Wie ist es im Himmel?

Fr 07.07.2023

Mt 9:9-13 Berufung des Matthäus

Einleitung

Wem folge ich? Für wen kann ich meine Welt verlassen? Zu welcher Welt hin?

Matthäus sitzt am Zollhaus – in seiner Welt.

Die Pharisäer schlagen ihre Welt als Alternative vor. Eine Welt des religiösen Lebenswandels. Das holt Matthäus nicht ab.

Aber was an Jesus hat ihn denn aus dem Zollhaus geholt? Was ist das anziehende, das attraktive? Welche Welt ist die Welt Jesu?

Nicht wiederum eine Welt, sondern Augen der Zuwendung, des gerne Tragens, was ich tragen müßte. Bereitschaft in mein Joch einzutreten und in Gemeinschaft mit mir zu tragen, was zutragen ist.

Wie ist der Himmel nicht?

Wir lernen von Jesus nicht, kein Joch zu tragen. Wir lernen nicht, uns zu den Frommen zu gesellen, den Gesunden und der schönen heilen Welt.

Matthäus war schon reich, als Jesu zu ihm kam. Er war sicher und etabliert. Er hatte Macht. Er war mitten im Leben, nicht krank und nicht verfolgt. Was also wollte er?

Reichtum, Sicherheit und Macht ist nicht der Himmel. Erfolg und Gesundheit ist nicht der Himmel.

Alles, was sich die meisten unter dem Himmel vorstellen, war genau das, was Jesus verlassen hat.

Nicht als „Pause vom Himmel“ sondern als Ausdruck des Himmels.

Himmel auf Erden

Der Himmel ist nicht „paradiesisch“, sondern „jesuanisch“!

Der Himmel ist der Ort, in dem die Haltung und das Verhalten Jesu der Alltag ist.

Das Tragen des je anderen. Das Aufnehmen des Jochs.

Aus der Geschichte von gestern nehme ich die Freunde des Gelähmten.

In ihrem Tragen des Joches des Freundes waren sie im Himmel.

Besser kann es im Himmel nicht sein – denn genau das ist das Wesen Jesu.

Der Himmel ist jenes Sein im Wesen des Vaters – was ich an Jesus allein erkennen kann.

Anteilnahme

Therese von Lisieux hat in ihrem sehr kurzen Leben klar gewusst, dass ihr eigentliches Leben im Himmel stattfindet. Und zwar in Bezogenheit zu den Menschen auf Erden.

Nicht irgendwie für sich auf Wolke sieben.

Himmel ist die Freude der Anteilnahme mit Menschen unter deren Lebensjoch.

Nach Jesu Auferstehung ist Er nicht umhergegangen und hat nur gestrahlt, weil es Ihm nun gut geht.

Er hat Maria Magdalena getröstet. Den Kleinglauben der Jünger ertragen. Den Fisch am See gebraten und weiter den Seinen gedient.

Und mehr noch:

Im Heiligen Geist ist Gott mehr unter den Menschen als während der Erdenzeit Jesu. Der Geist Gottes aber trägt all die Beleidigungen und Schmerzen. Gott wird seitdem nicht weniger „belastet“ als vorher.

Ich lasse die Liebe nicht hinter mir

Die Liebe ist kein schmalziges Gefühl der Wonne. Was Liebe ist, erkenne ich an der Ohrfeige des Knechtes, der Jesus vor dem Hohen Rat schlug. Jesus trug diese Ungerechtigkeit um meinetwillen. Und wird es immer tun.

Diese Liebe ist das Ziel – nicht etwas zu Erledigendes, damit ich „in den Himmel komme“.

Matthäus ist vom Zoll aufgestanden und den staubigen Weg der Nachfolge gegangen. Nicht um etwas Späteren willens. Sondern in dem war alles erfüllt, was er im Zollhaus vermisst hat.

Matthäus hat nie wieder die Freuden des sicheren Jobs am Zoll gehabt. Sondern einen mühsamen Weg, der ihn schließlich zum Märthyrer um Jesu willen werden ließ.

Das aber war schon Himmel – besseres kommt nicht.

Entweder das ist auch mein Himmel – oder es gibt gar keinen Himmel.

Die Hölle

Die Hölle ist der ewige Ort der Selbstsucht. Das Zollhaus eben. Das Schlaraffenland, indem ich ohne Mühe alles erhalte und ernte. Das, was der „Herr der Welt“ zu bieten hat. Herrschaft als Macht – nicht als Dienst.

Wenn in dem auch nur ein Funke Ahnung von der Herrlichkeit des Dienens ist, von der Freude der Liebe, des gemeinsamen Tragens des Joches – dann „brennt es wie ewiges Feuer“.

Ein Kommentar zu „Wie ist es im Himmel?

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