Mo 11.05.2026
Joh 15:26-27. 16:1-4a Wahrheit und Gemeindeausschluss
Der Text
26 Wenn aber der Beistand kommt, den Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht — Er wird Zeugnis über Mich ablegen.
27 Aber auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei Mir seid.
1 Dies habe Ich zu euch geredet, damit ihr nicht zu Fall kommt.
2 Sie werden euch aus den Synagogen ausschließen. Ja, es kommt eine Stunde, dass jeder, der euch tötet, meint, Gott einen Dienst darzubringen.
3 Und dies werden sie tun, weil sie weder den Vater erkannt haben noch Mich.
4 Dies aber habe Ich zu euch geredet, damit ihr, wenn ihre Stunde kommt, euch erinnert, dass Ich es euch gesagt habe.
Abfall des Christen
Die Wahrheit, die durch den Heiligen Geist kommt, garantiert noch nicht, dass ich nicht zu Fall kommen kann.
In gewissem Sinn im Gegenteil. Denn sie führt mich erst in den Kontrast, der mich vielleicht aus der Gemeinschaft der Christen ausschließt.
Der Ausschluss aus den Synagogen ist heute der Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft. Denn das Gericht, also die Klarstellung Gottes, geschieht in Seinem Haus zuerst.
Ich sage das, denn Jesus sagt es. Und heute ist es schwerer als zu Jesu Zeit, da den Täuflingen nicht von Anfang an gesagt wird, dass sie verfolgt werden. Siehe: Du wirst verfolgt werden.
Omer Tag 39
Malchut schebeJessod מַלְכוּת שֶׁבִּיְסוֹד
Das Königtum in der inneren Treue, der geistigen Liebe.
Gemeint ist, dass in der geistigen Beziehung, in der Liebe, die Wahrheit sichtbar wird und zu Konsequenzen führt.
Es ist das Gegenteil von einer „Meinung“. Es geht um Wirklichkeit zwischen Menschen.
Die Wahrheit der Liebe hat einen Anspruch darauf, sichtbar zu werden. Und damit wird sie schnell auch zum Konflikt.
Nur die Wahrheit hat einen Anspruch an den Anderen – nicht die Meinung.
Die Wahrheit ist im Wir. Sie meint den Leib aus dir und mir. Sie meint die Gemeinschaft, die Kirche.
Heiligung
Jesus sagt dies am Ende der Schule der Jüngerschaft. Denn es setzt die Annahme der Wahrheit voraus, die durch den Heiligen Geist kommt (V27).
Und das Maß des Geistes hat auch mit dem Maß des Gefäßes zu tun. Damit, dass meine Seele nicht fast randvoll mit mir selbst ist.
Es ist Petrus, der zu Pfingsten reden wird. Der Petrus, dessen Verleugnung Jesu seine Seele bis in große Tiefe geleert und gereinigt hat. Der Heilige Geist findet Raum in ihm.
Meine Aufgabe ist es nicht, etwas besser zu wissen als andere.
Sondern die Reinigung Jesu anzunehmen, auch in einem tiefen Fall. Und dort unten finde ich die Frage: Nimmst du diesen Fall an – oder rebellierst du dagegen. Die Annahme besteht darin, das „dennoch“ Jesu anzunehmen. Jesus nimmt mich dennoch an, und trotz meiner Scham nehme ich Seine Annahme ebenfalls an.
Schwärmende Bienen
Gestern haben meine Tochter und ihr Mann zwei schwärmende Bienenvölker von einem Baum eingefangen. Es hat Stunden gedauert und war nicht ungefährlich. Ein riesiges Bienenvolk ist direkt auf sie gefallen.
Aber es war nie eine Frage, ob sie das tun sollten, ob sie sich der Gefahr aussetzen sollten. Sie sind auch als private Imker innerlich fraglos verantwortlich. Und die beeindruckende Ruhe, mit der sie all das taten, ist mir ein Symbol.
Sie hatten nur ein Paar Handschuhe und nur einen funktionsfähigen Imkeranzug. Es lief nicht perfekt – aber es hatte etwas von dieser Heiligkeit der Hingabe an die Bestimmung.
Ich gehöre nicht mir.
Ich gehöre dem Vater, und dieser setzt mich in meine Bestimmung ein.
Ich handle so gut wie möglich vorbereitet – aber ich frage nicht nach einem Weg außerhalb dieser Bestimmung.
Denn ich bin Sohn – was sonst.

