Heuchelei

Fr. 16.10.2026 🇮🇱 Siedlung nahe Susiya

Lukas 12:1-7 – Warnung vor Heuchelei

(Evangelium des Tages)

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

1 Während sich unterdessen die Volksmenge zu Zehntausenden versammelt hatte, sodass sie einander niedertraten, begann Er zuerst zu Seinen Jüngern zu sprechen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, der Heuchelei ist. 2 Nichts aber ist verhüllt, das nicht enthüllt werden wird, und verborgen, das nicht bekannt werden wird. 3 Deshalb wird alles, was ihr in der Finsternis gesagt habt, im Licht gehört werden, und was ihr in den Vorratskammern ins Ohr gesprochen habt, wird auf den Dächern verkündet werden. 4 Ich sage aber euch, Meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts Weiteres tun können. 5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Vollmacht hat, in die Gehenna zu werfen. Ja, Ich sage euch: Diesen fürchtet! 6 Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Assarien verkauft? Und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen. 7 Aber selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.

Altes und Neues

Ich erinnere zunächst an Dinge, die ich schon geschrieben habe, um dann darauf aufzubauen.

Nicht zu heucheln ist das, was ich unter Ockhams Rasiermesser geschrieben habe. Das klare, unverstellte Angesicht. Das Angesicht, das von anderen gesehen werden kann und zeigt, was es bezeugt – mich.

Wie komme ich dahin?

Der Weg hat zu tun mit Schweigen, mit Mut.

Woher kommt mir der Mut?

Aus der Annahme Deiner Liebe, Vater.

Aber ich kann sie nur dauerhaft annehmen, wenn ich die Bedeutung meines Lebens vollziehe, das, wozu ich berufen bin.

Dieser Auftrag ist keine Leistung – sonst kommt es wieder zu den Machtmitteln der Heuchelei –, sondern er findet im Shalom, im Frieden statt.

Die Qualität dieses Auftrags ist wiederum abhängig von meiner Liebe zu Gott. Eine kleine Liebe entfaltet einen kleineren Auftrag.

Soweit dies als Erinnerung.

Eine große Liebe

Gestern waren wir in Hebron. Dort hat mich besonders die Geschichte des Beit Hadassah berührt. Für die reinen Fakten hier eine kurze Geschichte des Hauses:https://grapes-spend-u25.craft.me/9E00n4ufKHAUrN

Gegründet wurde das Haus in Hebron 1893 als „Haus der Barmherzigkeit Abrahams“. Hauptaufgabe war die kostenlose Versorgung Kranker – aller Kranker, Araber und Juden. Zudem war er der Ort der Entbindung Schwangerer. Die Kinder von Hebron wurden dort geboren.

Als 1929 Pogrome in Palästina ausbrachen, warnten Mitglieder der jüdischen Hagana die Bewohner und riefen sie zur Flucht.

Aber die Beziehung zu Hebron, ihr „Auftrag“, ihr Lebensinhalt war größer als die Angst. Sie blieben und vertrauten auf die Wirkung ihres Tuns.

Aber das zumeist von außen eindringende Böse war mächtig. In dem dann folgenden Pogrom starben 69 Juden, Männer, Frauen und Kinder. Viel mehr wurden verletzt. Das jüdische Leben in Hebron erlosch nach Jahrtausenden ununterbrochener Präsenz.

Licht der Völker

Gestern Abend sprach die Wirtin, die für uns Essen zubereitet hatte, ein wenig zu uns. Sie ist eine orthodoxe Frau. In ihrer Geschichte kam vor, was ich schon wusste: Sie war sich sehr ihrer Verantwortung bewusst, als Teil des Volkes Israel das Licht Gottes unter den Völkern zu sein. Als Dienst – nicht als Mission!

Der Weg vor allem der Frauen von Hadassah ist nicht gescheitert.

Sondern es leuchtet direkt in mein Herz.

Heute, fast 100 Jahre nach dem Opfer ihrer Liebe.

Nachsatz

Damit es nicht verloren geht, noch ein Nachsatz.

In Hebron hat uns Matan Peleg geführt.

Am Ende sagte er sinngemäß:

„Einen bösen Menschen erkennt man daran, dass er auf Kritik mit Rechtfertigung und Gegenkritik reagiert.

Und einen guten daran, dass er auf Kritik zunächst mit dem Hinterfragen des eigenen Verhaltens reagiert.“

Ich entdecke hier sehr viel davon. Nicht immer und nicht nur – aber oft so sehr, dass ein Schaden für Israel selbst entsteht.

Kommentar verfassen