Geldsorgen

Mo 11.08.2025

Mt 17:22-27 Ankündigung von Leiden und Tod Jesu und:

Von der Zahlung der Tempelsteuer

Der Text

Aus dem griechischen Urtext übersetzt:

22 Während sie sich aber in Galiläa aufhielten, sagte Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen überliefert werden,

23 und sie werden Ihn töten, und am dritten Tag wird Er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt.

24 Als sie nach Kafarnaum kamen, traten die, welche die Doppeldrachme einziehen, zu Petrus und sagten: Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachme?

25 Er sagt: Ja. Und als er in das Haus kam, kam Jesus ihm zuvor und sprach: Was meinst du, Simon? Von wem erheben die Könige der Erde Zölle oder Steuer? Von ihren Söhnen oder von den Fremden?

26 Als er sagte: Von den Fremden, sprach Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei.

27 Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh zum See, wirf einen Haken aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt. Und wenn du seinen Mund öffnest, wirst du einen Stater finden; nimm ihn und gib ihnen für Mich und dich.

Anmerkungen zur Peschitta (Syrisch-Aramäisch):

• In Vers 22 wird statt „überliefert“ das aramäische ܡܫܠܡ (mashlam – „ausgeliefert, übergeben“) verwendet, das eine bewusste Handlung betont.

• In Vers 27 wird der „Stater“ in der Peschitta als „Silbermünze“ (ܟܣܦܐ kaspa) bezeichnet, ohne den spezifischen griechischen Münznamen zu übernehmen.

• Die Doppeldrachme (δίδραχμον) wird in der Peschitta sinngemäß als „Silberabgabe“ (ܟܣܦܐ ܕܡܢܐ – „Geld des Maßes/der Abgabe“) wiedergegeben, was den Tempelsteuer-Kontext verdeutlicht.

Beim Petrusfisch im See Galiläa gibt es Berichte, dass er glänzende Dinge vom Boden aufschnappt und im Maul hält.

Ich betrachte heute nicht den Kern der Geschichte – aber eine mit erzählte Betrachtung: Wie stand es um Jesu materielle Versorgung?

Jesus hatte keine „Rücklage“

Die Tempelsteuer wurde nicht mit Gewalt eingezogen. Es war aber „ein Ärgernis“, wenn jemand diese nicht bezahlte.

Jesus ist der König der Könige – aber Er hat keine persönliche finanzielle Rücklage.

Der Stater (entspricht vier Denaren) kam aus dem Maul des Fisches.

Der Fisch schwimmt im Meer.

Die Symbolik ist deutlich. Das Meer ist eine Summe vieler Menschen, der Fisch ist das Objekt der Sammlung Jesu.

Gott versorgt zuweilen die Hirten aus unbekannter Hand – auch von solchen, die nicht zur Gemeinde gehören.

Jesu Versorgung

Es ist eine vielfältige Mischung. Zumeist sind es Frauen, die Jesus und die Jünger versorgen. Aber auch die Familie von Marta, Maria und Lazarus, die Schwiegermutter des Petrus, der reiche Levi und Zachäus. Nikodemus bringt kostbare Salben, Joseph von Arimathäa stellt sein Grab zur Verfügung.

Sich abhängig von Versorgung durch Fügung zu machen, scheint mir ein sehr schwerer Schritt. Aber:

Es werden dann Dinge deutlich, die ohnehin gelten.

Kein Besitz

Die hebräische Sprache macht es sehr deutlich.

Es gibt kein Wort für „haben“.

Niemand hat etwas, niemand ist Eigentümer von etwas.

Sondern „es ist ihm“. Man kann sagen: Dieses ist mir zurzeit anvertraut.

So wie wir den Hund unserer Tochter (die in Urlaub ist) nicht haben, sondern nur für ihn zuständig sind.

Er ist uns anvertraut.

Ich leihe mir nicht gern etwas – immer sorge ich, dass ich damit evtl. schlecht umgehe. Ich meide die Unfreiheit des Leihens. In einem geliehenen Buch kann ich keine Markierungen machen und nichts notieren.

Ein Kratzer an einem Auto, das ich mir lieh, kann ich nicht locker „weglächeln“.

In der Küche eines anderen zu wirtschaften, nötigt mir Respekt und Vorsicht ab.

Aber sollte es nicht mit allem so sein? Immer?

Ist nicht alles nur eine Leihgabe?

Eigentlich geht es NIE um Besitzen. Sondern immer nur um Verwalten.

Meine Frau ist nicht mein Besitz – aber Gott wird mich am Ende nach ihr fragen. Wie bist du, Andreas, mit diesem Menschen umgegangen, den ich dir anvertraute?

Und mit dem Geld, das ich dir anvertraute?

Mit dem Leib, den ich dir gab?

Mit der Zeit?

Ich brauche nie zu fragen, wie ich an Besitz komme – sondern immer, wie ich damit umgehe.

Das ist meine Verantwortung.

Nicht um zu haben, sondern um zu werden

Ich habe nicht, um zu haben, sondern Gott vertraut mir etwas für eine Zeit an, und fordert mich auf, anhand dieser Sache ein guter Verwalter zu werden.

Es ist wie ein Satz Hanteln zum Muskeltraining.

Sie zu haben, hat keinen anderen Sinn, als meine Muskeln zu trainieren. Danach haben sie keine Bedeutung. Sie sind nicht zum „haben“ da, sondern dass ich mich an ihnen bewähre.

Nur zu haben macht „fett“.

Habe ich viel, verfettet sich nicht nur meine Hüfte – sondern vor allem mein Herz.

Wer geistig schwach ist, sollte unbedingt wenig haben, denn Haben ist wie Übergewicht. Damit wird es immer schwerer, beweglich und verantwortlich zu handeln.

Persönlich

Mir scheint materielles Abspecken ähnlich schwer wie körperliches Abspecken – aber genauso wichtig, vielleicht wichtiger.

Mein Vater im Himmel hat sehr deutlich gesprochen, damit ich mit entschlossener Entschlossenheit esse, was recht ist und nicht das esse, was mir schmeckt.

Es ist nicht ein Verzicht auf Essen, sondern auf lustvolle Selbstliebe.

Ich verzichte nicht so sehr, weil ich „muss“. Kein Arzt hat mir etwas zum Essen gesagt.

Sondern zuerst, weil ich die Ketten der Lust durchtrennen will.

Meine Selbstbestimmung soll nicht meiner Lust dienen – sondern meiner Freiheit. Und diese Freiheit ist das einzig Kostbare, das ich meinem Gott darbringen kann.

Geldsorgen sind Selbstsorgen. Wenn ich ganz verantwortlich mit dem umgehe, was Du mir anvertraut hast, empfange ich, was Du für mein „Training“ vorgesehen hast.

Herr, hilf meinem fetten Herzen auf.

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