Mi 25.02.2026
Lk 11:29-32 Ablehnung der Zeichenforderung
Der Text
29 Als aber die Volksmengen sich zusammendrängten, begann Er zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es sucht ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden außer dem Zeichen des Jona.
30 Denn wie Jona den Niniviten zum Zeichen wurde, so wird es auch der Menschensohn diesem Geschlecht sein.
31 Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten mit den Männern dieses Geschlechts und wird sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo.
32 Männer von Ninive werden im Gericht auftreten mit diesem Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas hin, und siehe, hier ist mehr als Jona.
Ninive
Ich vermute, die Leute von Ninive hatten von Jona gehört. Von seinem Tod im stürmischen Meer und seiner unbegreiflichen „Auferstehung“ aus dem Schlund der Wasser.
Genau wie wir es gehört haben – das von Jesus.
Das Grab ist leer, die Zeugenschaft für die Auferstehung Jesu ist vielleicht noch besser als die von Jona.
Entweder ist das alles nur ein Gerücht – oder, ja oder was?
Von Jesu Seite ist alles getan
Ist es das auch von meiner Seite aus?
Will ich diesen Jesus, wie Er wirklich ist?
Wenn ich Ihn will, was bedeutet das?
Es bedeutet, dass ich akzeptiere, dass der Sohn Gottes nicht Mensch wurde, damit ich ein besseres Leben habe, damit ich einen Trost habe, damit ich einen Ort für meine Gebete habe.
Israel
Die Situation für uns heute ist anders als die damals für Israel.
Wer fragt nach dem Messias in Deutschland? Wer erwartet wirklich Seine Wiederkunft? Für wen ist Jesus mehr als eine seelisch-psychologische Figur für einen religiösen Platz im Menschen?
Israel hatte – und hat – eine Aufgabe von Gott.
Es soll Licht für die Völker sein.
An Israel sollte man Gott erkennen können, und zwar so, dass alle Welt zu Israel pilgert, so wie es die Königin des Südens getan hat, weil die Weisheit Salomos so groß war.
Der mühsame Weg Gottes mit Israel hatte nicht Israel selbst im Sinn, sondern die Herrlichkeit Gottes.
In der Welt soll Gott erkannt werden, an Menschen, die Ihm ganz zustimmen und Sein Reich offensichtlich lieben. So wie es für Bileam war, angesichts der Ordnungen Israels in der Wüste:
„Wie schön sind deine Zelte, Jakob,
deine Wohnungen, Israel.“
(4. Mo 24,5)
Überspitzte Formulierung
Im Bewusstsein einer gewissen Überspitzung sage ich:
Jesus Christus ist nicht für mich gestorben, für mein Heil und mein ewiges Leben.
Sondern für das, was dadurch in mir frei wird und so in die Welt tritt.
Für die offenbare Herrlichkeit an mir in den Augen der sichtbaren – und unsichtbaren Welt.
Vielleicht ist es auch weniger überspitzt, als es mir vorkommt, und ich bin nur durch viele übertriebene Tröstungen weichlich geworden.
Der Mensch wird nicht von Gott geliebt, weil er da ist. Einfach in seinem Sein.
Sondern weil er die Potenz zum Leben hat.
Und zwar ein Leben, wie es die Juden viel mehr verstehen: ein herrliches, verherrlichendes Leben. Eine fundamentale Entfaltung für die Schöpfung sein, einschließlich der unsichtbaren Welt.
Maria
An Maria sehe ich es:
Ein Mensch wird eingebunden in das gesamte Thema Inkarnation.
Und mit dem Johannes-Prolog im Sinn: in die Schöpfung selbst.
Und das ist nicht im mindesten billig.
Maria gibt ein freies Ja. Und Maria trägt dieses Ja bis unter das Kreuz. Bis zu dem, dass ihr der tote Sohn in die Arme gelegt wird.
Zu nicht weniger ist sie durch ihr Ja berufen.
Und das sucht Jesus auch an mir.
Er sucht am Feigenbaum die Frucht – findet Er sie nicht, wird der Feigenbaum verflucht.
Nicht weil Jesus sich ärgert, sondern weil ein Leben ohne Aufgabe, ohne Entfaltung, ohne Frucht nicht eigentlich ein Leben ist.
Die Würde des Menschen ist nicht sein Da-Sein. Sondern sein Lebendig-Sein in freiem, Gott verherrlichendem Akt.
Jesus will mich als ganze Person. Unter dem werde ich kein ewiger, voller Mensch unter anderen ewigen Menschen und beschäme so die Herrlichkeit meines Vaters.
Praxis
Noch ein Wort zur Praxis.
Wenn ich den Akt, den ich gerade tue, in voller Verantwortung vor Gott tue, wird Gott verherrlicht.
In meinem Fall spüre ich es in den Klientengesprächen.
Nicht meine Idee oder mein Wissen ist entscheidend.
Sondern meine ganze innere Hingabe an diesen Menschen in diesen Minuten.
Es gibt nichts zu „erledigen“, es gibt den vollen Vollzug der Sohnschaft hier und jetzt.