Do 09.04.2026 Juist
Lk 24:35-48 Jesus begegnet den Jünger
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext
35 Und sie erzählten, was auf dem Weg geschehen war und wie Er von ihnen erkannt worden war beim Brechen des Brotes.
36 Während sie aber dies redeten, trat Er selbst in ihre Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch!
37 Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, einen Geist zu sehen.
38 Und Er sprach zu ihnen: Warum seid ihr bestürzt, und warum steigen Gedanken auf in eurem Herzen?
39 Seht Meine Hände und Meine Füße, dass Ich es selbst bin. Berührt Mich und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass Ich habe.
40 Und als Er dies gesagt hatte, zeigte Er ihnen die Hände und die Füße.
41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach Er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?
42 Sie aber gaben Ihm ein Stück gebratenen Fisch.
43 Und Er nahm es und aß vor ihnen.
44 Er sprach aber zu ihnen: Dies sind Meine Worte, die Ich zu euch gesprochen habe, als Ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Moses und in den Propheten und Psalmen über Mich geschrieben steht.
45 Da öffnete Er ihnen den Sinn, damit sie die Schriften verstehen,
46 und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, dass der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen sollte aus den Toten,
47 und dass in Seinem Namen Umkehr zur Vergebung der Sünden gepredigt werden soll allen Nationen, beginnend von Jerusalem.
48 Ihr seid Zeugen hiervon.
Wirklich
Es gibt viele Berichte, die von einem Erscheinen oder gar Wirken von Menschen reden, die gerade verstorben sind. Die Orthodoxie spricht von gerade diesen 40 Tagen nach dem Sterben, in denen die Seele des Verstorbenen nahe ist.
Die Seele — nicht der Leib.
Hier aber spricht Jesus mit Macht vom Leib. Anhand von drei Zeugnissen: Seinen Wundmalen, indem sie ihn anfassen sollen — und dann dem Essen von gebratenem Fisch.
Wenn es nicht in der Bibel stände, wenn die Kirche es nicht bezeugen würde — wie könnten wir es glauben?
Gegenwärtigkeit im Leib
Wir warten nicht länger auf ein besseres Leben im Himmel.
Ohne den teils beschwerlichen Leib.
Sondern die Herrlichkeit des Himmels ist unserer Leiblichkeit viel näher, als es scheint und als viele denken. Und ich fasse es nur in kleinen Schritten, mit vielen Wiederholungen.
Der Himmel ist weniger anders als oft gedacht, denn ich habe auch dort einen Leib.
Jesus ist leiblich auferstanden — und erst so ist die Inkarnation vollständig.
Zu weniger ist Er nicht auf die Erde gekommen.
Du bestätigst Deiner Hände Werk: die Welt mit allem Fleisch.
Weiblichkeit
Wie an anderer Stelle beschrieben, ist der Frau die Leiblichkeit natürlicher als mir, dem Mann.
Vielleicht auch daher, dass die Frau zwar mit dem Mann in Adam geschaffen wurde, aber zugleich aus dem Mann. Das heißt, sie ist auch innergeschöpflich. Vollzug der Schöpfung.
Ich hatte unterschieden zwischen dem Gegebenen und dem damit Gewordenen. Ein Haus ist gegeben für einen Vollzug von Leben in ihm.
Der Mann ohne Frau ist zu wenig Vollzug, zu wenig Inhalt.
In der Bildung der Frau aus dem Gegebenen durch Gott offenbart die Frau als die Würde der Schöpfung selbst.
Frauen in ihrem Wesen erkennen den Auferstandenen eher als Männer.
Darum gehören Mann und Frau zusammen.
Die Würde des Mannes und die Würde der Frau liegen besonders in ihrer unterschiedlichen Bestimmung.
Keine Relativierung des Geistlichen
Die für mich nun immer größere Bedeutung des Leibes steht nicht in Konkurrenz zum Geistlichen. Sondern sie ist Inkarnation. Der Sinn des Menschen ist der Geist in und mit dem Körper — also der Leib.
Beispiele
Hier auf der Insel gibt es jeden Abend um 18:00 Uhr eine heilige Messe. Als ich zurück zum Hotel kam, hatte meine Frau schon Brot für den Abend bereitet.
Ich sehe uns beide als einen Menschen an, Mann und Frau. In diesem Zusammen-gesehen-Werden hat sie das leiblich vollzogen, was ich geistig hatte. Liebend gemeinsames Essen bereiten ist die Verleiblichung der Liebe, die aus der Eucharistie kommt.
Überhaupt sehe ich mehr und mehr ihre Weise, Heiligkeit zu vollziehen.
So hat sie erneut empfindliche Pflanzen in einem Karton mit auf die Reise genommen, auch extra getragen z. B. auf der Fähre.
Es ist Vollzug des heiligen Menschseins, die Schöpfung mit solcher mühenden Liebe zu bebauen und zu bewahren.