihnen zuhörte und sie fragte.
47 Alle aber, die Ihn hörten, staunten über Sein Verständnis und Seine Antworten.
48 Und als sie Ihn sahen, entsetzten sie sich, und Seine Mutter sagte zu Ihm: Kind, warum hast Du uns das angetan? Siehe, Dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht.
49 Und Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr Mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass Ich in dem sein muss, was Meines Vaters ist?
50 Doch sie verstanden das Wort nicht, das Er zu ihnen sagte.
51 Und Er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazaret und war ihnen untertan. Seine Mutter aber bewahrte all diese Worte in ihrem Herzen.
Es gibt einen etwas längeren, wichtigen Begleittext.
Es ist das erste mal, dass die KI nicht nur einen Gedanken entwickelt, sondern neu ins Gespräch bringt.
Liebe ist weder nur Gefühl noch nur Gutes
Keine Sünde
Schon immer habe ich die Härte Jesu in diesem Text als Problem empfunden.
Die KI erklärt gut, warum es keine Sünde ist – und es öffnet eine neue Tür für mich.
Es lohnt sich, den Text zu lesen.
Da steht u. a.: Liebe ist nicht Schmerzfreiheit für andere.
Ich deute den Abschnitt als „Drei-Tages-Pubertät“.
Und damit löse ich die Pubertät von dem Verdacht, es könnte etwas Böses sein. Im Gegenteil.
Es ist etwas schmerzhaftes – aber es ist gut. Genauer: Es ist die Bedingung für die Liebe und vielleicht: Eine besonders reine Form der Liebe, wie ich gleich zeigen möchte.
Denn zur Liebe gehört nicht nur Empathie, sondern auch die Sehnsucht, selbst gesehen zu werden – vom anderen. Hier von den Eltern.
Liebe ist nie einfach nur lieben!
Liebe ist nicht selbstlos
Siehe gestern!
Wenn ich die Liebe des mich Liebenden nicht sehen kann, ist sie für mich kaum existent. Die Liebe ist die offene Seite am anderen. Dort, wo er durch seine Liebe verletzlich ist.
Es gibt diesen Ort nicht ohne Schmerzen.
Nicht umsonst gibt es, besonders in der Mystik, die Betrachtung der offenen Seite Jesu.
Ich schaue auf Jesus im Tempel.
Er entdeckt: Hier ist meine Heimat. Mein Haus.
Aber hier darf ich nicht bleiben – ich bin auch in dieser Welt.
Und nun: Meine Eltern, meine Mutter erkennen es nicht – nicht in dem Maß, in dem es für mich Bedeutung hat.
Ach, dass Du, Mutter, doch erkennen mögest, wie zerrissen Ich bin.
In Meiner Heimatliebe zum Vater und Meiner Liebe zu dir und der Welt.
So bringt Jesus diese Heimat, dieses schmerzhafte ersehnen der Heimat, in Seine Liebe ein. Es kostet Ihn viel, aber Er offenbart damit auch Sein Verlangen nach uns.
Ein klein wenig so, wie mein Dienst in der Soldatenküche in Shave Tzion. Sie sahen meine Liebe zu Israel daran, dass ich meine Heimat verlassen habe.
Wäre mir jedoch meine Heimat egal, wäre es keine Liebe gewesen.
Darum kann man Israel nicht lieben, und die eigene Heimat nicht!
Unser Stand in Buchholz dient weniger Israel als Deutschland.
Gebet
Es ist nötig und richtig zu erkennen, was ich für Dich bin, Herr Jesus. Darum bitte ich.
Du bist keine „Liebes-Maschine“ mit unendlich viel Ressourcen.
Du bist so real eine einzelne Person wie ich.
Und Du gibst mir aus Deinem Herzen einzelne Menschen, damit ich erkenne: Das, Andreas, gebe ich dir von mir.
Wie ich es bei der Geburt der Kinder spürte.
Behandle sie, wie du Mich behandeln möchtest.
Wie du jenen behandelst, so behandelst du Mich. Er ist sehr verletzlich – und auch dich habe ich verletzlich gemacht. Darin birgt sich die Liebe.