Mi 18.02.2026 Beginn der Fastenzeit
Mt 6:1-5, 16-18 Vom verborgenen Geben, Fasten und Beten
Joël 2:12-13 Vom zerrissenen Herzen
Der Text
Aus dem Urtext
1 Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater in den Himmeln.
2 Wenn du nun Almosen gibst, so posaune nicht vor dir her, wie die Heuchler es in den Synagogen und auf den Straßen tun, damit sie von den Menschen geehrt werden. Amen, Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.
3 Wenn aber du Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
4 damit dein Almosen im Verborgenen sei; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten.
5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Amen, Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.
16 Wenn ihr aber fastet, so seht nicht düster aus wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Amen, Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.
17 Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,
18 damit du nicht den Menschen als Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten.
Joel 2,12–13
12 Doch auch jetzt – Spruch des HERRN – kehrt um zu Mir mit eurem ganzen Herzen, mit Fasten und mit Weinen und mit Klage.
13 Zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider, und kehrt um zum HERRN, eurem Gott; denn gnädig und barmherzig ist Er, langsam zum Zorn und groß an Huld, und Er lässt sich des Unheils gereuen.
„Ich kann nicht.“
Wie oft höre ich das. Von anderen – und gerade auch von mir.
In meinem Herzen denke ich oft, ich hätte meine Kraft schon ganz eingesetzt, ja überzogen. Was will denn das Leben noch von mir – was will dieser Text, besonders Joël von mir?
Was willst Du, Herr?
Sterben?
Mir selbst sterben?
Vielleicht ist es ein großes Wort, und ich sollte es besser „Loslassen“ nennen.
Aber emotional fühlt es sich nach Sterben an.
Mein innerer Schutzmechanismus dramatisiert den Preis des Gehorsams, der Hingabe.
Der Preis ist immer das Festhalten an meinem eigenen Wissen, was gut ist, was zu viel ist, was doch mindestens sein muss.
Der Preis ist: das Denken innerhalb der eigenen Blase zu verlassen.
Das gilt auch für das Thema Umkehr und Buße.
Das, was ich falsch mache, stellt sich mir als „nur“ eine Überforderung dar. Ich konnte nicht anders, da war ja dies und jenes, und außerdem …
Welchen Ausweg aus dem subjektiven Gefühl der Überforderung offenbart mir Matthäus?
Soldaten an der Front
Ich höre von Soldaten, die an der Front eine vollkommen andere Kategorie der Selbstüberwindung, des Mutes und der Kraft zeigen.
Es gibt dafür verschiedene Gründe, der vielleicht stärkste Grund ist: Sie tun es für den Kameraden neben sich – hier und jetzt.
Und das scheint mir auch der Weg aus meinem Selbstmitleid, meiner Kraftlosigkeit und all meinen Ausreden.
Die Frage: Für wen tue ich es?
a) Ich tue es für mich.
Und das bedeutet auch: vor den Augen der Menschen überhaupt. Genau das beschreibt Matthäus. Wenn ich Anerkennung für mein Tun bekomme, dann gibt mir das Kraft. Das nennt man dann Ermutigung, Wertschätzung, positive Motivation.
Und es funktioniert gut und recht lange – aber es belässt mich in meiner Blase der Unfreiheit von mir selbst.
b) Ich tue es mit meinem Geliebten.
Ich scheue mich, das Wort „für“ zu benutzen, denn es ist kein Geschäft.
Sondern es ist ein Ausdruck des Vertrauens, dass dieses Joch, solange es das gemeinsame Joch mit Dir ist, tragbar und sanft ist.
Verheißung
Kehre ich zurück in Dein Joch, genau Dein Joch, Herr Jesus, werde ich mich mit Dir an dem freuen, was geschieht.
Denn Du verkündest nicht Selbstkasteiung als Lebensprogramm.
Du verheißt die Fülle des Lebens, überfließende Lebendigkeit, Herrlichkeit.
Aber nicht an einem beliebigen Ort unter meinem eigenen Joch.
Sondern ganz an Deiner Seite.
Darum auch: Im Verborgenen vor der Welt.
Nur dort habe ich die herrliche Freude an Dir und mit Dir.
Dort, im Kämmerlein, im leisen Fasten, im ungesehenen Geben.
Denn ohne ein Mit habe ich keine Kraft.
Darum suche ich Dein Joch, mein Herr und mein Gott.