Seht – der Mensch, seht – euer König

Fr 03.04.2026 Karfreitag 🕯️

Joh 18:1-40; 19:1-42 die Passion Jesu

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

18,1 Als Jesus dies gesagt hatte, ging Er mit Seinen Jüngern hinaus über den Bach Kidron, wo ein Garten war, in den Er und Seine Jünger hineingingen.

2 Judas aber, der Ihn überlieferte, kannte auch den Ort, weil Jesus sich oft dort mit Seinen Jüngern versammelte.

3 Judas nun nahm die Kohorte und Diener von den Hohenpriestern und Pharisäern und kommt dorthin mit Fackeln und Lampen und Waffen.

4 Jesus nun, der alles wusste, was über Ihn kommen sollte, trat hinaus und spricht zu ihnen: Wen sucht ihr?

5 Sie antworteten Ihm: Jesus, den Nazarener. Er spricht zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Ihn überlieferte, stand bei ihnen.

6 Als Er nun zu ihnen sagte: Ich bin es, wichen sie zurück und fielen zu Boden.

7 Da fragte Er sie wieder: Wen sucht ihr? Sie aber sagten: Jesus, den Nazarener.

8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass Ich es bin. Wenn ihr nun Mich sucht, so lasst diese gehen,

9 damit das Wort erfüllt werde, das Er gesagt hatte: Von denen, die Du Mir gegeben hast, habe Ich keinen verloren.

10 Simon Petrus nun, der ein Schwert hatte, zog es, schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Knechtes war Malchus.

11 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide. Den Kelch, den Mir der Vater gegeben hat, soll Ich ihn nicht trinken?

12 Die Kohorte nun und der Oberste und die Diener der Juden nahmen Jesus fest und banden Ihn

13 und führten Ihn zuerst zu Annas; denn er war Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war.

14 Kajaphas aber war es, der den Juden geraten hatte, dass es besser sei, ein Mensch sterbe für das Volk.

15 Simon Petrus aber folgte Jesus und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters.

16 Petrus aber stand draußen an der Tür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.

17 Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sagt: Ich bin es nicht.

18 Es standen aber die Knechte und die Diener da, die ein Kohlenfeuer gemacht hatten, weil es kalt war, und sie wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich.

19 Der Hohepriester nun befragte Jesus über Seine Jünger und über Seine Lehre.

20 Jesus antwortete ihm: Ich habe offen zur Welt gesprochen. Ich habe immer in Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe Ich nichts gesprochen.

21 Warum befragst du Mich? Befrage die, die gehört haben, was Ich zu ihnen gesprochen habe. Siehe, diese wissen, was Ich gesagt habe.

22 Als Er dies sagte, gab einer der Diener, der dabeistand, Jesus einen Schlag und sagte: So antwortest du dem Hohenpriester?

23 Jesus antwortete ihm: Habe Ich schlecht geredet, so bezeuge das Schlechte; wenn aber recht, warum schlägst du Mich?

24 Annas sandte Ihn gebunden zu Kajaphas, dem Hohenpriester.

25 Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Da sagten sie zu ihm: Bist nicht auch du einer von Seinen Jüngern? Er leugnete und sagte: Ich bin es nicht.

26 Einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sagt: Habe ich dich nicht im Garten bei Ihm gesehen?

27 Da leugnete Petrus wieder, und sogleich krähte ein Hahn.

28 Sie führen nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium. Es war früh am Morgen, und sie gingen selbst nicht in das Prätorium hinein, damit sie sich nicht verunreinigten, sondern das Passah essen könnten.

29 Pilatus nun ging zu ihnen hinaus und spricht: Welche Anklage bringt ihr gegen diesen Menschen vor?

30 Sie antworteten und sagten zu ihm: Wenn dieser nicht ein Übeltäter wäre, hätten wir Ihn dir nicht überliefert.

31 Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmt ihr Ihn und richtet Ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Uns ist es nicht erlaubt, jemanden zu töten,

32 damit das Wort Jesu erfüllt werde, das Er gesagt hatte, indem Er andeutete, welchen Tod Er sterben sollte.

