Do 04.12.2025
Mt 7:21.24-27 Vom Hausbau
Der Text:
Aus dem griechischen Urtext:
21 Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineingehen, sondern wer den Willen Meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.
24 Jeder nun, der diese Meine Worte hört und sie tut, wird einem klugen Mann gleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.
25 Und der Regen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürzten sich auf jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet.
26 Und jeder, der diese Meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleichen, der sein Haus auf den Sand baute.
27 Und der Regen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürzten sich auf jenes Haus; und es fiel, und sein Fall war groß.
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Anmerkungen zur Peschitta (Syrisch-Aramäisch):
In 7,21 steht in der Peschitta der Ausdruck ܥܒܕ ܨܒܝܢܗ (ʿbad ṣebyāneh) – „den Willen tun“, wörtlich „seinen Wohlgefallen ausführen“. Das betont stärker: nicht nur gehorchen, sondern das innere Wollen Gottes aufnehmen.
Ich erinnere: Dies ist eine Andacht – keine Auslegung.
Meinen Wohlgefallen ausführen
Wenn Menschen zu mir in die Seelsorge kommen, wollen sie zumeist, dass es ihnen bald besser geht.
Auch wenn Menschen Christen werden, steht häufig das im Vordergrund, was sie davon haben.
Frieden mit der inneren Sehnsucht, Segen im Leben, weniger Angst und Sorge im Alltag.
So ähnlich war es auch bei mir.
Religion ist weise, und es ist gut, nach den Regeln Gottes zu leben. Es entsteht ein schönes Haus. Und an nichts kann ich erkennen, ob es auf Sand gebaut ist oder auf Fels. Jesus spricht in dem Gleichnis nicht von törichten Heiden, die ganz falsch leben und schräge Häuser bauen.
Er spricht zumeist von Menschen, die Ihn Herr nennen.
Bauarbeiten
Das Haus direkt gegenüber wurde verkauft. Der Keller war etwas feucht, nicht schlimm, wir hatten es uns auch angeschaut (kein Schimmel).
Der neue Eigentümer hat aber doch die Erde an drei Seiten aufgraben lassen und die Wände isoliert. Das dauert nun schon vier Wochen. Es sind große Maschinen im Einsatz und einige Arbeiter. Ich höre von großen Geldbeträgen.
Und nach der Sanierung wird das Haus genauso aussehen wie vorher.
Und es sind nur die Wände.
Käme das Wasser von unten (gegen die Bodenplatte) – was würde man dann tun?
Und das ist nichts im Vergleich dazu, wenn ein Haus unterspült wird.
Ich vermute übrigens, dass das Haus noch eine Lebenserwartung von unter 30 Jahren haben wird. Es ist keine Perle.
In Ordnung
Ich sage es etwas überspitzt.
Ein Haus, das nur gebaut wird, um eine Zeit lediglich als Wohnort zu dienen, ist es kaum wert, überhaupt gebaut zu werden.
Es bereitet ein Provisorium, ok – nichts Ewiges.
Ewige Werte sind in diesem Beispiel: Schönheit und Charisma eines Hauses. Dass es sich einfügt in ein Ortsbild. Das es Menschen erfreut, die vorbeigehen. Ich spüre inzwischen den Atem von Gebäuden selbst und in ihrer Anordnung (dank meines Bruders, er ist Architekt).
Es ist der Ausdruck des Geistes des Menschen.
Ich gehe mit meinem Bruder durch Nenndorf und wir schauen die Häuser an .
Fast alle Häuser, die alt sind, haben einen Charakter, strahlen etwas aus, bergen die Menschen auch in dem Ort – nicht nur in dem Haus.
Fast alles, was in den vergangenen 50 Jahren verändert wurde, ist im besten Fall nur praktisch – aber nicht schön.
Das alles sind Beispiele, aber sie drücken etwas Wichtiges aus.
Wir sind nicht Soldaten in einer Armee Gottes – wir sind Stadtbaumeister.
Das himmlische Jerusalem ist eine schöne, eine herrliche Stadt.
Sie findet Wohlgefallen bei Gott, Freude.
Ich sage es immer wieder: Der Mensch ist nicht dazu da, gerettet zu werden und dann ein gutes Leben zu führen.
Er ist dazu da, Gott zu erfreuen!
Wer auf Erden die Werke, die er tut, nicht schön tut – wie soll er im Himmel am Bau Jerusalems teilhaben?
Treue ist Bedingung, aber noch nicht freudiger Überschuss.
Gehorsam muss gleich erfolgen, ganz – und gern (siehe GGG).
Und gern tue ich es, wenn ich es schön mache.
Sein Wohlgefallen
Das Heidekraut, das immer noch treu auf meinem Schreibtisch steht, ist schön.
Ja, es ist schön, und das ist sein wesentlicher Sinn.
Es erfreut mich.
Gott macht Dinge schön, weil wir nach Seinem Bild sind und anhand des Heidekrauts sehen können, was Gott gefällt.
Nicht einfach die Gebote zu erfüllen und irgendwie zu leben.
Sondern sie herrlich zu erfüllen.