So 10.05.2026 Muttertag
Joh 14:15-21 Die Verheißung des Heiligen Geistes
Der Text
15 Wenn ihr Mich liebt, werdet ihr Meine Gebote bewahren.
16 Und Ich werde den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Beistand geben, damit Er in Ewigkeit bei euch sei,
17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie Ihn nicht sieht und Ihn nicht erkennt. Ihr erkennt Ihn, denn Er bleibt bei euch und wird in euch sein.
18 Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen; Ich komme zu euch.
19 Noch eine kurze Zeit, und die Welt sieht Mich nicht mehr; ihr aber seht Mich, weil Ich lebe und auch ihr leben werdet.
20 An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass Ich in Meinem Vater bin und ihr in Mir und Ich in euch.
21 Wer Meine Gebote hat und sie bewahrt, der ist es, der Mich liebt. Wer aber Mich liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden; und Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren.
Wonach sehne ich mich?
Sehne ich mich nach einem warmen, wunderbaren Gefühl der Erfüllung durch den Heiligen Geist?
Nach dem Sprachengebet? Nach Zeichen und Wundern?
Vielleicht nach ekstatischen Erfahrungen der Gottesnähe?
Vermisse ich eine besondere Erfahrung, wie ich sie von anderen gelesen und zum Teil auch gehört habe?
Im Grunde ist es nicht so.
Du bezeugst Dich mir auf andere, unspektakuläre Weise.
Indem ich Deine Gebote lieb habe, täglich aus Deiner Wahrheit empfange und innerlich frei bin, so frei wie ich es nie erwartet habe.
Frei sein
Ich darf alles fragen, alles ins Licht bringen. Ich fürchte mich vor keiner Wahrheit.
Z. B. die Frage, ob ich den Geist habe. Ob Israel erwählt ist. Was in mir eine Konstruktion ist und was wahr ist.
Ich muss mir nichts einreden, keine Formeln wiederholen oder Riten durchführen – auch wenn das manchmal nützlich ist.
Ich weiß auf unbegreifliche Weise, dass Du, Herr Jesus, im Vater bist, und Du zugleich in mir bist – zusammen mit dem Vater.
Ich rede es mir nicht ein – und darum bin ich frei.
Und ich bin frei, an Deiner Hand weiterzugehen, auf neues Land zu treten, und der Kirche zu dienen von ganzem Herzen, so wie Du es tust.
Das bedeutet nicht, dass ich ohne Sehnsucht bin. Denn die Liebe hat kein Maß. Ich möchte das, was es noch an Bindungen in mir gibt, lösen, um Dir mehr Freude zu machen, als bisher. Und darin soll das Feuer brennen.
Omer Tag 38
הוד שביסוד Hōd schebeJessod
Hōd: Herrlichkeit, Glanz, Majestät, aber als Demut, Hingabe, Antwortfähigkeit, dankbares Zurücktreten.
Jessod: Fundament, Bund, tragende Verbindung.
Wieder fügt es sich.
Die Herrlichkeit ist in Hingabe und Demut verborgen, denn sie birgt sich ganz im Anderen. So wie Jesus im Vater verborgen ist, und der Vater in Jesus. Für die Augen vieler nicht erkennbar.
So bin ich in Ihm und Er in mir.
Und so bin ich offen für die Menschen, die Du mir gegeben hast.
Ich gehöre zu ihnen und warte in Geduld, dass auch sie Dir gehorsam werden.
Nicht aus der Welt
Der Heilige Geist nimmt mich nicht aus der Welt – im Gegenteil.
Er verbindet mich mit der Welt, wie Jesus Gott mit der leiblichen Welt verbunden hat.
Darum reibe ich auch an der Welt und bin nicht Ek-statisch. Ekstatisch: Außer-sich-stehen. Stehe ich außer mir, stehe ich erst recht außerhalb der Welt.
Es ist aber im Gegenteil so, dass in mir der Geist in die Welt kommt.
Bei mir nicht ohne Reibung und auch nicht ohne Verluste. Meine Füße werden täglich schmutzig und ich brauche deren Reinigung.
Aber ich bewahre den Geist nicht für mich, wie einen Raub oder etwas Eigenes.
Er gehört dem Leib Christi, der Kirche. Und die Kirche gehört in die Welt.
Meine eigene Frömmigkeit ist immer in der Gefahr von der Welt beraubt und überwältigt zu werden. Aber meine Sohnschaft wird mir auch in der Fremde nicht geraubt – ich bringe sie ihr.