Mi 02.07.2025 Mariä Heimsuchung
Lk 1:39-56 Marias Besuch bei Elisabeth
Der Text
Zusammenfassung
- Maria besucht ihre Verwandte Elisabeth.
- Beide Frauen sind schwanger: Maria mit Jesus, Elisabeth mit Johannes.
- Beim Gruß Marias hüpft das Kind in Elisabeths Leib.
- Elisabeth wird vom Heiligen Geist erfüllt.
- Sie erkennt Maria als „Mutter meines Herrn“.
- Sie preist Marias Glauben.
- Maria antwortet mit dem Magnifikat.
- Sie lobt Gottes Macht, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.
- Gott erhöht die Demütigen und stürzt die Mächtigen.
- Maria bleibt drei Monate bei Elisabeth.
Im kurzen Begleittext (BT) geht es um die Bedeutung des Festtages: Mariä Heimsuchung
Freude
Maria freut sich, ihre Verwandte zu treffen. Elisabeth freut sich, „die Mutter ihres Herrn“ zu empfangen. Der ungeborene Johannes freut sich schon im Heiligen Geist über den Messias. Und alles mündet in dem umfassenden Lobgesang der Maria, dem Magnifikat.
Aber in den Augen der Welt ist noch gar nichts zu sehen.
Marias Schwangerschaft ist noch nicht sichtbar. Alles ist nur Verheißung.
Und die Freude geht um das Gute an der Welt, was geschehen wird – nicht um Erfolg oder gar einen Lottogewinn der beiden Mütter.
Welche Verheißung gilt der Kirche? Kann ich mich so daran freuen?
Wieso sehe ich den dunklen Vorhang recht deutlich und das eigentliche Geschehen im Himmel so wenig, mit so wenig Freude?
Frauen
Das Geschehen wird von Frauen bestimmt.
Sie sehen in der Regel besser als Männer – mit den Augen des Herzens.
Sie sind immer schon auf das Kommende gerichtet.
Sie sehen weniger die lange, beschwerliche Schwangerschaft. Oder gar den Schmerz und auch das Risiko der Geburt – obwohl sie es sind, die es erleben (nicht ich als Mann).
Und mir scheint, ich als Mann kann es auch nur zum Teil von meiner Frau lernen – zu einem bleibend großen Teil kann ich mich nur an sie schmiegen. Unter den „Mantel Marias“, eine alte katholische Tradition (siehe BT). Ich deute es auch so: Gott gibt mir die Frau als „Gehilfin“ besonders in dem Sinn, dass ich ihre Sensibilität existenziell brauche – weil ich sie zu wenig habe.
Die ganze Welt braucht sie.
Aber das nimmt mir nicht die Entschlossenheit, soweit ich komme, sensibler für diese unsichtbare Welt zu werden. Dann werde ich auch meine Frau noch mehr achten.
Wie werde ich sensibler?
Zunächst, indem ich die große Lampe meines Verstandes einmal beiseitestelle und mich nicht voller Angst an sie klammere.
Der Verstand ist ein recht kleiner Teil in der Gesamtheit des Menschen.
Klein z. B. im Verhältnis zu dem Raum, den intuitives Wahrnehmen zur Verfügung stellt. Das schaltet den Verstand nicht ab – suspendiert ihn aber für den Augenblick der Wahrnehmung aus dem anderen.
Klein auch im Verhältnis zum Raum des Glaubens, des Vertrauens zu Gott. Dort werden „Berge versetzt“.
Ich schaue auf diese beiden Frauen und sehe ihre Freude.
Das verlockt mich.
Ein anderer Aspekt ist das Festhalten an der Welt als Welt (damit will ich immer sagen: Es ist gut, die Welt wiederzufinden, nachdem ich sie verlassen habe. Mit Gott erneut die Welt betreten. )
Wenn ich die Hähnchenkeule sehnsüchtig anschaue (sie passt nicht in meine Ernährung) schaue ich auf den schwarzen Vorhang.
Die innere Freiheit, die ich spüre, wenn das Essen vorbei ist, ist das Licht auf der eigentlichen Bühne – nicht mehr der Vorhang.
Maria hat als einzelne Frau eilig den beschwerlichen Weg ins Bergland auf sich genommen – um etwas Geistliches zu berühren.
Und auch Jesus redet von einer anderen Speise, an der Er sich sättigt, als die Jünger Ihm am Jakobsbrunnen etwas zu essen anbieten.
Die Augen des Herzens sind an vielen Stellen blind. Wie bei einem unterernährten Kind muss ich sie vorsichtig füttern. Mit Geduld – denn zunächst verweigern sie diese fremde Speise.
Die Seraphim, die die Bibel beschreibt, sind über und über mit Augen bedeckt. Denn SIE schauen Gott.
Dem will ich nachjagen. Dass sich meine Augen auftun für die Herrlichkeit Gottes, so dass ein Magnifikat aus mir herausbricht.
Gott zu schauen entfaltet das Schauen selbst.
Drei Jahre lang habe ich deshalb Grialou studiert (dreimal ca. 1300 Seiten).
Er nennt sein Buch: „Ich will Gott schauen“.