Geschichtlichkeit Jesu, Israel

So 03.12.2023 1. Advent 🕯

Mk 13:24-37 (oder 33-37) Jesu Wiederkunft

Die Ängste vor dem leiblich Realen im Geistigen.

„24 In jenen Tagen, nach jener Drangsal,

wird die Sonne verfinstert werden

und der Mond wird nicht mehr scheinen;

die Sterne werden vom Himmel fallen

und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird man den Menschensohn

in Wolken kommen sehen,

mit großer Kraft und Herrlichkeit.

Und er wird die Engel aussenden

und die von ihm Auserwählten

aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,

vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.“

Wer glaubt denn das?

Glaube ich an die Geschichtlichkeit? Über das Symbolhafte hinaus?

Es scheint einfacher, alles geistig zu deuten.

Und wie oft tue ich das beim lesen der Alten Testamentes.

Dass Jesus konkret, vielleicht zu meinen Lebzeiten, in die Geschichte eintritt, scheint irgendwie märchenhaft fremd.

Ängste

Und ich spüre Ängste bei diesem Thema:

  • Vor Enttäuschung.
    Würde nicht eine reale Erwartung fast mit Sicherheit ein Leben der Enttäuschung sein? Und ein Leben, das nicht im Hier und Jetzt ist. Das reale Dinge merkwürdig anders bewerten würden. Dass ich mich ausserhalb der „vernünftigen“ Gesellschaft positionieren würde.
  • Vor dem Endgültigen
    Käme Jesus so real, z. B. am 10.12.2023 (dem 2. Advent), wäre dies unfassbar endgültig. Alle Potenz, alle Möglichkeit wäre zu Ende.
    Für mich – aber mehr noch für meine Kinder und Enkel.
    Mein „Glaubensstand“ würde eingefroren (in dem Sinne: Was jetzt da ist, ist alles, was ich habe). Ich kann nichts mehr bereuen oder besser machen.

Kann ich mich irgendwie diesem Unheimlichen nähern?

Mein realer Tod

Mein realer Tod hat für mich auch diese Endgültigkeit. Und so zu leben, dass ich jederzeit gern sterben kann, ist schon die eine Hälfte der Christuserwartung.

Denn das Laue, Bequeme, Vorläufige aufzugeben, ist die eine Hälfte. Ein Teil der Botschaft des Advent (im Sinne der Naherwartung Jesu).

Israel

„L’Shana Haba’ah B’Yerushalayim“ (Nächstes Jahr in Jerusalem).

Ich lese, dass dies am Ende der Pessach-Seder-Feier und am Ende des Jom-Kippur-Gottesdienstes gesagt wurde.

Wie unfassbar unrealistisch das auch war – es ist heute konkret der Fall. Nach etwa 1700 Jahren hat es begonnen.

Ein konkreter Ort auf der Erde.

Habe ich dieses starke Gefühl der Sehnsucht nach Jerusalem, was die Juden über Jahrhunderte, Jahrtausende gepflegt haben? Nach der physischen Wiederkunft Jesu?

Oder gibt es da etwas in mir, dass dies lieber noch verschieben möchte, oder vergeistigen möchte?

Ich glaube, dass das konkrete Israel heute so etwas ist wie Johannes der Täufer. Ein sicheres, konkretes Zeichen für:

  • Die sehr nahe Wiederkunft Jesu
  • Die Ernsthaftigkeit der Botschaft, dass es in der realen Welt stattfindet.

Himmel und Erde

Gott verbindet im Menschen und in Christus den Himmel mit der konkreten Erde.

Die Erde: „Erez“, genauer Perez (oder Peretz) פֶּרֶץ, ist der Boden, das Land – und die Heimat.

Die Erde, aus der der Mensch (Adam) genommen wurde.

Der Mensch ist wirklich Erde und Atem Gottes zugleich.

Die Juden begraben Autos, in denen am schwarzen Sabbat Menschen verbrannt wurden. (Sie wurden verbrannt – ja. Zu sagen, sie sind verbrannt, ist zu wenig).

Sie tun das, weil sie die Überreste nicht richtig trennen können.

Unfassbare Leiblichkeit.

Wir dagegen verbrennen Verstorbene freiwillig und streuen die Asche in den Wind.

Ein Schlag ins Gesicht Gottes.

Ein Zeichen der Gerichtsreife.

Erez Israel

Ich erinnere mich sehr, als ich das erste Mal im Flugzeug nach Israel saß.

Ich spürte ein Zittern in der Erwartung dies Land zu berühren, zu betreten.

Gern hätte ich den Boden geküsst, wie es Johannes Paul tat – aber ich war zu feige.

Es ist heiliges Land.

Nirgends habe ich mich je mehr zu Hause gefühlt als dort.

Komm, Herr Jesus.

Ein Kommentar zu „Geschichtlichkeit Jesu, Israel

  1. Danke für deine Gedanken
    Sie werfen gleich ein paar Fragen auf, die auch immer wieder Thema in meinem Umfeld sind.
    Kremation – warum nicht?
    Wiederkunft Christi – ich wuchs mit der Predigt auf, dass Jesus spätestens in ein paar Jahren wiederkommt. Also nix mit noch erwachsen werden und Familie gründen auf Erden
    Mittlerweile bin ich 61 und kein Jesus in Sicht. Meine Mutter glaubt immer noch, dass sie nicht sterben muss, weil Jesus jetzt dann gleich kommt. Sie ist bald 90ig. Er müsste also langsam über eine Rückkehr nachdenken!
    Und diese Angst, die damals damit verbunden war. Das Ende der Gnade! Fertig Schluss!
    Wirklich?
    Erwarten wir nicht noch diesen grossen Versöhnungstag? Mit wem den?
    meine Geschichte, deine Geschichte…eines jeden Menschen Geschichte? Darf sie auch ausserhalb der Erde weitergehen?

    Erez Israel – viele Menschen spüren dort Heimat. Andere allerdings gar nicht. Auch viele Christen nicht. Ich gehöre zu denen, die wie du den Boden küssen würden. Das nächste mal machen wir das!
    Ich sehen mich gerade jetzt, in diesem Land zu sein um zu helfen und zu trösten.
    komm gut in die neue Woche
    Liebe Grüsse Brig

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