Beten, arbeiten – lesen

Fr, 11.07.2025 Hl. Benedict von Nursia, Patron Europas

Mt 19:27-29 Lohn der Nachfolge

Der Text

27 Da antwortete Petrus und sprach zu Ihm:

„Siehe, wir haben alles verlassen und sind Dir nachgefolgt. Was also wird uns zuteilwerden?“

28 Jesus aber sprach zu ihnen:

„Amen, Ich sage euch: Ihr, die ihr Mir nachgefolgt seid – in der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn auf Seinem Thron der Herrlichkeit sitzt, werdet auch ihr auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

29 Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um Meines Namens willen, wird das Hundertfache empfangen und das ewige Leben erben.

Anmerkungen zur Peschitta:

„Wiedergeburt“ wird in der Peschitta als „teḥdta“ wiedergegeben, sinngemäß „Erneuerung“ oder „Neuer Zustand“.

Der Ausdruck „alles verlassen“ wird mit starker Nachdrücklichkeit formuliert: „wir haben alles zurückgelassen“.

Das „Hundertfache“ steht wörtlich: „hundert Male“ („mea ʿeta“).

Statt „das ewige Leben erben“ steht in der Peschitta wörtlich: „Leben der Welt, das nicht vergeht“.

Zusammenhang

Benedict von Nursia (480–547) hat das Feuer der ersten Liebe der Christenheit in Europa bewahrt. Nach der brennenden Liebe und der Opferbereitschaft der Christen in den ersten drei Jahrhunderten wurde das Christentum Staatsreligion – und hat sich so z. T. mit der Welt vermischt.

Papst Benedikt XVI. sprach nun wieder vom „Entweltlichungsprozess“ der Kirche. Besonders in seiner berühmten Freiburger Rede (2011) rief er dazu auf, die Verweltlichung zu überwinden.

Es gibt einen Zusammenhang mit dem Evangelium von heute.

Was wird der Kirche widerfahren, wenn sie „Häuser und Äcker“ verlässt, um Jesu Namen?

Das bedeutet zutiefst: Berufung zum geweihten Leben.

Ich rufe die Menschen dazu auf – suche Gott auf und bitte Ihn mit mir um Ordensleute.

Familie

Wie kann ich in der Familie ein „geweihtes Leben“ führen?

Benedikt gibt dafür viel Hilfe.

Anders als viele denken, heißt es nirgends in der Benedikt-Regel „bete und arbeite“ (ora et labora). Sondern die Ordnung gebietet besonders DREI Regeln: geordnetes Gebet (Stundengebet), Arbeit (Handarbeit etc.) und Lectio Divina, geistliche Lesung (Bibelmeditation).

Ich greife heute einen Punkt heraus:

Regel 48,1: „Otium sanctum (heilige Muße) ist zu pflegen, nämlich die Lesung der göttlichen Schrift.“

Es ist nicht „Work-Life-Balance“. Sondern sowohl Arbeit als Ordnung als „Heilige Muße“ sind Gottesdienst.

Lectio Divina ist der Ort, an dem ich lerne, Gottes Stimme zu erkennen. Sie von all dem Lauten zu unterscheiden.

Menschen suchen Gott und manche finden den Biblizismus. Sie sind immer noch bei sich und meinen, sie würden Gott hören. Lerne von Benedikt!

Wer die „Heilige Muße“ lebt, kennt den Unterschied.

Das ist in unserer Zeit wie ein Strohhalm aus dem Meer der kommunikativen Verführungen.

Oft werden mir Links zu YouTube oder ähnlichem geschickt – „schau dir das an, hör dir das an, lies das mal.“

Hier meine Botschaft: Ich brauche diese Zeit für Gott selbst. Nur selten bleibt ein wenig Zeit – und dann sollen es eher Bücher sein.

Ergänzung

In unserer Zeit der Erneuerung (Wiedergeburt) Israels wage ich zu ergänzen: Es ist gut, die Weisheit der Juden neu zu entdecken.

Wir sind nicht „weiter“ als Jesus, der zu den Füßen der Schriftgelehrten im Tempel saß. Was Er dort hörte und fragte, war aus einem Meer von Betrachtungen und Gedanken der Väter zur Thora und den Schriften.

Es ist ein Vertraut machen mit dem Himmel, mit meiner Heimat.

Und es ist ein wenig das Eingeständnis: Wir haben dich (Israel) behandelt, wie die Brüder des Josef ihren kleinen Bruder mit dem bunten Rock behandelt haben – und bezeugen nun: Es ist besser, dir zuzuhören, als dich in die Fremde zu verkaufen.

Das Abendland stirbt. Das ist offenbar. Herr Merz, Kanzler von Deutschland, hat kein Problem mit seinem Gewissen, wenn Kinder kurz vor der Geburt getötet werden.

Es offenbart den geistlichen Grundwasserspiegel.

Den ändern wir weniger durch Briefe an die Abgeordneten (das tue ich allerdings dennoch), sondern nur mit der Weisheit unseres Vaters Benedikt von Nursia – und der Weisheit unseres kleinen, jüdischen Bruders.

Gott wird ihn einsetzen, uns aus der Hungersnot zu retten – niemand sonst.

Sobald Israel als Volk Jesus als Gott erkennt, werden die „Getreidesilos“ geöffnet werden.

Hinterlasse einen Kommentar