Frucht

Mi 23.07.2025

Joh 15:1-8 Der wahre Weinstock

Der Text

1 Ich bin der wahre Weinstock, und Mein Vater ist der Weingärtner.

2 Jede Rebe an Mir, die keine Frucht bringt, nimmt Er weg; und jede, die Frucht bringt, reinigt Er, damit sie mehr Frucht bringt.

3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das Ich zu euch gesprochen habe.

4 Bleibt in Mir, und Ich bleibe in euch. Wie die Rebe nicht von sich aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in Mir bleibt und Ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von Mir könnt ihr nichts tun.

6 Wenn jemand nicht in Mir bleibt, wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7 Wenn ihr in Mir bleibt und Meine Worte in euch bleiben, so bittet, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.

8 Darin wird Mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und Meine Jünger werdet.

Anders als ich

Ich bekomme kaum Rückmeldungen, gestern gab es nun zwei. Und beide haben auf mich den Eindruck gemacht, dass sie mich dämpfen wollen. Warum das alles auch mit weniger geht – so habe ich es gehört.

Zunächst habe ich Schmerz empfunden, Traurigkeit, Mutlosigkeit.

Wenn Du willst, dass ich dies hier tue – warum erwirke ich damit das Gegenteil von dem, was mein Herz wünscht.

Möglicherweise sind die meisten Menschen doch so anders als ich, dass ich sie gar nicht erreiche? Soll ich mich damit abfinden – damit meine Seele Ruhe findet?

Bringe ich keine wesentliche Frucht? Bin ich nicht gesund mit dem Weinstock verbunden?

Sollte ich gar abgeschnitten werden – wie es der Text heute sagt?

Warum nicht

Eine Rebe, die keine Frucht bringt, was soll sie noch? Sie wird abgeschnitten. Nicht aus Feindschaft gegen die Rebe – sondern weil es um den Weinstock geht. Er soll wachsen – da ist eine krüppelige Rebe ein Schaden und ein Risiko.

Genau wie am Ende des Lebens, ist es ein guter Gedanke, nun Platz zu machen für das jetzt Lebendige, das eigentlich die Kraft, den Platz und die Ressourcen braucht.

Leben

Leben will wachsen. Will Frucht bringen. Will Frucht sehen.

Das will ich auch – sonst nenne ich es nicht leben.

Und das will ich auch für meine Freunde und für die Leser dieser Texte.

Leben will ich für sie – nicht weniger.

Und ich spüre meine Ohnmacht.

Macht sie mich schwächer – oder gar stärker?

Weckt sie vielleicht eine tiefere Ebene der Sehnsucht als zuvor?

Ich habe keine Idee und finde keinen Weg, die Liebe der Menschen zu Dir, Herr Jesus, tiefer zu wecken, zu fördern, zu entflammen.

Aber: ich werde darum nicht still – ich schreie zu Dir.

Wozu hast Du mich die Verstopfung aller Herzkranzgefäße überleben lassen, wenn ich bis zur nächsten Begegnung mit dem Tod keine Frucht bringe?

Alles, was ich jetzt für die Gesundheit tue ist lächerlich, wenn es nur um Gesundheit geht. Nur um die Bedingung. Dafür will ich es nicht.

Es wäre mir lieber, nicht zu sein, als fruchtlos zu sein.

Alles andere ist trockenes Papiergeld angesichts einer Feuersbrunst.

Ich spüre mit Schrecken, wie wertlos es ist und doch nach Aufmerksamkeit schreit.

Du bekommst kein leise Bitte von mir, Vater.

Sondern ich schreie zu Dir – ich will, dass diese leben!

2 Kommentare zu „Frucht

  1. Herzlichen Dank für diesen Beitrag!
    Während unseres Morgengebets schaute ich erneut auf das Wandbild aus Holz auf dem die drei Worte stehen: Jesus ist Sieger – sie haben mein Herz in dem Moment mit Frieden erfüllt, auch wenn sich äußerlich anscheinend erstmal nichts verändert hat.
    Ganz herzliche Grüße aus Tastungen.
    Jonathan

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  2. Wenn ich so nachdenke, welch grosse Auswirkung mein Mann auf mein und unsere Leben hat, seit er gestorben ist, dann möchte ich fast sagen, dass wir die Frucht vor allem hinterlassen. Glaube soll ja kein Druck sein, sondern ein Vertrauen darauf, dass alles gut kommt. Wir können in einem Leben eh nicht alles lösen oder bewerkstelligen. Man darf ja auch mal unter dem Baum liegen und Früchte essen gell. 😀 in diesem Sinne -sei frohen Mutes!

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