Angst, fasten zu müssen?

Sa, 05.07.2025

Mt 9:14-19 Vom Fasten

Der Text

14 Da kamen die Jünger des Johannes zu Ihm und sprachen: „Warum fasten wir und die Pharisäer häufig, Deine Jünger aber fasten nicht?“

15 Und Jesus sprach zu ihnen: „Können etwa die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird der Bräutigam von ihnen genommen werden, und dann werden sie fasten.“

16 Niemand setzt einen Flicken von neuem Tuch auf ein altes Kleid, denn der Flicken reißt vom Kleid ab, und der Riss wird schlimmer.

17 Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißen die Schläuche, der Wein läuft aus, und die Schläuche verderben. Sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, und beide bleiben erhalten.

Falsche Frage

Bisher war immer meine Frage: Wenn ich also fasten soll, wenn Jesus nicht da ist, und nicht fasten soll, wenn Er da ist – dann hängt mein Fasten an einer Interpretation, ob Er jetzt da ist oder nicht. Also hilft mir das nicht.

Vielleicht haben die Jünger in den Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten gefastet – das würde passen. Aber seitdem ist die Nähe des Geistes immer Deutungssache gewesen. Faste ich also, unterstelle ich damit die Abwesenheit Jesu.

Angst vor dem Fasten?

Das Fasten, von dem hier die Rede ist, meint nicht eine Diät.

Und ich sage: Es ist auch nicht ein Fasten zur Erbauung des Geistes. Das ist etwas anderes.

Es geht nicht darum, sich zu entleeren, um empfänglicher zu werden – das gibt es auch, aber hier geht es um etwas anderes.

Dieses Fasten ist ein natürliches Mitgehen mit Jesus. Der Ausdruck einer Selbstverständlichkeit – kein neues Gebot oder eine Regel oder eine Methode!

Keine Angst

Schweres zu tun, ist zumeist nicht das Problem. Aber schweres zu tun, dass nicht getan werden sollte – und nicht zu wissen, ob es richtig ist – gefällt mir nicht.

Das Unangenehme ist die Entscheidung.

Angst habe ich kurz vor der Entscheidung. Die macht es schwer. Habe ich keine Angst, weil es zum Beispiel schon entschieden ist, ist es tragbar – ja in gewisser Weise gut, sogar schön.

Beispiel Essen.

Mache fragen mich, ob ich auch mal eine Ausnahme machen könnte.

Ja, kann ich – aber dann muss ich entscheiden, wofür ich es mache, wie oft, wie viel.

Das ist viel schwerer als „Nein“ zu sagen – ich mache von mir aus keine Ausnahme.

Wenn eine Ausnahme notwendig wird, entscheide ich sie nicht selbst.

Das ermutigt mich sehr zu vermuten, dass ich gehorchen kann.

Und wer gehorchen kann – der hört!

Wer gehorcht, der hört

Von de Juden lerne ich: Das Gehorchen kommt vor dem Verstehen – nicht danach.

Das ist das Gegenteil meiner „Warum-Prägung“.

Denn das Warum ist schon klar: weil ich Den liebe, der mich darum bittet.

Und darum fürchte ich mich nicht – denn es gibt nur noch eine Entscheidung. Die Entscheidung zu gehorchen.

Cholesterinsenker

Ich sehe das auch in meinem Weg mit meiner Herzerkrankung.

Mein Arzt sagt: „Nimm Statine – und leb, wie du willst.“ (etwas übertrieben, aber in etwa so).

Das kommt nahe an den Gedanken: Lass dir von Jesus die Sünden vergeben – und mach dann weiter wie vorher.

Ich lasse mir von Jesus die Sünden vergeben – und habe mich entschlossen, dann nicht mehr so weiterzuleben wie vorher.

Ich nehme also Atorvastatin – und esse fettarm, vegan und natürlich zuckerarm usw.

Und es ist zugleich leicht und schwer.

Schwer, weil es ein echter Preis ist.

Denn Essen ist mehr als der Genuss des Essens selbst. Es ist zum Beispiel auch der typische Ausdruck der Lebensfreude und der Gemeinschaft. Und auch anderen mache ich es damit manchmal etwas schwer. Das bleibt ein Stich.

Leicht, weil ich gehört habe, dass es jetzt so sein soll und ich glücklich bin, gehorchen zu können.

Ja, Gehorsam macht glücklich.

Denn es ist etwas, was ich meinem Gott geben kann.

Was Ihn freut und das Einzige, was Ihn ehrt.

Fazit

Ich muss nicht wissen, ob der Bräutigam anwesend ist oder nicht und danach mein Fasten ausrichten.

Ich gehorche einfach in dem, was ich schon weiß und bin gewiss, ich werde keine Frage haben, wenn es soweit ist zu fasten.

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