Do 08.01.2026
Mk 6:34-44 Die Speisung der Fünftausend
Der Text
Aus dem griechischen Urtext.
34 Und als Er ausstieg, sah Er eine große Menge; und Er wurde innerlich bewegt über sie, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und Er begann, sie vieles zu lehren.
35 Und als die Stunde schon weit vorgerückt war, traten Seine Jünger zu Ihm und sagten: Der Ort ist einsam, und die Stunde ist schon spät.
36 Entlass sie, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.
37 Er aber antwortete und sagte zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Und sie sagen zu Ihm: Sollen wir hingehen und für zweihundert Denare Brote kaufen und ihnen zu essen geben?
38 Er sagt zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht. Und als sie es festgestellt hatten, sagen sie: Fünf, und zwei Fische.
39 Und Er befahl ihnen, alle sich gruppenweise auf das grüne Gras setzen zu lassen.
40 Und sie lagerten sich in Reihen, je hundert und je fünfzig.
41 Und Er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel, segnete und brach die Brote und gab sie Seinen Jüngern, damit sie ihnen vorlegten; auch die zwei Fische teilte Er unter alle.
42 Und sie aßen alle und wurden satt.
43 Und sie hoben zwölf Körbe voll Brocken auf, auch von den Fischen.
44 Und es waren die, die die Brote gegessen hatten, fünftausend Männer.
Vorgeschichte
Vorher wird das Ende des Täufers berichtet. Dann die Rückkehr der Apostel von einem Dienst, müde und hungrig. Um Ruhe zu finden, fahren sie über den See weg – aber die Menschen sind vor ihnen an dem Ort, an dem sie ankommen.
Geht es eben noch um Selbstfürsorge, sieht Jesus nun die Menge.
Hungrig nach Wahrheit – später erst hungrig nach Brot.
Und es jammert Ihn.
Ich selbst hatte gestern intensive Gespräche und am Abend den Männerkreis. Wunderbar, aber heute Morgen bin ich müde.
Innerlich erschüttert sein
Der geistliche Mangel der Menschen ist groß. Selbst in Israel zur Zeit Jesu. Sehen die Menschen Wahrheit, spüren sie Heil und Heilung, erwacht eine Sehnsucht danach, wie großes Heimweh.
Das Jammern Jesu geht Ihm in die Mitte des Leibes. Ins Herz, in die Eingeweide, wie es die Peschitta deutlicher sagt.
Mit dem Johannes-Prolog im Herzen spüre ich es genauer.
Diese Menschen sind Leib Jesu. Denn „ohne das Wort ist nichts gemacht“. Sie sind aus Ihm, denn alle Welt ist aus Jesus. Sie sind „Seine Eingeweide“.
Ihr Mangel, ihr Hunger ist Sein Hunger.
Die Menschen sind Jesus näher, als sie sich selbst sind.
In Seiner Klarheit sieht Er jede Dunkelheit.
Manchmal erlebe ich es auch. Der Abgrund im Leben des Menschen vor mir schmerzt mich vielleicht mehr, als den Menschen selbst. Sie haben es vielleicht so weit von sich geschoben, dass sie es wenig spüren – ich aber spüre es.
Restlos
Jesus kostet den Tag ganz aus.
Bis zum Abend nährt Er sie mit dem Wort.
Einem Wort, das wahrhaftig nährt – viel mehr als nur eine Information, eine Botschaft.
Wer seine Rebellion verlässt und sich in das Wort Jesu einordnen lässt, dem sind Jesu Worte Brot und Leben.
Und am Abend ordnen sich die Menschen gruppenweise in das grüne Gras. Sie nehmen die Ordnung an und lagern zu Füßen des Hauptes.
Und nun das Wunder:
Es scheint mir weniger die Brotvermehrung – sondern die restlose Hergabe des Brotes, der Fische.
Hier scheinen es die Jünger zu sein, die ihre Vorräte geben. An anderer Stelle ist es ein kleiner Junge – er gibt von seinen guten Vorräten alles, was er hat.
Es ist wie bei der Witwe vor dem Gotteskasten.
Sie gibt zwei Münzen – alles, was sie hat, all das Wenige.
Aber all das Wenige ist mehr als alles Große, wenn es ganz hergegeben wird.
Was den Leib nährt
Wer sich selbst nährt, der lebt auf Zeit, auf Kredit.
Aber wer den anderen nährt, der vermehrt.
Denn er bindet sich in den Leib Jesu ein.
Jeder ist aus Jesus und so an Seinem Leib – auch der Feind.
Denn alles ist aus Ihm.
Die Sorge um mich ist ein buntes Mäntelchen. Drinnen steckt der reißende Wolf der Rebellion. Oft leise, scheinbar harmlos, verständlich.
Rebellion vermindert und zerstört.
Hergabe dessen, was mir zur Verwaltung gegeben wurde, vermehrt und baut auf.
Fürchte dich nicht, du bist im Geben allezeit auch empfangender.