Di 17.02.2026
Mk 8:14–21 Warnung vor den Pharisäern und Herodes
Der Text
Aus dem Urtext:
14 Und sie hatten vergessen, Brote mitzunehmen, und außer einem Brot hatten sie nichts bei sich im Boot.
15 Und Er gebot ihnen und sagte: Seht zu, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes.
16 Und sie überlegten miteinander, dass sie keine Brote hätten.
17 Und als Jesus es erkannte, sagt Er zu ihnen: Was überlegt ihr, dass ihr keine Brote habt? Versteht ihr noch nicht und begreift ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet?
18 Augen habt ihr und seht nicht? Und Ohren habt ihr und hört nicht? Und erinnert ihr euch nicht?
19 Als Ich die fünf Brote brach für die Fünftausend, wie viele Körbe voll Brocken habt ihr aufgehoben? Sie sagen zu Ihm: Zwölf.
20 Als aber die sieben für die Viertausend, wie viele Körbe voll Brocken habt ihr aufgehoben? Und sie sagen: Sieben.
21 Und Er sagte zu ihnen: Versteht ihr noch nicht?
Sauerteig der Pharisäer
Hatten die Pharisäer und Schriftgelehrten nicht auch die Aufgabe, den Glauben der Thora rein zu halten.
Muss nicht auch geprüft und nachgedacht werden, ob Jesus der Messias ist?
Ob es richtig ist, Christ zu sein, oder vielleicht sogar noch besser, katholischer Christ? Brauchen wir nicht auch Theologie, weil nicht alles Offenbarung ist und die Auslegung der Schrift auch zu vielen Irrwegen führen kann?
Oder leben wir nicht vielleicht in einer christlichen Blase und andere religiöse Blasen sind ebenso mögliche Wege zu einem rechten Leben?
In meiner Zeit als Zen-Buddhist hörte ich ebenso von Wundern, die diesen Weg zu bestätigen schienen. Vermutlich wird es im Islam auch so sein – und im Judentum schon lange.
Sauerteig des Herodes
Hier scheint es mir etwas klarer.
Das alte Prinzip der Macht, des Überlebens des Stärkeren, hat seine offenbare Gültigkeit. Der Sieger schlägt einfach tot, wer ihm im Wege ist. Auch Nietzsche und die Mächtigen des vergangenen Jahrhunderts erlagen offenbar dem Sauerteig des Herodes. Und viele in meinem Umfeld tun es auch.
Das alles ist Sauerteig, weil es dem Wesen des Menschen auch entspricht. Sowohl das kluge Prüfen und ethische Denken, als auch der Überlebens- und Machtinstinkt.
Der Sauerteig durchsäuert das Mehl des Menschen, weil es natürliche Ähnlichkeit gibt. Seit einiger Zeit pflegt meine Frau unseren neuen Sauerteig und backt damit sehr gesundes Sauerteigbrot.
Eine ganz natürliche Angelegenheit.
Kein neutraler Ort
Es gibt auch keinen neutralen Ort, wie ich z. B. in Zeugen Jesu beschreibe. Denn ein Sauerteig wirkt immer. Auch ich selbst bin immer Sauerteig für andere, für meine Familie, meine Umgebung, auch für mein Land.
Das menschliche Leben genügt sich nie selbst, es ist in Verantwortung geworfen, vor aller eigenen Wahl.
Daraus folgere ich: Lebe ich nicht verantwortlich, bin ich dennoch verantwortlich. Ich bin nicht Objekt meiner Selbst, die Welt ist es, Gott ist es.
Und nun?
Christophorus
Christophorus ist „Christo-phoros“ – Christus-Träger.
Unter dem will ich nicht leben, auch wenn ich kein riesenhafter Mann bin, wie die Legende es erzählt.
Ich spüre die Würde in mir, nur dem richtigen Herren dienen zu wollen.
Schon als Kind wollte ich mich nie hinknien, in dem inneren Wissen, das werde ich nur vor dem wahren König tun.
Der Keim der Liebe und Erkenntnis Christi ist in den Menschen gelegt, so glaube ich es. Wer dem Disputieren und dem Taktieren der Macht absagt, kann und wird das Licht für diesen Keim finden.
Denn das Licht selbst sucht diesen Keim. Der, der den Keim schuf, will auch sein Licht sein.
Ich fliehe vor jeder Blase und jedem sich selbst genügen, und suche dem künstlichen Licht der Welt zu entkommen.
Findet das Licht mich nicht, werde ich sterben. Denn ich selbst kann es mir nicht machen.
Aber außer meinen Eltern will auch ein Anderer, dass ich lebe.
Den suche ich und der hat mich aufgesucht.
Mit weniger als der vollkommenen Liebe Gottes ist das Leben nur sterben.
Aber dafür ist es nicht gemacht.