Do 26.03.2026 Billund, Dänemark
Joh 8:51-59 Das Wort Jesu ist Leben
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext
51 Amen, amen, Ich sage euch: Wenn jemand Mein Wort bewahrt, wird er den Tod in Ewigkeit nicht sehen.
52 Da sagten die Juden zu Ihm: Jetzt erkennen wir, dass Du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sagst: Wenn jemand Mein Wort bewahrt, wird er den Tod in Ewigkeit nicht kosten.
53 Bist Du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Für wen hältst Du Dich selbst?
54 Jesus antwortete: Wenn Ich Mich selbst verherrliche, ist Meine Herrlichkeit nichts; es ist Mein Vater, der Mich verherrlicht, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.
55 Und ihr habt Ihn nicht erkannt; Ich aber kenne Ihn. Und wenn Ich sagen würde, dass Ich Ihn nicht kenne, wäre Ich euch gleich, ein Lügner. Aber Ich kenne Ihn und bewahre Sein Wort.
56 Abraham, euer Vater, jubelte, dass er Meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.
57 Da sagten die Juden zu Ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
58 Jesus sprach zu ihnen: Amen, amen, Ich sage euch: Bevor Abraham wurde, bin Ich.
59 Da hoben sie Steine auf, um auf Ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.
Anschluss an Vorgestern
Dieser Text kann nur im Kontext des ganzen Kapitels gelesen werden. Ich verweise auf vorgestern: Wie ich Jesus „erhöhe“.
Dort endet das Evangelium mit Vers 30:
„Als Er dies redete, glaubten viele an Ihn.“
Heute endet es mit Vers 59:
„Da hoben sie Steine auf, um auf Ihn zu werfen.“
Offensichtlich gab es einen Punkt, an dem sie falsch abgebogen sind.
Das weiß ich aus der Rückschau von heute, als Bibelleser.
Aber hätte ich es damals gewusst?
Ich denke, ich hätte es nicht gewusst und wäre mit abgebogen.
Aber heute ist etwas anders:
Ich habe diesen Text und bin in Verantwortung, heute nicht erneut an solch einer Stelle zu verharren und den Weg Jesu nicht mitzugehen.
Das endet dann nämlich in einer gewissen Taubheit, vielleicht einem Zorn auf den Boten und vielleicht Steinen in der Hand.
Übrigens: Keine Steine zu nehmen und mich einfach einigeln kann noch schlimmer sein. Die falsche Tat ist besser im Licht erkennbar als das feige Verbergen des Herzens in der Nicht-Tat.
Woran erkenne ich das falsche Abbiegen?
Ein Aspekt ist die falsche Selbstsicherheit. Zu glauben, ich wäre ja Christ und damit im Grunde doch sicher. Das ist ähnlich wie zu sagen, ich bin ein Sohn Abrahams — was hier mit Recht gesagt wird.
Ja, Jesu Wort kommt zu mir, wie es zu den Juden, den Kindern Abrahams kam.
Aber mein rechter Glaube von gestern reicht nicht. Er kann mich sogar gerade in einer falschen Sicherheit wiegen.
Ein Lebendiger ist nicht deshalb lebendig, weil er gestern lebendig war.
Mein Heil von gestern rettet das heute nicht. Das Leben findet immer direkt in der neuen Frage Gottes an mich heute statt.
Einer meiner Söhne hat einen vorbildlichen Umgang mit Geld. Ich benannte meinen Respekt. Und er sagte nachdenklich in etwa: „Das ist kein Besitz, auch wenn es gestern gelungen ist. Ich muss es jeden Tag wieder neu erobern.“
Diskussion
Ich erkenne falsches Verharren auch an meinen Diskussionen mit Jesus.
Meinen Argumenten.
Im Blick auf das Evangelium wirken manche Argumente von außen geradezu lächerlich. Vermutlich wird es bei meinen Argumenten auch so sein.
Es sind Rechtfertigungen und Bestandswahrungen.
Es ist menschliche Weisheit gegen Worte Gottes.
Das ist kein Beweis, dass es falsch ist. Erwägungen können auch helfen.
Aber nicht auf immer der gleichen Ebene. Der Ebene des Selbstschutzes, der Selbstliebe, der Feigheit.
Sich selbst bewahren
Das Wort Selbstrettung wäre zu auffällig. Aber mich ein wenig zu schützen, klingt harmlos.
Aber soll das mein Leben vor Gott sein?
In der Etappe, bei den Marketender bleiben?
In der Sicherheit von gestern?
Das ist offenbar der Weg, Jesus immer neu zu „erhöhen“, wie ich Dienstag schrieb. Und vor kurzen habe ich gesehen und notiert: Jesus vergibt nicht alle Sünden! Nicht, wenn ich in der Sünde bleibe.
Nur dem, der aufbricht, werden die Fesseln der eigenen Schuld abgenommen, nicht dem, der im Lager bleibt.
Dabei muss der Aufbruch nicht perfekt sein, vielleicht sogar ist er noch ziemlich falsch. Aber nur im Gehen erfahre ich neue Korrektur — nicht in der Diskussion selbst.