Du hast Dich mir gegeben – ich gebe mich ihnen

Sa 27.09.2025

Lk 9:43b-45 Zweite Ankündigung von Jesu Leiden

Der Text

Aus dem griechischen Urtext

43b Als aber alle sich verwunderten über alles, was Er tat, sprach Er zu Seinen Jüngern:

44 „Legt diese Worte in eure Ohren: Denn der Sohn des Menschen steht im Begriff, in die Hände von Menschen ausgeliefert zu werden.“

45 Sie aber verstanden dieses Wort nicht; denn es war vor ihnen verborgen, damit sie es nicht erfassten; und sie fürchteten sich, Ihn über dieses Wort zu fragen.

In die Hände der Menschen

Gestern habe ich über die „Bemächtigung Gottes“ gesprochen. Der Mensch hat ein Gottesbild. Und da passt ein Gott, der souverän anders ist, nicht hinein. Darum erkennen die Menschen Gott auch nicht.

Man sieht nur, was man zu erkennen bereit ist.

Das Evangelium von gestern war die erste Leidensankündigung Jesu. Die heutige ist noch dunkler, denn sie spricht nicht mehr von der Auferstehung.

Und sie findet für Petrus, Johannes und Jakobus nach der Herrlichkeit auf dem Berg der Verklärung statt.

Wer ist dieser Jesus?

Auch die Jünger können es nicht erkennen.

Sie erwarten den Messias. Den Herrlichen. Den Löwen von Juda.

Und wir alle vergessen: „Du sollst dir kein Bildnis machen, auch keine Gestalt …“

Das meint weniger ein „Bild“ zum anschauen, als eine Festlegung Gottes aus meiner Welt-„Anschauung“.

Es wirkt vielleicht harmlos. Was ist schon dran, sich ein kleines Bild von Gott zu machen? Seine private Ansicht über Gott zu haben?

Was wirklich geschieht ist: Wenn sich der Gott naht, sich in unsere Hände gibt, werden wir Ihn zugunsten unseres Bildes erschlagen.

Warum klärt Gott das nicht mit Macht?

Gerade diese Vorstellung, ein richtiger Gott würde es mit Macht klären, ist eine ganz menschliche Gottesvorstellung.

Wie Er sich offenbart, kann ein Mensch von sich aus nicht verstehen und erfassen.

Er offenbart sich gerade darin als der Gott, der Er ist, indem er sich in den Händen der Menschen demütigen, verletzen und töten lässt.

Man mag mit dem Kopf schütteln – aber es kann mich nicht unberührt lassen.

Diesen, diesen Gott liebe ich.

Und ich jage Ihm nach, in das Bild Seiner Liebe verwandelt zu werden.

Menschen zu „be-lieben“ und nicht zu besiegen.

Erweckung

Gott ist selbst ein Gläubiger. Er glaubt an den Menschen.

Er vertraut darauf, dass der Atem – Sein Atem – den Er dem Menschen einhauchte, immer noch in ihm ist.

Und dass dieser Gottesfunke angesichts des sich selbst offenbarenden Gottes erwachen kann.

Wenn es keine freie Liebe ist, die in dem Menschen erwacht, dann ist es keine Liebe, die Gottes würdig ist. Und keine Liebe, die der ganzen Würde des Menschen entspricht.

Zeugnis

Wann Jesus in die Hand des Menschen kommt, ist allein Gottes Sache.

Und bevor es geschieht, ist eine Zeit des Zeugnisses dran.

Das Zeugnis ist Same – ohne eigene Macht.

Erst angesichts des Auferstandenen kann dieser Same keimen und wachsen, kann das Zeugnis gelesen werden.

Ich erzwinge kein Verständnis – ich benenne die Wahrheit.

Israel-Stand

Wir werden gleich auf dem Markt Zeugnis dafür geben, dass Israel allezeit Gottes Volk ist und die Wurzel meines Glaubens.

Mein spezielles Zeugnis ist, dass Deutschland kein weiteres Mal über Juden urteilen darf. Wir sind keine Richter, denn Israel ist größer als wir. Israel wird am Ende über Deutschland richten (geistlich).

Angesicht aller aktuellen Ereignisse gehe ich nicht ohne eine Versuchung zur Furcht.

Darum habe ich mir ein Herzensgebet bereitet:

„Ich zeuge von der Wahrheit, ohne um sie zu kämpfen – wie Christus sich in die Hände der Menschen gab, gebe ich mich in Gottes Hand. Und mit Ihm in die Hand der Menschen.“

Ganz kurz:

נָתַתָּ לִי – נוֹתֵן לָהֶם

Natata li – noten lahem

„Du hast Dich mir gegeben – ich gebe mich ihnen.“

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