33 Pilatus ging nun wieder hinein in das Prätorium und rief Jesus und sprach zu Ihm: Bist du der König der Juden?

34 Jesus antwortete: Sagst du dies von dir selbst, oder haben andere dir von Mir gesagt?

35 Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben Dich mir überliefert. Was hast Du getan?

36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht aus dieser Welt. Wenn Mein Reich aus dieser Welt wäre, hätten Meine Diener gekämpft, damit Ich nicht den Juden überliefert würde; jetzt aber ist Mein Reich nicht von hier.

37 Da sprach Pilatus zu Ihm: Also bist Du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, dass Ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass Ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört Meine Stimme.

38 Pilatus spricht zu Ihm: Was ist Wahrheit? Und als er dies gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an Ihm.

39 Es ist aber bei euch Gewohnheit, dass ich euch einen zum Passah freilasse. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freilasse?

40 Da schrien sie wieder und sagten: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Räuber.

19,1 Da nahm Pilatus nun Jesus und ließ Ihn geißeln.

2 Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie Ihm auf das Haupt und legten Ihm ein Purpurgewand um

3 und traten zu Ihm und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie gaben Ihm Schläge.

4 Pilatus ging wieder hinaus und spricht zu ihnen: Siehe, ich führe Ihn zu euch hinaus, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an Ihm finde.

5 Jesus nun ging hinaus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und er spricht zu ihnen: Siehe, der Mensch!

6 Als Ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sagten: Kreuzige, kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr Ihn und kreuzigt Ihn; denn ich finde keine Schuld an Ihm.

7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss Er sterben, weil Er sich selbst zum Sohn Gottes gemacht hat.

8 Als nun Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr

9 und ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesus: Woher bist Du? Jesus aber gab ihm keine Antwort.

10 Da spricht Pilatus zu Ihm: Redest Du nicht mit mir? Weißt Du nicht, dass ich Macht habe, Dich freizulassen, und Macht habe, Dich zu kreuzigen?

11 Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über Mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre. Darum hat der, der Mich dir überliefert hat, größere Sünde.

12 Daraufhin suchte Pilatus Ihn freizulassen. Die Juden aber schrien und sagten: Wenn du diesen freilässt, bist du kein Freund des Kaisers. Jeder, der sich zum König macht, widersetzt sich dem Kaiser.

13 Als nun Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl an den Ort, der Steinpflaster heißt, auf Hebräisch aber Gabbata.

14 Es war aber Rüsttag des Passah, etwa die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Siehe, euer König!

15 Sie aber schrien: Weg, weg! Kreuzige Ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser.

16 Da überlieferte er Ihn ihnen, damit Er gekreuzigt werde. Sie nahmen nun Jesus.

17 Und Er trug Sein Kreuz und ging hinaus zu dem Ort, der Schädelstätte heißt, auf Hebräisch Golgotha,

18 wo sie Ihn kreuzigten und mit Ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, Jesus aber in der Mitte.

19 Pilatus aber schrieb auch eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus der Nazarener, der König der Juden.

20 Diese Aufschrift lasen viele von den Juden, weil der Ort nahe bei der Stadt war; und es war geschrieben auf Hebräisch, Lateinisch und Griechisch.

21 Da sagten die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern dass jener gesagt hat: Ich bin König der Juden.

22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

23 Die Soldaten nun, als sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen Seine Kleider und machten vier Teile, jedem Soldaten einen Teil, und auch das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne Naht, von oben an durchgehend gewebt.

24 Da sagten sie zueinander: Lasst uns dieses nicht zerreißen, sondern darum losen, wem es gehören soll, damit die Schrift erfüllt werde: Sie haben Meine Kleider unter sich verteilt und über Mein Gewand das Los geworfen. Dies nun taten die Soldaten.

25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu Seine Mutter und die Schwester Seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.

26 Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den Er liebte, dabeistehen, spricht Er zu der Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!

