Die Autorität der Präsenz Gottes

Mo 23.03.2026 Billund, Dänemark

Joh 8:1-11 Jesus und die Ehebrecherin

Der Text

1 Jesus aber ging zum Ölberg.

2 Früh am Morgen aber kam Er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu Ihm, und Er setzte sich und lehrte sie.

3 Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellen sie in die Mitte

4 und sagen zu Ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden.

5 Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst Du?

6 Dies aber sagten sie, um Ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, Ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

7 Als sie aber fortfuhren, Ihn zu fragen, richtete Er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.

8 Und wieder bückte Er sich nieder und schrieb auf die Erde.

9 Als sie das hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Älteren, und Er blieb allein zurück und die Frau, die in der Mitte stand.

10 Jesus aber richtete sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt?

11 Sie aber sagte: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.

Vorbemerkung

Nicht umsonst steht der Satz von Ölberg am Anfang.

Am Abend geht Jesus in die Stille zum Ölberg. Und erst am Morgen kommt Er zurück in den Tempel. Praktisch ist das der Tempelplatz, den man heute noch betreten kann.

Gerade hier scheint mir die besondere Nähe zum Vater deutlich, dazu gleich noch mehr.

Lebensgefahr

Die Frau wird diesen Fehler eher nicht mehr tun.

Das Erleben von Lebensgefahr, gerade in dieser Weise, ist ein extremer Lehrmeister. Ich weiß es ein wenig aus der Erfahrung mit meinem Herzen.

Es ist traurig, dass es oft nötig ist, erst ernste Gefahr und Not erleben zu müssen, um bereit für ein Wort Jesu zu sein. Wie blind macht die Selbstliebe mich doch.

Die Ältesten zuerst

Das Eingestehen eigener Schuld ist schwer.

Und mein Unterbewusstsein „schützt“ mich davor, es mir einzugestehen. Es kann aber doch die Unruhe des Herzens nicht ganz unterdrücken.

Darum sucht es einen Anderen, an dem ich diese eigene Schuld auch entdecke, und klage ihn laut an. Mit der Lautheit meines pochenden Herzens.

Jede Lautheit, so beobachte ich es bisher, ist eine umgeleitete Anklage meines eigenen Herzens. Sie gilt mir, ich schreie sie aber weg von mir.

Wie ist es da möglich, dass in einer Gruppe von Männern, die alle dieses Problem haben, einer anfängt, den Stein aus der Hand zu legen und zu gehen. Also die eigene Schuld zu bezeugen?

Ich halte das für extrem selten. Und darum komme ich auf folgenden Gedanken.

Jesu schreibt in die Erde

Aber nicht mit einem Stock — sondern mit dem Finger.

Es erinnert mich daran, dass es vor Kurzem hieß: „Und wenn ich nun die Dämonen mit dem Finger Gottes austreibe?“.

Gott schreibt mit diesem Finger in die Steintafeln des Bundes.

Jesus in den Boden des Tempelplatzes.

Ungeheuere Präsenz Gottes.

Der griechische Text sagt, dass Jesus in den Boden geschrieben hat.

Zunächst sind es aber Steinplatten, ich stand genau auf diesen Platten.

Es gibt also einen geheimnisvollen Raum der Nähe zu Gottes Schreiben auf dem Sinai in Exodus 32, 15–16.

Eine Spannung der Präsenz Gottes und der verhüllten Sünde der Menschen.

Das Gesetz kommt ganz nahe, zugleich aber die Väterlichkeit des verborgenen Schreibens.

Eine Weile ist da dieser Raum des Stehens vor diesem Gott.

So wie es Thema der letzten Tage war.

Nicht allein das Wort bereitet den Raum, ebenso diese Gegenwärtigkeit von beidem, oder beiden: Heiligkeit und Unreinheit; Schöpfer und Geschöpf.

Beides

Ich bin immer in der Rolle dieser Ältesten. Mit meinem Herzen voll Offenbarungsangst.

Aber auch gerufen, als der, der in diese Präsenz Gottes eintritt, vor den anderen.

Aus der durchbeteten Stille auf den Heiligen Platz zu treten. Nicht zuerst mit einem Argument, sondern mit dem Glanz der Nacht auf meinem Antlitz.

Wie soll das Herz des anderen Menschen sonst Gott wahrnehmen.

Er sucht es an mir, wenn ich in Seinem Namen vor ihm stehe.

Sei es auf dem Markt in Buchholz. Oder an jedem Ort. Besonders herausfordert dort, wo man meint, mich zu kennen.

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