Wandlung der Welt

Mo 31.07.2023

Mt 13:31-35 Gleichnis vom Senfstrauch und vom Sauerteig.

Der Sauerteig macht sich keine Sorgen, ob das Mehl ihn „entsäuert“. Also ob die Welt mich verweltlicht. Wie muss ich sein, dass die Berührung mit mir nicht mich in Welt verwandelt, sondern Welt in Reich Gottes?

Der Sauerteig wirkt durch direkte Berührung. Dazu ist die Vermengung nötig. Man legt nicht ein Stück Sauerteig auf den Teig in Sorge, der Teig könnte ihn verderben und man müsse ihn deshalb zusammenhalten. Sondern der Sauerteig „lebt“. Das heißt, er wächst am anderen. Sein Leben drückt sich gerade in seinem durchsäuern aus. Der Vollzug des Christseins ist gerade die Begegnung mit der Welt und damit die Frucht der Wandlung der Welt.

Ich sprach an anderer Stelle von dem Fest der Heimat und von der Leiter. Und dies bleibt so gültig. Ich denke an den Slogan des Abendblattes: „Die Heimat im Herzen, die Welt umspannen.“

Viele sorgen sich um den Untergang des Christentums. So als hätten wir ein Produkt, das nicht mehr recht marktgängig ist, wir aber, aus nostalgischer Liebe zu dem Alten, verzweifelt an etwas Sterbenden festhalten.

Aber zeigt der religiöse Eifer vieler Ideologen (Klima, Impfen, LGBT,…) nicht gerade eine religiöse Sehnsucht der Menschen?

Teig, der nicht vom Sauerteig verwandelt wird, verschimmelt schnell.

Das Wesen des Menschen ist von Gott geschaffen und mit Ihm verwandt. Also bringe ich nichts Fremdes, sondern das Eigentliche.

Wie „rieche und schmecke“ ich?

Bewirke ich dieses durchsäuern wirklich? Bin ich denn ganz „sauer“ (im Sinne des Sauerteiges)?

Spüren die Menschen „Heimat“, wenn sie zu mir kommen?

Hm.

„Sauer“ ist hier das Wort aus dem Gleichnis für Gott-ähnlich. Also Bote und Typus der eigentlichen Heimat und der eigentlichen Sehnsucht jedes Menschen.

Wenn der Kontakt mit mir bei Menschen nicht den Geschmack der Heimat hervorruft – dann brauche ich selbst mehr Kontakt mit der Heimaterde.

Auch Martin Buber beschreibt in „Der Weg des Menschen“ auch zuerst diese Vorbereitung. Ich könnte besser sagen „Zubereitung“ (des Sauerteiges 😉 ).

(Lese ich gerade).

Der physische Ort

Ich nehme die Andacht von gestern und denke an den Punkt der Frucht. Der Frucht, die sich auch in Gestaltung, Ordnung, Schönheit, Kunst usw. zeigt.

In der Gegenwärtigkeit Jesu in mir will ich meinen Ort „durchsäuern“, also mit dem Schöpfergott in Verbindung bringen. Das sind die ganz einfachen, praktischen Dinge wie Staub wischen (Möbel „streicheln“), Schlichtheit schaffen (Zurückschneiden ist bekanntlich die wichtigste Arbeit des Gärtners), ganz, gleich und gern tun, was mir zu tun zugerufen wird.

Ich gehe davon aus, dass allezeit himmlische Wesen in meiner Nähe sind. Und ich stelle mir vor, sie fühlen sich bei mir wohler, wenn ich meine Wohnung „Heimatlicher“ gestallte. Sowohl die physische Wohnung, als auch mein täglicher Umgang mit den Dingen und den Menschen in meiner Nähe.

Vielleicht nimmt mein Wesen so den herrlichen Duft des Himmels an, dass andere mich fragen, woher dieser liebliche Geruch stammt – es riecht irgendwie nach Heimat.

2 Kommentare zu „Wandlung der Welt

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