27 Dann spricht Er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich.

28 Danach, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht Er, damit die Schrift erfüllt werde: Mich dürstet.

29 Ein Gefäß voll Essig stand da; sie aber legten einen Schwamm voll Essig um einen Ysopzweig und brachten ihn an Seinen Mund.

30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach Er: Es ist vollbracht! Und Er neigte das Haupt und übergab den Geist.

31 Die Juden nun, weil Rüsttag war, damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuz blieben, denn jener Sabbat war ein großer Tag, baten Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden.

32 Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und dem anderen, der mit Ihm gekreuzigt war;

33 als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass Er schon gestorben war, brachen sie Ihm die Beine nicht,

34 sondern einer der Soldaten stach mit einer Lanze in Seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.

35 Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und jener weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt.

36 Denn dies geschah, damit die Schrift erfüllt werde: Kein Bein von Ihm wird zerbrochen werden.

37 Und wieder eine andere Schrift sagt: Sie werden auf den schauen, den sie durchstochen haben.

38 Danach aber bat Joseph von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, aber heimlich aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leib Jesu abnehmen dürfe; und Pilatus erlaubte es. Er kam nun und nahm Seinen Leib ab.

39 Es kam aber auch Nikodemus, der zuerst bei Nacht zu Ihm gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.

40 Sie nahmen nun den Leib Jesu und banden ihn in Leinentücher mit den Gewürzen, wie es bei den Juden Sitte ist, zu bestatten.

41 Es war aber an dem Ort, wo Er gekreuzigt wurde, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war.

42 Dort nun legten sie Jesus hin wegen des Rüsttages der Juden, weil das Grab nahe war.

Nach diesem Text

ist jedes Wort eine Schwächung.

Wenn ich dennoch etwas notiere, nur in Treue zu dem, was ich als meinen eigenen Auftrag verstehe.

Ich bin es

Der Text ist voll von Aussagen dieser Art.

In Gethsemane zwei Mal.

Vor Pilatus das Zeugnis Jesu, ein König zu sein.

Pilatus Zeugnis, kein Jude zu sein.

Pilatus Zeugnis des Menschen und dann sein Zeugnis: „Seht – euer König!“. Erneut in den wesentlichen Sprachen der Welt am Kreuz: König der Juden.

Aber auch das verweigerte Zeugnis des Petrus: „Ich bin es nicht“, zweimal.

König der Wahrheit

Wahrheit ist אֱמֶת Ämet (vergl. Amen).

Wahrheit ist Zuverlässigkeit. Es ist das Durchtragen des So-Seins von Anfang bis Ende. Der, der jemand sein soll, auch ganz zu sein, von Anfang bis Ende.

Dem Namen gerecht werden.

Wahrheit ist keine Information, sondern ein Sein. Übereinstimmung mit sich selbst. Erkennbarkeit. Wahrheit fragt nach der Gestalt des Menschen: „Wer bist du?“

Wahrheit ist so Grundlage der tragenden Beziehung. Sie ermöglicht Beziehung und bewährt sich in Beziehung.

Reifen für einen Namen

Deren Leben eine Reifung zur ganzen Person Gottes geworden ist, die, die ablegen was schwammig und unklar ist und am Ende sagen können: „Du weißt, dass ich Dich liebe“, die werden einen neuen Namen bekommen.

Off 2,17

„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt:

Wer überwindet, dem werde Ich geben von dem verborgenen Manna, und Ich werde ihm einen weißen Stein geben, und auf dem Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt.“

Der Name, der von Urbeginn der Schöpfung für mich gedacht war – bewähre ich mich, ihn zu tragen?

Namen sind Prägungen, sind gewordene Wirklichkeit.

Wage ich es, loszulassen, abzulassen von dem, was meinem Namen nicht entspricht.
Der Weg durch die Wüste des Lebens hilft mir dabei. Die Prüfungen sind Gnade, sie sprengen den Dreck weg.

Halte nur ein wenig still und schaue auf den, dessen Name über alle Namen ist.

Der, der sagt:

„Ich bin es“.

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