Zweiter Israelstand auf dem Markt in Buchholz.

Am 12. Juli 2025 haben wir erneut „Flagge“ gezeigt.

Im Vorfeld hat jeder von uns formuliert, warum er persönlich für Israel einsteht und sich dort öffentlich zeigt.

Von der Beschimpfung am 14. Juni (siehe hier)haben wir gelernt, dass es nötig ist, genau zu wissen, warum jeder von uns das mit sich machen lässt. Von mir gibt es dazu den schon veröffentlichten Text (hier), einige Andachten im Nachgang des 14.06. und die Andacht von heute.

Ich selbst habe diese Klärung in etwa jedem zweiten Gespräch sinnvoll einsetzen können.

Ich glaube, es ist wichtig, dass es nicht Argumente oder Informationen sind. Auskünfte über Politik oder schlechte Berichterstattung. All das kann auch kommen.

Ich habe viele Gespräche geführt. Und zumeist fing es mit dem wohl-gesonnen Lesen der Blicke des stehen gebliebenen Passanten an. Was mag ihn bewegen, welche Emotionen kommen auf, welches Bedürfnis hat er?

Meist genügte eine leise Frage und es ging los. Auf die eine oder andere Weise. Oft positiv – aber etwas öfter auch kritisch. Kaum pauschal, zumeist differenziert, manchmal ärgerlich, auch dozierend. Aber oft auch betroffen. Und wieder viele Betroffene mit jüdischem Hintergrund. Vereinsamte Christen. Ein Israeli zu Besuch bei seinen Eltern.

Viele mit hohem Redebedarf.

Das war auch das mal davor schon so.

Ich erinnere mich besonders an einen sehr kritischen, auch schon schimpfenden Mann. Er hörte nicht auf und es gab viel, was ungerecht und schwer zu ertragen war.

Er wollte nichts wissen. Aber als er mit schimpfen fertig war, hellte sich sein Gesicht auf und er sagte sinngemäß: „Eigentlich ganz gut, das sie da sind – machen sie so weiter.“ Ich spüre förmlich, wie sein Herz leichter war – dafür bin ich dankbar.

Sehr schön war all die Erleichterung von Menschen zu erleben, die kaum jemanden oder gar niemanden kennen, dem sie sich in ihrer Sympathie für Israel anvertrauen können. Sehr viel Dank ist uns entgegengekommen. Geschichten von Schicksalen mit Israel; mit jüdischen Verbindungen aller Art. Einer erzählte mir von seinem jüdischen Opa und dessen Sohn aus einer Ehe mit einer deutschen. Dieser war in der HJ und ganz begeistert, verbunden mit dem NS Staat – mit all den schreienden Konflikten. Er nun – Sohn dieses Sohnes, ach.

Die Welt ist komplex und Vereinfachungen sind gefährlich. Ich bin sehr dankbar für diesen Tag. Danke auch allen, die da waren.

Ein Kommentar zu „Zweiter Israelstand auf dem Markt in Buchholz.

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