So 18.01.2026
Joh 1:29-34 Das Zeugnis des Täufers vom Lamm Gottes.
Der Text
Aus dem griechischen Urtext.
29 Am folgenden Tag sieht er Jesus auf sich zukommen und sagt: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt.
30 Dieser ist es, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn Er war vor mir.
31 Und ich kannte Ihn nicht; aber damit Er Israel offenbar werde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.
32 Und Johannes bezeugte und sagte: Ich habe den Geist gesehen, wie er gleich einer Taube aus dem Himmel herabstieg, und Er blieb auf Ihm.
33 Und ich kannte Ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sagte mir: Auf wen du den Geist herabsteigen und auf Ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
34 Und ich habe gesehen und bezeugt, dass Dieser der Sohn Gottes ist.
„Und Er blieb auf Ihm“
Schon viele Menschen haben „den Heiligen Geist empfangen“.
Vor Jesus und nach Jesus.
Aber der Heilige Geist ist eine Person.
Er ist also immer frei. Niemand „hat“ ihn, manchem wird er zu Zeiten nahe sein.
In manchen christlichen Kreisen ist davon in der Weise die Rede, als ob die Menschen ständig im Geist wandeln würden, wenn sie Ihn einmal empfangen haben.
Aber ist das so?
Habe ich eine Garantie des Heils, weil ich den Geist empfangen habe?
Johannes macht einen zentralen Unterschied; er bezeugt das Wort des Vaters: Auf dem der Geist bleiben wird, der ist mein geliebter Sohn.
Es ist ein kritisches Thema, und ich streife es nur. Denn ich habe eine Frage an mich selbst:
Was bleibt?
Was bleibt von meinen Andachten?
Was ändert mich wirklich, nachhaltig, bleibend?
Täglich
Jeden Tag gibt es eine neue Andacht, einen anderen Text.
Und meine Andachten sind Zeugnis meines Inneren. Vermutlich gibt es niemanden, den sie so bewegen wie mich selbst; denn sie bezeugen die Bewegungen meines eigenen Herzens.
Ich glaube, sie zeugen auch von meinem Berührt sein vom Geist Gottes.
Sie ändern mich – aber inwieweit ändern sie mich „bleibend“.
Inwieweit bleibt der Geist oder etwas vom Geist und wächst wie ein Baum, Rinde für Rinde, Ringe bildend zu einem bemerkenswerten Baum.
Ich meine das nicht im Sinne der Selbstinspektion, sondern einer möglichen Kursanpassung.
Wiederholungen, Ordnungen
Selten ist es mir so aufgefallen, wie bei den drei Wiederholungen des Johannes-Prologes.
Ich habe diesen Text auch früher oft betrachtet – weil ich es wollte.
Dieses Mal aber wurde er mir von der Ordnung der Kirche hingehalten, als ich nicht danach gefragt habe.
Wiederholungen bedeuten mehr als Informationen.
Geschichten und Erlebtes
Es verändert mich mehr, wenn es eine Geschichte ist, als wenn es eine „griechische Wahrheit“ ist.
Es ist klarer, wenn ich es nicht erkläre.
Es ist tiefer, wenn ich es milder formuliere.
Üben ist mehr als verstehen.
Andeuten gibt dem Geist mehr Raum, als das Ausmalen des ganzen Bildes.
Praxis
Keine Erkenntnis hat mich so verändert, wie die Praxis der stillen Zeit selbst.
Es sind keine Gegensätze, aber dennoch eifert die Erkenntnissucht zuweilen ungebührlich und wild.
Gestern war ich den ganzen Tag auf dem Israel-Freundestreffen in Poppenbüttel. Mehrmals wurde ich gefragt, ob denn meine Frau nicht auch dabei sei.
Und ich spürte: Nein, denn sie tut etwas Eigenes, vielleicht größeres als dies hier. Sie vollzieht Familie. Denn wie so oft waren Kinder zu Hause, mein Sohn mit Familie plus weiterer Enkel. Der heilige Kreis unserer Ehe umfängt ein inneres und ein äußeres. Und das ist mehr, als jedes Einzelne sein kann.
Ich sehe: Meine Frau handelt nach einer Wahrheit, der ich mit aller Erkenntnis gewissermaßen hinterherlaufe.
Es ist schön, die Situation der Siedler-/ Westbank- Thematik besser zu verstehen. Aber das ist bisher nur Geist.
Es in den Leib zu bringen, ist die wichtigere Aufgabe.
Und da backe ich dann viel kleinere Brötchen – am Samstag, auf dem Wochenmarkt mit unserem Israelstand.
Der Täufer
Der Täufer wird gebraucht.
Denn er weiß, dass seine Taufe die Vorbereitung für Jesus Christus ist.
Ich höre also: Tue, wozu du berufen bist. Denn Ich (Gott) brauche es für die Bahnung des Weges meines Sohnes.
Sich selbst klein zu machen ist eine ähnliche Gefährdung, wie sich selbst groß zu machen.
Tue, was du zu tun hast und überlege nicht, ob das groß ist oder klein.
Denn die Freude am Wirken ist himmlische Freude, ist Entfaltung des Reiches Gottes.
Halleluja
