Einsamer Weg

Mo 09.09.2024

Lk 6:6-11 Jesus heilt die rechte Hand eines Mannes am Schabbat

Zu dieser Andacht gehören die Worte von Samstag: „Der je größere Gehorsam“.

Stellungnahme

Ich schreibe oft davon. Hier gibt es dies: Jesus fragt die Menschen, alle Menschen in der Synagoge: “‭‭‭‭‭‭‭‭‭‭‭‭Was ziemt‭‭ sich zu tun‭‭ an den Sabbaten‭, Gutes‭‭ oder‭ Böses‭‭? das Leben‭ erhalten‭‭ oder‭ zu verderben‭‭?‭”

Er fragt uns, uns Christen der ganzen Kirchen.

Alle kennen die beiden Wege. Den Weg der Wahrheit, des Lichtes, den Weg Jesu. Und den klugen Weg mit der Mehrheit, mit dem Zeitgeist. Ein Weg des Selbstschutzes und der Vorsicht.

Es gibt vermutliche solche, die Jesus gern recht geben möchten. Aber es fehlt ihnen an Mut. So groß, so wichtig ist ihnen der Glaube dann doch nicht, dass sie diesen Weg der Unsicherheit gehen, sich „Outen“, wie man heute sagt.

Ich bin gewiss, dass wir alle diesen Blick Jesu in die Runde und diese eindeutigen Worte gehört haben.

Wir wissen, was gut ist, was zu tun ist. Jesus hat es uns gesagt. Und es ist in jedem Fall eine Stellungnahme da – denn kein lautes „Ja“ zu sprechen ist eine Stellungnahme für mich selbst und gegen Gott.
Achtung: Es ist eine Stellungnahme gegen Gott!

Wie steht man da, wenn man bei Jesus steht?

Man wird von den „Wächtern des Guten“ beäugt. Solchen, die für „das Gute“ stehen. Solchen, die rufen „nie wieder“ und genauso dreinschlagen wie je. Von Pastoren und moralisch hochstehen Menschen. Ich habe es erlebt.

Man wird von „Beurteilenden“ beurteilt. Menschen, die wissen, was recht ist und mich beurteilen. Sie beurteilen alles Mögliche und habe zu allem eine Meinung.

Oh, wie sehr will ich lernen eine „Meinung“ zu meiden.

Sie schauen mich an und ich fühle mich bloß und allein. Ich habe nichts als die Wahrheit und das sogar nur in tönernen Gefäßen.

„Was maßt du dir an?“, rufen sie. Wer bist du, dass du die heiligen Gebote brichst? Wir alle wissen bescheid – sieh doch die demokratische Mehrheit. Die Regeln des „Meinung stehen Lassens“, z. B. Oder die Regel, dass es keine Wahrheit gibt. Die ungeschriebenen Gesetze der Moral dieser Zeit.

Was tue ich?

Ich ziehe zumeist meinen Kopf ein und sage: „Morgen, wenn ich mir der Wahrheit gewisser bin, dann werde ich aufstehe und stehen bleiben“.

Wann ist morgen?

Maria Euthymia

Dieser sel. Clemesschwester wird heute gedacht. Sie ruft den Schrei der Demut in die Welt. Lese ich von ihr, scheint das beugen unter alle Demütigung der Weg zu sein. Erstaunlicherweise passt ihr erstes Wunder zu dem Bibeltext. Heilige handeln ja zumeist nach dem Tod. Und gleich nach ihrem sterben wurde durch ihr Bitten die schwer verletze Hand einer Frau geheilt (siehe ihre Biografie).

Ich bin gewiss, diese Frau hat mir etwas zu sagen.

Ein geheimnisvolles zugleich.

Aber zugleich gilt es, „mannhaft“ zu sein (Andreas bedeutet mannhaft).

In Jesus dort zu stehen, wo die Einsamkeit am größten ist. Wo hier Schwester Euthymia ruft und dort einer der Propheten.

Wer bin ich und wo gehöre ich hin?

Stand der Dinge

Mir scheint, dieser Weg kann nur aus der Stille geklärt werden.

Die Abgeschiedenheit suchen – und zugleich dem aktuellen Ruf Jesu zu lauschen und gehorsam zu folgen.

Vielleicht führt er in noch größere Abgeschiedenheit. In eine vorbereitende Wirksamkeit für die spätere Welt.

Ich vermute, dies ist der normale Weg.

In der Einsamkeit verglimmen die Lichter immer weiter und die Herrlichkeit Deiner Gegenwart erscheint wie der Sternhimmel an einem menschenfernen Ort.

Die einsame Waschfrau Euthymia hat viele Kinder.

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