Wie ich Jesus „erhöhe“

Di 24.03.2026 Billund, Dänemark

Joh 8,21-30 Von oben und unten

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

21 Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet Mich suchen und in eurer Sünde sterben; wohin Ich gehe, könnt ihr nicht kommen.

22 Da sagten die Juden: Wird Er sich selbst töten, dass Er sagt: Wohin Ich gehe, könnt ihr nicht kommen?

23 Und Er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten, Ich bin von oben; ihr seid aus dieser Welt, Ich bin nicht aus dieser Welt.

24 Darum habe Ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass Ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.

25 Da sagten sie zu Ihm: Wer bist Du? Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was Ich auch zu euch rede.

26 Vieles habe Ich über euch zu reden und zu richten; aber der, der Mich gesandt hat, ist wahr, und Ich rede zur Welt das, was Ich von Ihm gehört habe.

27 Sie erkannten nicht, dass Er von dem Vater zu ihnen sprach.

28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin und dass Ich nichts von Mir selbst tue, sondern so rede, wie der Vater Mich gelehrt hat.

29 Und der, der Mich gesandt hat, ist mit Mir; Er hat Mich nicht allein gelassen, weil Ich allezeit das tue, was Ihm wohlgefällig ist.

30 Als Er dies redete, glaubten viele an Ihn.

Schwierigkeiten

Mir scheint es nicht möglich, diesen Text zu verstehen, ohne den ganzen Kontext von Kapitel acht hinzuzunehmen. Das tue ich und darum wird auch meine Betrachtung nur verständlich, wenn man den ganzen Text liest — oder einfach davon ausgeht, dass ich das getan habe.

Es geht insgesamt um eine stufenweise Offenbarung der Notwendigkeit des Kreuzes Jesu. Für jeden. Für jeden Juden und auch für jeden Gläubigen.

Denn auch die, die im Vers 30 noch an Ihn glauben, werden von Jesus als „von unten“ angesprochen. Auch sie sind Kinder des Vaters der Lügen.

Mir scheint, dieser Text ist den Reden des Paulus sehr nahe.

Jesu Erhöhung

Wenn Jesus von Seiner Erhöhung redet, dann spricht Er von Seinem Kreuz.

Es bezieht sich auf die Erhöhung der Feuerschlange aus Kupfer an einer Stange durch Mose in der Wüste. Wer gebissen wurde und zur Schlange am Kreuz aufsah, der wurde gerettet. Siehe 3. Mose 21,4-9; es ist auch die erste Lesung für den Tag heute.

Jesus sagt, wir werden Ihn erst erkennen, wenn wir Ihn erhöht haben.

Sagst Du damit, ich erkenne Dich erst, wenn ich Dich gekreuzigt habe?

Oh.

Denn die, zu denen Er gerade redet, die werden ihn auch nicht am Kreuz erkennen.

Und die, von denen gesagt wird, dass sie an Ihn glauben (v30), werden in Vers 59 Steine aufheben, um Ihn zu Tode zu steinigen.

Jesus nennt mich auch einen Sohn der Lüge, auch als Gläubigen.

Denn der Glaube allein ist zu allgemein.

Was glaube ich denn, wenn ich glaube?

Was mordet Jesus

Ja, es ist Mord.

Denn es sind niedere Motive.

Keine fahrlässige Tötung, weil ich irgendein Gebot nicht geschafft habe. Weil ich vielleicht ein wenig neidisch war oder bequem.

Sondern ich gehöre zu dem Geschlecht derer, die sich selbst lieben.

Die von sich und für sich leben wollen.

Dieses Geschlecht kann nicht und es will nicht lieben, wie Gott es ursprünglich für den Menschen vorgesehen hat.

Jedes Lebewesen lebt für sich. Allein der Mensch hat von Anfang an den Sinn, zu bebauen und zu bewahren. Den Sinn der Fürsorge und den Sinn, einen Überschuss für andere zu schaffen.

Und er hat den Sinn, auf Gott bis zum Abend zu warten, dass er Ihm ein Gegenüber sei.

Aber all das habe ich nicht gewollt.

Ich wollte sicher und geborgen leben. Und ich wollte einen Sinn in mir finden.

Damit aber habe ich Gott gekreuzigt.

Die Selbstliebe ist die Kreuzigung Gottes.

Und wie modern ist sie wieder, heute mehr als gestern. Auch in der Kirche.

Erkenne

Wer es nicht glaubt, der sieht Gott am Kreuz nicht.

Es ist nicht ein sowohl als auch. Selbstliebe und Nächstenliebe. Nein.

Es ist Selbstannahme und Nächstenliebe.

Jesus nimmt Seine Aufgabe insofern an, dass Er stirbt. Da ist keinerlei Platz für Selbstliebe.

Aber Er offenbart darin: Den anderen Menschen zu lieben und für ihn zu sterben ist das Wesen Gottes — und so auch das eigentliche Wesen des Menschen.

Der Mensch Gottes wird geboren, wenn er sich selbst stirbt. Nicht weniger.

Nicht als Prinzip, sondern als Antwort auf eben jenes für mich gestorben sein Jesu.

Ich nehme darin die Liebe Jesu an.

Sterbe ich mir selbst nicht, bleibe ich ein Sohn der Lüge.

Der Lügner sagt: Kümmere dich um dich selbst und dann kannst du dich auch um andere kümmern.

Jesus sagt: Nimm meine Liebe an, und folge Mir nach, wohin auch immer ich mit dir gehe.

Da ist ein diametral anderer Weg.

Lies das ganze achte Kapitel und sage mir, ob es so ist oder was du sonst daraus liest.

Ich lese genau das.

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