Mikdasch Katan – der kleine Tempel

So 09.11.2025 Oderteichhütte

Joh 2:13-22 Reinigung des Tempels

Der Text

Aus dem griechischen Urtext:

13 Und das Passa der Juden war nahe, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.

14 Und Er fand im Tempel die, welche Ochsen, Schafe und Tauben verkauften, und die Geldwechsler, die dort saßen.

15 Und Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, auch die Schafe und die Ochsen, und die Münzen der Wechsler schüttete Er aus und stürzte ihre Tische um.

16 Und zu denen, die die Tauben verkauften, sagte Er: Nehmt dies von hier weg! Macht nicht das Haus Meines Vaters zu einem Kaufhaus!

17 Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht: „Der Eifer um Dein Haus wird mich verzehren.“

18 Da antworteten die Juden und sagten zu Ihm: Welches Zeichen zeigst Du uns, dass Du dies tun darfst?

19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde Ich ihn aufrichten.

20 Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und Du willst ihn in drei Tagen aufrichten?

21 Er aber sprach von dem Tempel Seines Leibes.

22 Als Er nun aus den Toten auferweckt worden war, erinnerten sich Seine Jünger daran, dass Er dies gesagt hatte; und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Der Leib

Der Leib hat seine drei Ausprägungen: Körper, Seele und Geist.

Sie sind ein Leib. Nicht etwa drei unabhängige Komponenten, die man getrost teilen kann.

Die Berufung des Menschen ist seine Leiblichkeit, so wie an den zwei Naturen Jesu erkennbar. Jesus ist immer auch leiblich!

Es gibt eine Ordnung Gottes. Der Geist soll Haupt des Leibes sein.

Aber im Alltag rebelliert Körper und Seele oft dagegen.

Heiligung ist nun, den ganzen Leib unter Gottes Ordnung zu bringen.

Jesu wird nicht wütend.

Er macht ganz ruhig eine Geißel aus Stricken. Gemäß der Ordnung des Geistes braucht der Leib Zucht. Die Stricke, aus denen die Geißel gemacht wird, sind eigentlich Maßbänder. Zucht und Maß hängen zusammen.

Der Leib ist in Raum und Zeit. Beides braucht Maß und Ordnung.

Es ist ganz praktisch:

Mein Essen hatte die Tendenz, das Maß nicht zu würdigen. Die Summe meiner Bücher neigt ebenfalls zur Maßlosigkeit.

Dabei ergibt sich das Maß aus der Zucht unter den Geist.

Der kleine Tempel

Das ist nach jüdischer Lehre mein Leib.

Dort gibt es ein Heiligtum — und ein Allerheiligstes.

Bevor die Schechina, die Herrlichkeit Gottes, dort einziehen wird, brauche ich die Geißel der Zucht.

Dabei erarbeite ich mir nichts, aber ich beende die Rebellion des Leibes.

Praxis

Ich brauche und will Disziplin im Geist. Stille Zeit, geordnetes Denken und Sprechen, Messe und heilige Tage.

Aber auch im Seelischen.

Weitgehender Verzicht auf äußere emotionale Anregung. Vergnügungen, Musik, Reisen. Alles, was „Spaß“ (nicht Freude) macht. Nicht weil es verboten ist, sondern weil es Platz in mir belegt. Nicht absolut, aber mehr und mehr.

Und im Körper.

Disziplin beim Essen, Sport und Bewegung.

Ordnung und Reduzierung von Dingen ebenso.

Beerdigung

Ein Wort zum Einäschern.

Es ist Ausdruck von Rebellion, seinen Körper einäschern zu lassen.

Und die Zunahme dieses Phänomens, auch unter Christen, wird uns Gericht bringen. Denn nur Gericht kann uns noch wecken.

Gericht ist zunächst nicht Vernichtung, es ist Weckruf.

Jedes Einäschern bereitet mir Schmerzen. Ich spüre und sehe die dunkle Wolke kommen, ich spüre den Schmerz Gottes.

Bitte: Nicht einäschern lassen!

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