Die Lücke schließen

Di 13.01.2026

Mk 1:21-28 Jesus in der Synagoge in Kapernaum

Der Text

Aus dem griechischen Urtext.

21 Und sie gehen nach Kapernaum. Und sogleich ging Er am Sabbat in die Synagoge und lehrte.

22 Und sie waren überwältigt von Seiner Lehre; denn Er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.

23 Und sogleich war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist; und er schrie

24 und sagte: Was haben wir mit Dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist Du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiß, wer Du bist: der Heilige Gottes.

25 Und Jesus bedrohte ihn und sagte: Verstumme und fahre aus von ihm!

26 Und der unreine Geist riss ihn hin und her und schrie mit lauter Stimme und fuhr aus von ihm.

27 Und alle erschraken, sodass sie untereinander fragten und sagten: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht! Auch den unreinen Geistern gebietet Er, und sie gehorchen Ihm.

28 Und sogleich ging die Kunde von Ihm hinaus überallhin, in die ganze Umgebung von Galiläa.

Das Geheimnis der Vollmacht

Das Wort Geheimnis passt in köstlicher Weise, denn es kommt in seiner ursprünglichen Bedeutung von dem Begriff Heimat (Ge-heim-nis). Nicht verborgen, sondern selbstverständlich. Nicht fremd und voller Erklärungen, sondern in sich ruhend, in sich selbst klar.

Jesus kommt nicht aus dem Himmel, mit einem Beglaubigungsschreiben des Vaters.

Er ist auch kein Botschafter in einem fremden Land.

Er ist der eigentliche Inhalt der Heimat, der Ursprung, das Leben und alle Zukunft.

Er erscheint in Seiner Heimat, denn Er ist das Wort, aus dem alles, was ist, wurde, und nichts, was ist, ist ohne Ihn, dem Wort.

Vorbild Israel

Der Prophet Hesekiel beschreibt es im Kapitel 37 eindrücklich.

Ich zitiere Vers 4 und 5:
„Und Er sagte zu mir: Weissage über diese Knochen und sage zu ihnen: Ihr vertrockneten Knochen, hört das Wort des HERRN!

So spricht der Herr HERR zu diesen Knochen: Siehe, Ich bringe Geist in euch, und ihr werdet lebendig werden.“

Und wer es sieht, der sieht es in unserer Zeit.

Wer hat je gehört, dass ein Volk, fast 2.000 Jahre unter die Völker zerstreut, sich sammelt? Zu einem Staat wird; lebendig wird? Gott nimmt Seine Bindung nicht zurück, weder an das Volk, noch an das Land.

Mir scheint es deutlich: Das Reich Gottes ist heute so nahe, wie zuletzt in dem Text, den wir lesen.

Vollmacht

Vollmacht ist die Präsenz der ursprünglichen Ordnung.

Des Logos, der aus dem Chaos den Kosmos macht.

Der Freude aller Dinge, wieder in ihren inneren Sinn zu kommen.

Die Scheidung zwischen dauerhafter Rebellion und freudigem willkommen heißen von Dem, der so lange vermisst wurde.

Vollmacht ist Nähe, Vollmacht ist Verbundenheit ohne Vorbehalt.

Vollmacht ist das große „Mit“; der Name Emanuel, Gott ist mit uns.

Und aus diesem „Mit“ fließt Befreiung und Rettung (יָשַׁע befreien, retten → Jeschua, Jesus), wie aus einer Quelle das Wasser.

Es ist dieses unbedingte Wiederfinden des Ortes, an den ich gestellt bin.

Der Hauptmann von ebendiesem Kapernaum wird es formulieren. Denn er kennt die Vollmacht, die aus der Einordnung kommt.

Jesu Lehre

Jesus lehrt keine Informationen, wie es die Pharisäer taten. Kein Seminar mit Handout und Zusammenfassung.

Er lehrt durch Präsenz Seiner selbst.

Präsenz, die jeden Preis bezahlt, wenn er auch zu weilen erst später zu bezahlen ist. Denn diese Vollmacht hat direkt zu tun mit Jesu Demütigung, Leiden und Sterben.

Die Integrität ist nicht nur aktuell, sie ist auch in der Summe des Lebens. Die Dämonen erkennen Jesus am Kreuz, Er ist immer der Selbe.

Darum kann auch ich nur in der Weise fruchtbar sein, dass ich mich formen lasse, zu einem Leben des unbedingten mit. Mit denen, die an Unordnung leiden, mit denen, die irren, mit denen, die mich ablehnen.

Heiligkeit sondert nicht ab, es fügt ein.

Es füllt die Lücke zwischen dem was ist und dem wie es in der Ordnung ist.

Es kommt ganz dorthin, wo es eingefügt wurde.

So sei es (Amen).

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