Urlaub

So 30.08.2026 Wietzendorf, Südesee-Camp

Mt 16:21-27 – Von Jesu Leiden und Nachfolge

(Evangelium des Tages)

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

21 Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und vieles erleiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse.

22 Und Petrus nahm ihn beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, indem er sagte: „Gott bewahre dich, Herr! Das soll dir keinesfalls geschehen!“

23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: „Geh hinter mich, Satan! Ein Ärgernis bist du mir; denn du denkst nicht, was Gottes ist, sondern was der Menschen ist.“

24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn jemand hinter mir herkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.

25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

26 Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben einbüßt? Oder was wird ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben?

27 Denn der Menschensohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er jedem vergelten nach seinem Tun.“

Südsee-Camp

Zu meinem 70. Geburtstag haben mir die Kinder ein gemeinsames Wochenende geschenkt. Mit uns sind es fünf Familien mit insgesamt 23 Personen. 21 von ihnen kamen für ein Wochenende gemeinsam in diesem Camp hier zusammen.

Ich sehe es als Gnade und Wunder an, all die Termine und Interessen auf solch einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Großartig. Danke.

Durch unsere Kinder erleben wir die reale Welt sehr nah. Hier also auch noch mal die aktuelle Urlaubsindustrie.

Ich spüre seit Langem eine innere Teilnahmslosigkeit bei dem Thema Urlaub. Zwar kann ich Urlaub annehmen – ich habe aber kein Verlangen danach. Eher im Gegenteil.

Und mir scheint, Urlaub wie ein fremder Gott, mit dem ich möglichst wenig zu tun haben will.

Das verlebte Leben

Ich erlebe Menschen, die froh sind, von einer schweren Krankheit genesen zu sein – und dann aber ein Leben weiterleben, in dem es kaum einen Unterschied gibt bis zu dem Tag einer anderen Krankheit. Es gibt keine erkennbare Reifung und kaum Frucht. Vielleicht sogar eine zunehmende Erwartung an das Leben.

Ein Leben, das um sich selbst kreist und sich selbst zum Inhalt und Ziel hat.

Ist dies ein Leben, das unserer Würde als Mensch entspricht?

Ein Leben, für das jemand anderes alles geben sollte, bis hin zu Leid und Tod?

Und ich selbst:

Was hat die Welt davon, dass ich diesen Tag noch lebe?

Was hat Gott davon?

Werke

Sind Werke die Lösung? Taten, die über mein Leben und mich hinausgehen?

Spuren, die ich in der Welt hinterlasse?

Ich spüre, es sind Potemkinsche Dörfer. Attrappen, die meine Sehnsucht nur nach außen hin trösten können. Es sind Erweiterungen meiner Selbst, die doch nur wieder mich meinen.

Werke mögen dazu gehören, sie sind aber weder Inhalt einer Antwort auf meine Frage, noch geben sie den Frieden, den mein Herz sucht.

Was dann?

Das Herz meines Lebens findet keine Antwort in sich selbst.

Sondern es braucht eine Anfrage, einen existenziellen Auftrag von außen. Von Dir her, Vater.

Ein Ruf, vielleicht aufgeteilt in einzelne Rufe für eine Etappe.

Aber etwas, das ich zwar dann auch in mir finde, aber nicht ohne die Befruchtung durch Dich wecken kann.

Am ehesten noch vergleichbar mit dem, was einer Frau geschieht, wenn in ihr neues Leben entsteht.

Aber für diese Berufung muss ich bereit sein.

Bereit mit allem, was ich bin und habe.

Meine schon genannte Frage:

Was würde ich von Gott hören, wenn Er erkennen könnte, dass Er mir wahrhaft sagen kann, was von Ihm her für mich sein soll?

Denn wenn selbst Petrus sagt: „Das widerfahre Dir nur nicht“, wie sehr lauert der Vorbehalt, ja die Angst, vor dem je ganz anderen auch in mir?

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