So 14.12.2025 🕯️🕯️🕯️ 3. Advent; 🕎 Chanukka
Mt 11:2-11 Anfrage des Täufers; Jesu Zeugnis über den Täufer
Der Text
Aus dem griechischen Urtext übersetzt:
2 Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken des Christus hörte, sandte er durch seine Jünger
3 und ließ Ihn fragen: Bist Du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?
4 Jesus antwortete und sagte zu ihnen: Geht hin und berichtet Johannes, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden gereinigt und Taube hören; Tote werden auferweckt und Armen wird die gute Nachricht verkündet.
6 Und selig ist, wer sich nicht an Mir ärgert.
7 Als diese aber hingingen, begann Jesus zu den Volksmengen über Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Ein Rohr, vom Wind hin und her bewegt?
8 Aber was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen in weichen Gewändern? Siehe, die Weiche tragen, sind in den Häusern der Könige.
9 Aber was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, Ich sage euch: mehr als einen Propheten.
10 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, Ich sende Meinen Boten vor Deinem Angesicht her, der Deinen Weg vor Dir bereiten wird.
11 Amen, Ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer wäre als Johannes der Täufer; der Kleinste aber im Reich der Himmel ist größer als er.
Hinweise aus der Peschitta (Syrisch-Aramäisch)
– „der Kommende“: aramäisch ܕܐܬܐ (d-ātē) – der Erwartete, der im Begriff ist zu kommen; Spannung von Gegenwart und Erfüllung.
– „größer“ / „kleinster“ (V. 11): aramäische Parallelität betont Rangordnung der Zeiten, nicht persönliche Würde.
Das Rohr im Wind
Elija passte sich nicht dem Zeitgeist an. Er ging einen Weg, der ihn einsam machte – sehr einsam.
Nicht in eitler Selbstüberschätzung, sondern im Gehorsam.
Kein Schilfrohr, das im Wind der Widerstände schwankt, selbst angesichts des Königs nicht.
Dazu wurde er körperlich und geistig bereitet.
Ja, auch körperlich.
Er aß, was der Rabe ihm brachte. Er lebte an dem Ort, der ihm zugewiesen wurde.
In seinen Fußstapfen steht Johannes.
Nicht, indem er die Reinkarnation des Elias ist, sondern indem er im Geist Elias wandelt.
Durch Freiheit vom Primat des Körpers und der Seele verfügbar werden für Gott.
Kleidung, Essen, Wohnort sind Teil der Annahme des Auftrages Gottes.
Und das soll auch bei mir so sein.
Angepasst
Es geht um Freiheit zum Gehorsam.
Nicht um ein asketisches Ideal.
Askese hat den Hang zur Eitelkeit, wie jedes eigene Werk. Vielleicht noch mehr, denn es sieht sehr heroisch aus.
Sondern es geht darum, dass ich das im Hören Erkannte tue, das in der Praxis meiner Bequemlichkeit, meinem Genuss und meinen scheinbar kleinen Bindungen entgegensteht.
Aber ich bin recht blind für meine Abhängigkeiten.
Sie verstecken sich hinter dem Begriff „klein“, oder „besser als“.
Oder ich sehe sie gar nicht, weil ich an dieser Stelle meine Blindheit nicht als Mangel erkenne.
Darum ist es wunderbare Gnade, was Gott an Problemen, vielleicht sogar Leid, in mein Leben stellt. Es sind große Schilder. Wegweiser auf dem Weg zur Freiheit.
Der Freiheit, die mich ganz zum Dienst brauchbar macht.
Zu meiner Schande erkenne ich: So blind bin ich oft gar nicht. Ich sehe meine Disziplinlosigkeit – aber ich widerstehe ihr nur tröpfchenweise.
Hätte ich z. B. keine koronare Dreigefäßerkrankung, hätte ich meine Lässigkeit beim Essen nicht verstanden. Ich hätte weiter gedacht, ich kann es halt nicht besser.
Aber ich kann.
Und darin erkenne ich Schuld.
Ich kann, was recht ist, und behaupte das Gegenteil.
So wie ich vor Jahrzehnten gelernt habe: Ich kann früh aufstehen, um meinen Gott zu suchen, so lerne ich jetzt: Ich kann auf Genuss verzichten. Endgültig. Selbst wenn es mir schwer ist – es ist möglich.
Nur die entschlossene Entschlossenheit hindert mich, Gorgonzola und Butterkäse zu essen; meine Lust würde mich sonst erneut knechten.
Sehr gerne möchte ich in all den Lebensbereichen, wo es noch nicht so ist, ebenso handeln.
Und ich sehe, ich kann es.
Ich konnte es hier, warum nicht dort.
Disziplin bei der Tagesvorbereitung, in der Handynutzung, in der Freiheit von Büchern.
Aber auch in dem Verzicht auf Rechtfertigung und Selbstbehauptung. Im Dienst im je Kleineren und jedem „Sofort“ des Gehorsams (Gleich, ganz, gern).