Sa 06.09.2025
Lk 6:1-5 Jesus und der Sabbat
Der Text
Aus dem griechischen Urtext (Lukas 6,1–5):
1 Und es geschah am zweiten Sabbat nach dem ersten, dass Er durch die Getreidefelder ging. Und Seine Jünger pflückten und aßen die Ähren, indem sie sie mit den Händen zerrieben.
2 Einige aber von den Pharisäern sagten: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?
3 Und Jesus antwortete ihnen und sprach: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er hungrig war, er und die, die bei ihm waren?
4 Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote nahm und aß und auch denen gab, die bei ihm waren, die doch niemand essen darf außer den Priestern allein?
5 Und Er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.
Gestern
In der Israel-Arbeitsgruppe hatte ich ein intensives Gespräch mit S. Ich habe am Abend lange darüber mit Gott gesprochen und es gibt viel Text. Ich versuche, einen Teil davon wiederzugeben.
Es ging um Folgendes:
Wenn jemand zum Stand kommt und aggressiv und feindselig gegen Israel wettert, dann höre ich ihm zu. In manchen Fällen verändert dies den anderen – aber in manchen Fällen auch nicht. Ich sage: Auch wenn psychologisch nichts passiert, gebe ich der „Gerechtigkeit Gottes“ einen NEUEN Raum.
Aber: Ist nicht Jesus alles in allem? Kann denn nicht nur Er Sünden vergeben und die neue Gerechtigkeit Gottes vollziehen? Ist nicht in Seinem Werk alles vollendet?
Es ist ein sehr großes, ein geheimnisvolles Thema. Hier nur kleine Krümel dazu.
Zunächst aber kurz zum Sabbat
Nicht „Arbeitsfrei“
Viele denken, es gehe am Sabbat um einen Ruhetag. Sechs Tage hat Gott gearbeitet – nun ruht Er am siebten Tag von der Arbeit.
Aber Gott ist nicht erschöpft.
Es ist der Tag der Vollendung. Der Tag des „sehr gut“, an dem nicht fehlt.
Mit dem Menschen ist alles da. Das ist das, was werden sollte, alle sechs Tage. Die Summe der Schöpfung ist abgeschlossen.
Wurzel: שׁ־ב־ת (sch-b-t) = aufhören, abbrechen, ruhen.
Daher kommt: vajischbot, Er hörte auf (das steht da) und: shabbat.
Wenn der Mensch in dieser Ruhe / Vollständigkeit angekommen ist, ist er vollendet, ist er bei Gott. Christlich ist das die Heiligkeit des Menschen.
Der Mensch Jesus (explizit steht in unserem Text „Menschensohn“), ist auf diese Weise vollständig ein Gegenüber des Vaters.
Genauer: In Ihm ist zugleich die Gottheit des Vaters, dass Er uns ein Bild ist, was wir werden sollen. Sollen! – nicht einfach „könnten“.
Alles hängt an den zwei Naturen Jesu
Es ist nicht eine theologische Nettigkeit, was auf dem Konzil in Chalcedon (451) geklärt wurde:
Jesus Christus ist „wahrer Gott und wahrer Mensch“, unvermischt, unverwandelt, ungetrennt, ungeteilt.
Wir sind nur Menschen. Ganz Mensch und nichts mehr.
Wir sind nicht mit Gott vermischt, werden nicht in Gott verwandelt und sollen dennoch von Ihm untrennbar sein. Nicht zu einem Teil – sondern ganz.
Unsere Beziehung zu Gott kann dem ganz nahekommen, was in Jesus vollkommen ist: dem Gehorsam. Im vollkommenen Gehorsam „kann“ Gott im Menschen wirken. Und nur darin ist er Herr über den Sabbat.
Gehorsam ist Annahme und Zustimmung. Er schöpft aus „Altem und Neuem“, aus Gelerntem und aus aktuell Gehörtem.
Damit sieht es von außen so aus, als tun wir Wunder. Wir vergeben Sünden, wir vermitteln Heil, wir tun „Größeres als Jesus tat“, wie er selbst verheißen hat.
(Siehe: „Wem ihr sie vergebt, dem sind sie vergeben“)
Ohne die Zustimmung der Braut gibt es keine Hochzeit. Das kann der Bräutigam nicht allein, es ist aber das Ziel des Universums: das ist der Sabbat.
Was bedeutet Sündenvergebung?
Die Rebellion gegen Israel ist Rebellion gegen Gott.
Ich stehe für Israel – und damit für Gott.
Indem der Mann auf der Straße mich beschimpft – und das tut er, er „hasst“ mich, weil ich für Israel stehe, kann ich diesen Hass tragen. An der Seite Jesu.
Danach sucht der Vater.
Nach Menschen, denen Jesu Gnade genügt und die deshalb vom Hass anderer nicht persönlich getroffen werden – sondern stellvertretend.
Gott erlaubt mir, einen Teil dessen zu tragen, was Ihm widerfährt.
Und ich will es tragen – weil ich Ihn liebe.
Ich erlöse den anderen damit nicht aus meinem Eigenen heraus – aber mein Eigenes stimmt dem Werk Gottes zu, das ohne meine Zustimmung nicht vollzogen wird.
Wir sind Mitarbeiter Gottes – aber Gott tut es nicht ohne uns.
Wichtig: Ich tue nur, was ich höre!
Nicht aus abgelöster, eigener Erkenntnis.
Es ist mehr als Psychologie, mehr als kluger Dialog mit dem Feind.
Nur indem es Gehorsam ist ehrt es Gott.
Gott sehnt sich nach meiner Zustimmung zu dem, wie Er in Christus Jesus ist.
Die Würde des Menschen ist seine Gottesbildlichkeit. Genauer: Seiner Ähnlichkeit zu dem „Sohn des Menschen“.
Nicht in seiner Individualität. Sondern in der freien Abkehr von der Selbstliebe zur Gottes und Menschenliebe.