Do 08.08.2024
Mt 16:13-23 Petrus erkennt den Sohn Gottes – und wird zum Versucher
Kein Fahrstuhl
Petrus wird von Gott her etwas offenbart. Und zwar mehr, als er wissen kann. Denn er redet von Jesus nicht einfach als den verheißenen Messias, sondern als von dem Sohn des lebendigen Gottes.
Jesus bezeugt das Geschehen und setzt Petrus zum Verwalter der Vollmacht Gottes auf Erden ein. Etwas, an dem sich bis heute ein großer Teil der Christenheit stößt.
Warum denn? Petrus ist damit mitten im Feuer. All seine Privilegien schützen ihn nicht davor, die härteste Ansprache zu erhalten, die jemals ausgesprochen wurde. Jesus sagt zum Apostelfürst: Weiche hinter mich, Satan.
Maximaler Segen und maximale Gotteserfahrung sind kein Fahrstuhl in den Himmel. Also erst recht nichts anderes, was ich vielleicht mit Gott erlebe, oder was mir zugesagt wird.
Kirche in Licht und Finsternis
Kirche ist Segen und Ordnung für das Reich Gottes. Und zugleich auch heute Gefahr, ja tödliche Gefahr.
Diese Gefahr lässt sich nicht durch Ablehnung der Kirche vermeiden. Verlasse ich die Kirche ob der Gefahr, verlasse ich die Familie Gottes, das Reich Gottes.
Mir scheint die Gefahr weniger im Staatsvertrag, in den Gehältern und der Macht zu liegen. Sondern in der Illusion, die Mitgliedschaft und der Vollzug der Sakrament allein wären genug.
Wer seinem Leben nicht stirbt, kann nicht gerettet werden – auch nicht durch Rolle und Funktion.
Was hat Jesus bloss mit dem Leiden?
Jesus liebt das Leiden nicht – Er liebt das Leben.
Jesus freut sich nicht an der Verlassenheit in Gethsemane und am Kreuz – Er freut sich an unserer Nähe.
Jesus plant nicht das Scheitern, wie es Petrus zu vermuten scheint – Er plant den herrlichen Triumph.
Aber all das ist hinter dem Vorhang der Liebe und des Glaubens. Nichts Gutes vor diesem Vorhang darf Grund sein, hierzubleiben.
Nichts gutes vor der engen Pforte, keine Lust am Leben darf mich daran hindern, an der Hand Jesu durch die enge Pforte des Sterbens dieser Welt zu gehen – jetzt, im Leben.
Mein Gott ist ein eifersüchtiger Gott. Alles will Er mir geben – aber von nichts will Er, dass ich es mir nehme. Alles durch Dich und in Dir.
Du selbst bist diesen Weg gegangen – niemand kommt zu Dir außer unter Verzicht auf alles außer Dir.
Nicht Leid, sondern Bindung an Dich
Ich strebe kein Leid an. Ich strebe Treue an – wohin sie auch führt.
Eine Bindung an Dich bedeutet eine Bindung an die Umstände meines Lebens, an das, was Du schickst (was deshalb Schicksal heißt).
Und dabei genügt es nicht, zu erdulden, was Du willst, dass ich es erdulde. Sondern Du gibst mir Dein Herz, dass ich will, was Du willst – selbst wenn Du es noch nicht geschickt hast.
Ich hörte gestern in der eucharistischen Anbetung vom Evangelium des Tages (siehe gestern). Die kanaanäische Frau brach Bahn für uns Heiden. Sie wollte etwas, was Jesus noch zurückgehalten hat. Sie kannte Jesus besser, als Er es offenbart hatte.
Ein Merkmal der Mitglieder der Familie Gottes. Sie wissen, was Gott will, ob Er es schon zeigt oder nicht.
In diesem Sinne: mein Wille geschehe – erst darin lerne ich Deinen Willen genauer kennen.
Ich höre lange zu – dann wage ich zu gehen.
Und ich weiß: Du willst Deine Familie einbinden und vorausschicken, wohin Du kommen willst.
Ja, Herr Jesus.
Carlos Acutis
Carlos schenkt mir einen Blick hinter diesen Vorhang.
Denn das starren auf die enge Pforte ist gefährlich – besser ich halte mich an die, die mir von der Herrlichkeit dahinter berichten.