Ein weites Herz

Mi 01.01.2025 Neujahr, Heilige Maria, Mutter Gottes

Lk 2:16-21, die Hirten suchen die Heilige Familie auf.

Der Text

Die Hirten suchen und kommen eilend und finden. Sie finden, was ihnen bezeugt wurde und bezeugen, was sie gefunden haben. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.

Es ist Nacht.

Heute, am Neujahrstag, bin ich zu dieser Stunde noch ein wenig mehr in der Stille als sonst. Viele schlafen aus und die Welt ist erschöpft vom Feiern ihrer selbst.

Im Text ist es auch Nacht.

Gott bezeugt sich in der Nacht. Er bezeugt sich Hirten. Sie wachen in der Nacht. Was sie erlebt haben, ist wie ein zufälliges Aufwehen des Vorhangs vor der himmlischen Herrlichkeit (die Menge der himmlischen Heerscharen).

Die einfachsten Menschen erblicken eine Herrlichkeit, wie sie vielleicht Jesaja noch beschreibt, aber wohl noch mehr, denn es ist nicht der Blick in den Himmel allein, es ist der Blick auf das größte Geheimnis überhaupt: Euch ist heute der Heiland geboren.

Der Himmel ist ein anderer, weil die Erde eine andere ist. Eine wahre Zeitenwende.

Gott hat sich mit dem Menschen verwandt gemacht.

Die Engel freuen sich – obwohl sie doch nichts davon haben. Sie hatte doch schon alle Herrlichkeit und Gabriel stand schon immer vor Gott.

Maria bewegt die Worte in ihrem Herzen

Der Sender ist unendlich groß. Der Engpass ist der Empfänger.

Der Empfänger des Menschen ist sein Herz.

Mit jeder Wahrheit wird es größer. Jede Wahrheit, die ich im Herzen bewege. Es ist die Wahrheit der Nacht, der Stille, des Lauschens.

Es ist umgekehrt wie beim Silvesterfeuerwerk.

Das sieht schön aus, aber es ist sehr kurz und oft sehr laut.

Und es lässt die Nacht ein wenig dunkler zurück als zuvor. Nichts Gutes ist geboren, nur ein Augenblick der selbst gemachten Beleuchtung.

Es scheint mir in gewisser Weise ein Symbol der Unwahrheit zu sein. Unwahrheit ist immer eine Scheinwahrheit.

Schwangerschaft

In Maria gibt es eine zweite Schwangerschaft. Zum einen ist die Wahrheit ihres Sohnes in die Welt gekommen. Zum anderen ist die Schwangerschaft aber erst im Werden. In ihrem Herzen. Mehrmals wird es berichtet.

In Marias Herzen wurzelt die Verbindung Jesu zum Menschen. In meinem Herzen.

Was nützt ein Heiland, den kein Herz kennt, dessen Heil niemand will?

Ich habe oft gesagt: Es ist nicht mein Heil, um das es geht. Sondern die Freude des Himmels soll mir wichtig werden, so wie den Engeln.

Wenn in meinem Herzen Jesus ist, dann ist Seine Freude meine Freude.

Ebenso ist Sein Leid mein Leid.

Dazu möchte ich, dass Er in mir „Gestalt gewinnt“ (wie ein Kind im Leib der Mutter).

Das geschieht im „Bewegen der Wahrheit“.

Die Wahrheit ist, dass ich nicht für mich selbst da bin.

Genauso wenig, wie es Jesus war.

Freude, Liebe, Leben – es ist nicht in mir (siehe: Die Freude ist nicht in mir).

In dem Maße, wie ich die Wahrheit suche, liebe und bewege, füge ich „Holzscheite auf das Lagerfeuer der himmlischen Gemeinschaft“.

Ich warte auf Gott – aber ich bin gewiss: Gott wartet noch mehr auf mich.

Es hat keinen Zweck, gerettet werden zu wollen. In jedem Fall werde ich untergehen. Darum will ich schnell das ins Rettungsboot werfen, was mir am wertvollsten ist.

Mein Herz, darin Jesus wohnt.

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