Bleiben in der Liebe

Mo 05.05.2025

Joh 6:22-29 Jesus, Brot des Lebens

Der Text

Heute geht es um drei Texte. Das Evangelium, der Text von John Henry Newman dazu und meine Andacht von gestern.

Das Evangelium ist komplex und ich nenne nur einen Teil. Nach der Speisung der Vielen suchen die Menschen Jesus und verstehen nicht, wie Er dorthin kam, wo sie Ihn fanden. Jesus sagt: „Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid.“

Die anderen Texte sind wieder im Begleittext Bleiben in der Liebe

Newmans Text ebenso: Newman

Newman zeigt am Beispiel von Josef, dem Sohn Jakobs, dass die Fügungen Gottes erst später, teils viel später, ihren Sinn offenbaren.

Nicht verstehen

Im Laufe des Kapitels sechs wird das nicht Verstehen der Menschen, die gespeist wurden und die als Jünger bezeichnet werden, immer stärker. Am Ende wenden sich alle von Ihm ab, alle bis auf die zwölf.

Alle – auch 5.000, die gespeist wurden!

Bleiben ist nicht nur Dunkelheit – es ist raue See. Es ist kaum auszuhalten, für viele gar nicht.

Nikodemus soll neu geboren werden.
Die Menschen sollen Jesu Fleisch essen.

Dagegen Josef, der die schreiende Ungerechtigkeit der Frau des Potifar erträgt – ohne ein Wort zu sagen.

Bei welcher kleinen Ungerechtigkeit fängt nicht mein Herz an zu pochen?

Die Liebe muss geprüft werden

Liebe ist kein Gefühl – auch wenn sie in ein Gefühl münden kann.

Liebe ist eine Lebensentscheidung. Ihr Hauptmerkmal ist die Treue. Wenn jemand mir erzählt, er liebt seine Frau und eines Tages erzählt er mir von Katastrophen in der Ehe – dann ist dies der Anfang der Liebe.

Hier, erst hier, sollte es Liebe genannt werden.

Gestern war der Tenor: Liebe braucht kein Wohlbefinden.

Heute: Liebe braucht kein Verstehen.

Wir haben die Geschichten

Jesus redet von der Eucharistie – und die Menschen, die Jünger heißen, werden zu solchen, die sich kopfschüttelnd abwenden.

Ich sage: Mir wäre es genauso gegangen.

Nun aber lese ich diese Geschichte.

Sie dient mir, in ähnlichen Situationen daran erinnert zu werden:

Jetzt verstehe ich es nicht, empfinde es als ungerecht.

Jetzt bin ich da, wo jene waren.

Ich aber kenne den Ausgang – will ich jetzt von der Liebe weichen?

Liebe ist treu gegenüber der einmal erkannten Wahrheit.

Wahr ist: Die Menschen sind einmal satt geworden.

Nun aber verwerfen sie den, der sie daraufhin prüft.

So ist die Liebe nicht in ihnen – sie hatten es aber auch schwerer, denn sie kannten diese Geschichten nicht (obwohl sie Josef kennen sollten).

Newman weist auf den wunderbaren Satz des Josefs hin, als er, als Großer in Ägypten, seinen Brüdern begegnet und sagt: „Gott ist es, der mich vor euch hergesandt hat“ (1. Mo 45,8).

Wie sehr bedaure ich meinen Hader, den ich schon oft im Erleben der Prüfungen hatte. Sie sind doch das kostbarste – und ich rebelliere.

Nicht um meiner selbst willen

Josef wird, nach Pharao, der wichtigste Mann der damaligen Welt.

Aber es geht nicht darum.

Es geht zumeist darum, dass er seinen Brüdern und seinem Vater Essen geben kann. Dass das Volk Gottes nicht stirbt, bevor es recht geboren ist.

Nicht ein „Dennoch-Erfolg“ ist das Ziel – sondern die Einordnung in den Dienst im Reich Gottes, der ohne mich nicht geschehen würde.

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