Krieg?

Di 12.12.2023

Mt 18:12-14 Vom verlorenen Schaf

Gilt das auch für den Wolf?

„So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer diesen Kleinen verloren geht.“

Ja, das klingt einfach, solange ich mir ein armes, kleines, niedliches Schaf vorstelle, ein Lämmlein, das sich leider, leider verlaufen hat.

Gilt das auch für den Wolf?

„Der Mensch ist des Menschen Wolf.“

Wie schrecklich ist, dass dies wahr ist.

Gehst Du dem Wolf nach, der, wenn er kommt, die Herde zerreißt?

Ist das Schaf nur einer, der eigentlich dazu gehört, und sich nur verirrt hat?

Aus den Klientengesprächen weiß ich, dass der, der als Wolf erscheint, nicht immer der Wolf ist. Vielleicht hat ihn jemand zum Wolf gemacht.

Aber darf ich ihm erlauben, als Wolf zur Herde zu kommen?

Es ist die alte Frage aus der Zeit der Wehrdienstverweigerung. Damals habe ich mich entschieden, nicht in der Lage zu sein, dem Wolf alles zuzugestehen.

Blase

Wir leben in der Blase des Rechtsstaates. Alle Gewalt liegt beim Staat, und der Staat hat kein Gewissen. So wie die „Masse“ (Gustave Le Bon) kein Gewissen hat.

Nur der einzelne Mensch hat ein Gewissen und das ist nicht delegierbar.

Im rein Geistigen scheint es mir möglich, mich der Antwort und damit der Verantwortung zu entziehen.

Nicht aber im realen, physischen Leben.

Ich fragte einen Landschaftsgärtner nach einem generellen Tipp. Welche Grundregel ist die wichtigste?

Er sagte: „Zurückschneiden. Zurückschneiden ist das allermeiste“.

Leben bedeutet sterben müssen.

Wachsen bedeutet beschneiden.

Haben (und lieben) bedeutet entsorgen.

Als ich diesen Text anfing, schien mir, es gäbe nichts dazu zu sagen als nur „ich weiß nicht“.

Aber das Eintauchen mit den Händen in die dreckige Erde erinnert mich:

Wir sind allzumal Gärtner (bebauen und bewahren und untertan machen).

Die Illusion, alles blühen zu lassen, ist eben genau das: Eine törichte Illusion.

Ich bebaue und ich zerstöre.

Alles auch in ohnmächtigem Nichtwissen.

Der eigentliche Herr über Leben und Tod bist Du.

Der dunkle Tod ist nicht das eigentliche Übel.

Keine Tränen zu haben – das ist das Übel.

Schchita „שחיטה“

In meiner AT Lesung bin ich bei den Speisegesetzen (heute 5. Mose 14).

Ein Leben zu beenden, ist Teil der Vorfindlichkeit, nachdem wir den Garten Eden verlassen haben. Schchita ist die Vorschrift, dass für das Tier so Angst und Schmerzfrei zu tun wie möglich.

Es gibt keine reale Welt vor dem Wiederkommen Jesu ohne Leid und Schuld.

Selbst Notwendiges und Richtiges ist verwoben mit Leid, Schuld und Schmerz.

Heiligen können und sollen wir unser Herz – meine Hand wird immer schuldig sein.

Ohne Erlösung und Vergebung kann mein Gewissen nicht rein werden.

Ach, wie froh bin ich um Dich, mein Herr Jesus.

Auch wenn Du noch manche Träne belässt – sie ist Dir bekannt.

Ich möchte mein Herz so rein wie möglich halten, selbst im Krieg.

Wissend, dass ich und er (der Wolf) Dich brauchen.

Illusion einer Welt ohne Christus

Viele denken, wir brauchen vielleicht einen „Gott“.

Ich betone dagegen: Wir brauchen Jesus Christus.

Denn Gott kann schnell zu einem theologischen Konstrukt von uns werden.

Wir meinen dann, dass alles irgendwie lösbar ist – Gott als oberster Feldher und König und wir geordnet und richtig lebend.

Oder heute eben ohne Gott.

Ich habe es oft gesagt: Es gibt kein Modell der Welt, dass ohne Jesu Blut vor dem wahren Gott bestehen könnte.

Auch in meinem Leben nicht.

Der Versuch, eine endgültig bessere Welt zu machen, mündet immer in einer schlechteren, blutigen Welt (am grandiosesten im Kommunismus).

Der Weg ist nicht der Weg des Erfolges, sondern der Treue und der je kleinen Liebe, die mir vor die Füße kommt, sie zu vollziehen.

Wer an eine Welt ohne Krieg glaubt, glaubt indirekt, dass Jesus nicht am Kreuz hätte sterben müssen.

Ich sprach gestern darüber.

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