Mi 07.01.2026
Mt 4:12-17.23-25 Galiläa: Beginn der Wirksamkeit, Heilungen
Der Text
Aus dem griechischen Urtext.
12 Als Er aber hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, zog Er sich nach Galiläa zurück.
13 Und Er verließ Nazareth und kam und wohnte in Kafarnaum am See, im Gebiet von Sebulon und Naftali,
14 damit erfüllt werde, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
15 „Land Sebulon und Land Naftali, der Weg des Meeres, jenseits des Jordan, Galiläa der Völker:
16 Das Volk, das im Dunkel saß, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die saßen im Land und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.“
17 Von da an begann Jesus zu verkünden und zu sagen: Kehrt um, denn das Reich der Himmel ist nahe.
23 Und Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und verkündete das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.
24 Und Sein Ruf ging hinaus in ganz Syrien; und sie brachten zu Ihm alle, denen es schlecht ging, die von verschiedenen Krankheiten und Qualen befallen waren, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte, und Er heilte sie.
25 Und es folgten Ihm große Volksmengen aus Galiläa und der Dekapolis und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.
Heimat und Leib
Grundlegend ist der Johannes-Prolog (Siehe Text am 25.12.2025, 31.12.2025 und 04.01.2026).
Das Wort offenbart sich in seinem Wesen als Leib, als Vorhandenes. Geist und Leib sind untrennbar. Die Welt ist in ihrer Substanz Wort Jesu und Er kommt dahin zurück, wo Er schon immer war – in Seine Heimat.
Heimat hier vor allem im Sinne von Ursprung.
Ich habe sie immer schon – denn machen kann ich sie nicht.
Heimat ist der Ort, an dem ich richtig und selbstverständlich bin.
Fraglos. Teil. Mit-Substanz.
Es ist „Abrahams Schoß“.
Dorthin wird Lazarus aufgehoben, als er stirbt.
Sünde ist also: Verrat dieser Heimat.
Jesus kritisiert weder die Hure noch den Zöllner – sondern nimmt sie mit in die Heimat. Siehe Sein Umgang mit Matthäus.
Jesus kommt in Sein Eigenes.
Wo Jesus ist, da ist Heimat.
Und Heimat ist immer auch Heil (Schalom, Ganz-Sein).
Wo Er ist, ist Wahrheit, Befreiung und Gesundheit.
Das steht in dem Text heute.
Jesus erobert nicht die Welt, Er heilt allein schon durch Sein Da-Sein. Wo Er ist und angenommen wird, da ist Heil, vom Wesen her, denn wir sind aus Ihm und werden nur in dieser Heimat heil.
Wir können Ihn nicht mit in unsere Welt nehmen. Als Medizin nicht, als Berater nicht, nicht einmal als Freund.
Wir können nur in Ihm heil werden.
Indem wir die Rebellion beenden.
Sünde ist Heimatlosigkeit, Entfremdung. Also ist Buße Annahme dessen, was normal ist.
Heiligung ist so keine Entwicklung nach oben, sondern Rückkehr nach Hause.
Vollzug von Heimat
Heimat ist nicht etwas Fremdes. Ich schmecke sie, wenn ich dem Duft der Freude folge. Denn Heimat ist Herrlichkeit – und die kennt meine Nase, wenn ich es zulasse.
Denn die äußere Heimatlosigkeit kann kaum geheilt werden.
Beende ich jedoch meine Rebellion, führt es zu neuer, leiblicher Heimat.
Wo habe ich gegen meine Familie, meine Eltern, rebelliert und bin noch nicht umgekehrt?
Wo habe ich Verantwortung für das mir Gegebene missachtet? Heimat ist immer auch das mir Anvertraute.
Wo habe ich mich als Bestandteil der Heimat entzogen?
Das ist besonders die Ehe. Die Ehe ist eine Keimzelle von Heimat.
Heimat kann niemals gegen andere gewendet werden. Sie ist Ort der Geborgenheit und aus diesem kommt die Freiheit zur Feindesliebe.
In rechtem Maß kann und soll Heimat durch Fremdheit bereichert, vielleicht befruchtet werden – in rechtem Maß.
So, dass es seine eigene Wirksamkeit nicht verliert.
Das geschieht nicht durch eine Ideologie, sondern durch Rückkehr zur Wurzel aller Heimat.
Das heidnische Galiläa war solch ein Mischland. Es hatte seine Identität verloren.
Gerade in dieses Land kommt die Quelle der Heimat zuerst.
Denn das Heil fängt bei der Wurzel an.
Von dort her heilt die Heimat, denn Jesus ersetzt die Heimat nicht, Er heilt sie.
Wessen Heimat in der Weise im Himmel ist, dass ihm die Welt nicht mehr Heimat ist, der wird den Himmel leer finden.
Denn das Reich Gottes ist das Heil der Welt – nicht die Absonderung von der Welt.