Heil und Heilungen

Do 22.01.2026

Mk 3:7-12 Zulauf des Volkes, viele Heilungen

Der Text

Aus dem griechischen Urtext ins Deutsche übersetzt.

7 Und Jesus zog sich mit Seinen Jüngern an den See zurück; und eine große Menge aus Galiläa folgte Ihm.

8 Auch aus Judäa und aus Jerusalem und aus Idumäa und jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kam eine große Menge zu Ihm, da sie hörten, was Er tat.

9 Und Er sagte Seinen Jüngern, sie sollten Ihm wegen der Menge ein kleines Boot bereithalten, damit sie Ihn nicht bedrängten.

10 Denn Er heilte viele, sodass alle, die mit Plagen behaftet waren, sich auf Ihn stürzten, um Ihn zu berühren.

11 Und die unreinen Geister, sooft sie Ihn sahen, fielen vor Ihm nieder und schrien und sagten: Du bist der Sohn Gottes.

12 Und Er gebot ihnen streng, Ihn nicht offenbar zu machen.

Peschitta – Anmerkungen (Syrisch-Aramäisch)

– V.7: Das Verb für „zog sich zurück“ betont im Aramäischen ein bewusstes Sich-Entziehen, nicht Flucht.

– V.9: Das „kleine Boot“ erscheint als Schutzmittel; der aramäische Ausdruck unterstreicht die Notwendigkeit von Abstand, nicht Distanzierung.

– V.10: „Sich auf Ihn stürzen“ hat im Aramäischen eine körperlich drängende, fast übergriffige Konnotation.

– V.11: Die unreinen Geister „wissen“ (aramäisch: erkennen) Seine Identität, doch dieses Erkennen bleibt äußerlich und zwingend.

– V.12: Das Schweigegebot ist im Aramäischen sehr stark formuliert: ein striktes, autoritatives Verbot der Offenlegung.

Komm, Herr Jesus, komm

Zunächst möchte ich meiner Sehnsucht und meiner Erwartung Ausdruck geben.

Wir sind hier und leiden Mangel.

Und wie es ist, wenn Du kommst, in Deines Eigenes kommst – hier ist es zu sehen.

Nun aber leiden wir Mangel.

Mangel an Deiner Nähe, an Deiner Heilung, an Deinem Leib, Ihn zu berühren.

Wo bleibst Du? Komm, komme bald.

Aber Du hast uns nicht als Waisen zurückgelassen.

Darum horche ich, was ich vom Geist her hören kann, für die Zeit bis zu Deinem Kommen.

Menschensohn

Du bist Schöpfer der Welt und darum schmiegt sich die Welt an Dich an und findet zurück in ihre Schöpfungsordnung. Heilung, Berührung, Klärung.

Aber Du bist auch Menschensohn.

Also sind Menschen eingesetzt, Dir ähnlich zu werden und Schöpfungsordnung in die Welt zu bringen.

Warum geschieht das so wenig?

Es gibt viele Gründe, heute nenne ich schon bekanntes, denn es trifft mich persönlich.

Das meine und das Deine

Das ordnete Wort (der Logos) ordnet aus dem Chaos den Kosmos, das Schöne, das Geschmückte (das Wort Kosmetik kommt von diesem Wort).

Wie schön ist es bei mir und in dem Bereich, der mir in Raum und Zeit gegeben ist?

Du hast Dich an den See zurückgezogen.

Vermutlich ohne Reisegepäck, ohne Handy und ohne eine Reiseversicherung.

Ganz ohne Eigenes – und so ganz für das der Anderen.

Ich habe so viel, dass meine Ordnungswirkung von all dem verschluckt wird und sogar dafür nicht ausreicht.

Aber bin ich denn Jesus?

Du sagst: „Du bist Werk Meines Wortes und ich bin Dir als Sohn Mariens vollkommen nahe gekommen. Komm, geh diesen Weg ebenso mit Mir.“

Menschensohn.

Damit wir Gottessöhne werden.

Es gibt kein Reservat für den alten Adam in mir.

Leiblich

Als ich vorhin am Tisch saß, erinnerte ich mich daran, dass ich keine Idee habe, was ich heute notieren soll.

Aber das habe ich meistens nicht.

Und ich suche nicht nach einer Idee – ich räume mein Herz auf.

Und ich harre auf Dich.

Denn ich weiß: Du willst Dich mir mitteilen.

Und dazu suchst Du „einen leeren Schreibtisch“ in mir.

Stille, Geduld, Sehnen, Vertrauen.

Keine „Überlegungen“, sondern einen Aufblick zu Dir hin.

Und ich sehe den Stapel „IsraelAktuell“ auf dem Schrank. Er schaut mich an und schränkt den Platz ein. Ich sollte …

Der Geist Gottes breitet sich dort aus, wo Platz für Ihn ist.

Angefangen bei meinem Körper, dann in meinem Haus, meiner Familie – meiner Männerrunde.

Was bleibt noch übrig, wenn so viel in dem ganz Nahen steckenbleibt und in Unerledigtem verbraucht und gedämpft wird?

Praxis

Der Geist Gottes wartet, bis ich getan habe, was Er mir sagt.

Räume ich mich nicht leer, was soll Er weiter reden und wirken?

Vollziehe ich nicht, was Ihn ehrt, tritt er traurig einen Schritt zurück.

Was ist dieses Voll-Sein außer Ordnung im Haus noch?

Es ist zumeist die Sorge. Die Sorge um mich.

Wie stehe ich da, werde ich versorgt, verpasse ich etwas, wo bleibe ich in allem.

Dann auch das Voll-Sein mit Wissen und Wirksamkeit (Macht), statt mit Beziehung und Liebe. Das Informieren und Recherchieren, das ich so gerne mache.

All dieses Entleeren von „leerem Zeug“ ist nicht Selbstoptimierung.

Es ist: Loslassen von Ballast auf dem Weg zum Anderen.

Ballast, der wie Sand im Getriebe des Lebens ist, das Reich Gottes genannt wird.

Das volle, überfließende Leben des Mit.

Das Vollziehen der Herrlichkeit Gottes in der Welt.

In der Wüste der Nomaden ist Raum für Gott. Dort empfing Israel die Thora.

Aber nicht, um in der Wüste zu bleiben, sondern sie in die Mauern und Städte der trotzigen Welt zu bringen.

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