Schwangerschaft

Do 21.12.2023 Sonnenwende

Lk 1:39-45 Maria besucht Elisabeth

“‭‭Und‭ sie war‭‭ schwanger‭‭ und schrie‭‭ in Kindesnöten‭‭ und‭ hatte große Qual‭‭ zur Geburt‭‭.‭”

Offb. 12:2

Gestern hieß es „Im sechsten Monat war der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa“.

Im sechsten Monat.

So, als wenn der Beginn der Schwangerschaft von Elisabeth eine neue Zeitrechnung wäre.

Warum ist dieser zeitliche Zusammenhang so wichtig?

Und Gabriel sagt es Maria und weist zudem auf ihr hohes Alter hin und auf den sechsten Monat der Schwangerschaft.

Dazwischen: „… von der man sagt, dass sie unfruchtbar ist“. Das ist mehr als ein Beweis für Gottes Wunderkraft. Denn späte Schwangerschaften sind nichts im Vergleich zur Heiligen Schwangerschaft von Maria ohne Mann.

Nun aber: Maria eilt sofort zu Elisabeth.

Noch bevor sie Josef etwas sagt.

Mit Eile, mit Eifer.

σπουδή‭ spoudé ‭Eile, Eifer‭.

Die Kirche ist alle Zeit sehr langsam. Sie hat ja die Ewigkeit, so sagt man.

Maria aber eilt. Sie ist mit Eifer dabei zu verstehen, was es heißt, wenn der Engel Gottes mit ihr redet.

Ob es rabbinische Tradition war, dass die Mutter des neuen Bundes die Mutter des „Größten des alten Bundes“ besuchen soll, ist mir nicht bekannt.

Aber wenn der Engel spricht, ist alles gesagt.

Auch sonst ist es ohne den Geist Gottes, ohne unmittelbare, lebendige Ansprache kaum (oder garnicht) möglich, Jesus zu erkennen.

Wie sehr hat Er doch befremdlich gehandelt und mir scheint, es war nahezu unmöglich, Ihn als den Messias zu erkennen.

Zeichen

Wenn der Feigenbaum beginnt auszuschlagen (Mk 13:28) erkennen wir den nahenden Sommer. So sagt es der Herr im Blick auf etwas Neues in der geistlichen Geschichte, in der Geschichte des Reiches Gottes.

Wie viel mehr, wenn eine Frau schwanger ist!

Es ist sozusagen „das Zeichen“ überhaupt, dass jetzt etwas Neues kommt. Ja, dass Jemand Neues in die Welt kommt.

Und die Zeichen erkennen einander. Elisabeth erkennt durch den ungeborenen Johannes den Messias in Maria.

Ich wage zu sagen: So sicher wie die Schwangerschaft einer Frau, wie die Schwangerschaft dieser beiden Frauen die Geburt einer neuen Zeit anzeigen, so sicher zeigt die Wiedergeburt des Staates Israel das Kommen des Messias, oder zumindest die vorlaufenden Ereignisse davon an.

Es ist gut, sich mit prophetischen Aussagen sehr zurückzuhalten. Vor allem ich, der ich kein Prophet bin.

Außer in diesem Punkt.

Die Schwangerschaft der Welt mit Israel zeigt eine Geburt an.

Und die Wehen dieser Schwangerschaft zeigen die Nähe an.

Ob dies schon „die“ Wehen sind, weiß ich nicht.

Aber dass es Zeit ist, ins Gebirge zu eilen, ins Bergland von Judäa, das scheint mir klar.

Die Begegnung der Kirche mit dem schwangeren Israel ist der Ort, wo Johannes im Leib hüpft.

Drei Monate ist Maria dort – eine lange Zeit.

Ich vermute, bis zur Entbindung.

Sie verliert dabei ihr eigenes Kind nicht.

Ich sage, so wie Israel Zeuge des Alten Bundes war und ist, so sollen wir Zeuge des neuen Bundes für Israel sein, dem älteren Bruder – bis es gebiert.

Alles wird anders

Ein Baby, besonders das erste Baby in einer Familie, verändert das Leben von Grund auf. Annähernd alles dreht sich nun darum. Prioritäten sind radikal anders.

Mir scheint, die meisten Christen (ich auch) leben in anhaltender Schwangerschaft mit Jesus Christus in ihrem Leben.

Maria eilt als schwangere Frau sofort die Berge hinauf.

Dort, dort wird sie jemanden finden, der dieses ganz Neue, dieses „Gott mit uns“, ja Gott in uns, kennt und versteht.

Kein Weg, keine Mühe ist zu weit.

Glaube sucht den Glaubenden – da ist kein Grund ein Hindernis.

Wir Christen räumen unser Land und es wird von anderen Mächten eingenommen. Es sind schlimmere Mächte als je zuvor – aber an uns ist es, mit Christus zu sein. Denn in Ihm ist das Heil.

Eins ist sicher: Schwangerschaft bleibt nicht Verheißung. Sie mündet in etwas ganz Neuem.

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