Ohne Forderungen

Sa 16.08.2025

Mt 19:13-15 Die Segnung der Kinder

Der Text

Aus dem griechischen Urtext übersetzt:

13 Da wurden Kinder zu Ihm gebracht, damit Er ihnen die Hände auflege und bete. Die Jünger aber wiesen sie zurecht.

14 Jesus aber sprach: Lasst die Kinder, und hindert sie nicht, zu Mir zu kommen; denn solchen gehört das Reich der Himmel.

15 Und Er legte ihnen die Hände auf und ging von dort weg.

Rahmen des Textes

Ich habe es schon an anderer Stelle benannt. Die Kinder heute sind kaum Vorbild und wenig vergleichbar mit dem, wovon Jesus redet.

Die Eltern haben sich dem Zeitgeist zumeist ergeben, das Paradigma hat sich weitestgehend auf den Kopf gestellt.

Doch zuerst zur Situation damals.

Kinder hatten keine Forderungen zu haben. Es kam ihnen vermutlich auch nicht in den Sinn. Das Wort „ich will“ in einem Kindermund war wohl eher nicht zu hören.

Kinder sind ein Bild für Reinheit und Unschuld – aber sie haben auch nichts zu sagen. Sie haben nur zu hören.

Und ich sage: Das macht sie so rein und so unschuldig.

Sobald sie in der Familie mitarbeiten konnten, haben sie es getan. Arbeiten – nicht spielen – war das Hauptlernen der Kinder. So wie auch heute Kinder lieber wirklich helfen, als zu spielen, wenn man sie wirklich einbindet.

Wer keine Forderungen stellt – der ist rein.

Segen ist nicht: bessere Bedingungen

Bildung in heutiger Praxis und Geld verbessern den Charakter eines Menschen nicht.

Aber kaum jemand hat den Mut, am Charakter zu arbeiten – und darum kümmert er sich um das Zweitwichtigste.

Der Inhalt der Seele soll frei vom Menschen gefüllt werden. Es ist der Raum, in dem diese sich entfaltet – aber der Raum selbst wird durch die Tugenden bereitgestellt.

Die sogenannten Sekundärtugenden (Preußische Tugenden) sind:

Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Selbstdisziplin, Ehrlichkeit, Fleiß, Geradlinigkeit, Gewissenhaftigkeit, Gottesfurcht, Gründlichkeit, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Redlichkeit, Sauberkeit, Sparsamkeit, Toleranz, Unbestechlichkeit, Verlässlichkeit, Zurückhaltung, Zielstrebigkeit (Quelle: Wikipedia). Ich ergänze: Geduld.

Einmal noch hören – vielleicht erweckt es etwas.

All das kommt VOR der Freiheit.

Nicht in dem Sinne, dass die Freiheit weniger wäre – sie ist mir aber nicht möglich, wenn ich verstrickt bin in: Unaufrichtigkeit, Gier, Lässigkeit, Unehrlichkeit, Faulheit,… (Umkehrliste von oben).

Wenn Kinder das nicht (mehr) lernen, werden sie immer Knecht bleiben und ihre Freiheit im Dickicht der Abhängigkeiten verloren haben.

Besser als diese Sekundärtugenden entfaltet Josef Piper die grundlegenden Tugenden christlich für unsere Zeit.

Ich empfehle: „Über die vier Kardinaltugenden“. Piper ist prägend für viele gewesen – ein brennend benötigter Lehrer.

Allerdings braucht man starke Nerven, wenn der Abgrund erkennbar wird, in den unsere Kinder gerade fallen – der Abhang, der kaum mehr zu erklimmen ist.

Nicht was ich erreiche, sondern wer ich werde

Darüber schrieb ich schon am Donnerstag in Das gönn ich mir.

Jüdische Kinder zur Zeit Jesu waren zumeist am Leben Lernende ohne eigene Forderungen.

Das wichtigste Ziel des Lernens ist die Freiheit von mir selbst.

Nur so bin ich erfüllbar von Gott her. Nur so hat eine Einladung an Gott eine Wirkung.

Nur der, der keine Bedingungen stellt, ist würdig, ein Mann Gottes zu sein.

Jesaja war wie Elia. Und Elia war ein Mensch wie ich (Jak. 5:17).

Gott aber konnte mit Elia wirksam sein – er will es auch mit mir.

Bleibe ich in der Etappe sitzen, bei den Brotkörben, und lasse meinen Gott warten, vielleicht vergebens warten?

Ich sehe nicht, was Gott durch mich erreichen könnte – und ich soll es nicht sehen. Denn es geht darum, Dir zu vertrauen, Dir zu glauben.

Wer glaubt WIRD Berge versetzen.

Wer nicht glaubt, isst derweil lieber Mohnkuchen.

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