Mo 02.02.2026 Fest der Darstellung des Herrn
Lk 2:22-40 Jesu Darstellung im Tempel
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext
22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose erfüllt waren, brachten sie Ihn nach Jerusalem hinauf, um Ihn dem Herrn darzustellen,
23 wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: „Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig heißen“,
24 und um ein Opfer darzubringen nach dem, was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
25 Und siehe, es war ein Mensch in Jerusalem, mit Namen Simeon. Und dieser Mensch war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm.
26 Und es war ihm vom Heiligen Geist offenbart worden, dass er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Christus des Herrn gesehen habe.
27 Und er kam im Geist in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um für Ihn nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun,
28 da nahm auch er Ihn auf seine Arme und pries Gott und sagte:
29 Nun entlässt Du Deinen Knecht, Herr, nach Deinem Wort in Frieden.
30 Denn meine Augen haben Dein Heil gesehen,
31 das Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker:
32 ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und Herrlichkeit für Dein Volk Israel.
33 Und Sein Vater und Seine Mutter wunderten sich über das, was über Ihn gesprochen wurde.
34 Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, Seiner Mutter: Siehe, Dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird –
35 und auch durch Deine eigene Seele wird ein Schwert gehen –, damit die Gedanken aus vielen Herzen offenbar werden.
36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war weit vorgerückt in ihren Tagen und hatte mit ihrem Mann sieben Jahre gelebt von ihrer Jungfrauschaft an,
37 und sie war eine Witwe bis zu vierundachtzig Jahren, die den Tempel nicht verließ, sondern mit Fasten und Bitten Gott diente, Nacht und Tag.
38 Und sie trat in derselben Stunde hinzu, pries Gott und sprach über Ihn zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
39 Und als sie alles nach dem Gesetz des Herrn vollendet hatten, kehrten sie nach Galiläa zurück, in ihre Stadt Nazaret.
40 Das Kind aber wuchs und wurde stark, erfüllt mit Weisheit, und die Gnade Gottes war auf Ihm.
Ganz nach der Ordnung
Nach der Beschneidung am siebten Tag nach der Geburt kommt am vierzigsten Tag die Reinigung der Mutter und das Opfer der Auslösung. Denn Jesus war der Erstgeborene. Wichtig: Die Auslösung entbindet Ihn vom direkten Tempeldienst, aber nicht von seiner Rolle als Erstgeborener.
Eine Fülle von Ordnungen wird vollständig eingehalten, Jesus ist ganz Jude, Seine Familie ist ganz jüdisch, alles stimmt genau.
Für all das ist Israel da. Israel selbst ist der Erstgeborene Gottes. Der Ausgewählte unter den Völkern, wie es Gott immer wieder betont.
Israel war kein zeitliches Experiment Gottes – es ist und bleibt der Erstgeborene und der, der die Ordnung hat – zu unserem Heil.
Ich sehe: Wer sich gegen Israel und das ihm verheißene Land stellt, stellt sich gegen Gott und Seine Ordnung.
Aber es gibt ein „Und“.
Simeon
Simeon hat lange gewartet.
Zusammen mit Gott. Gott hat auch gewartet. Er hat auf Maria gewartet, Er hat auf den Tempel gewartet und – Er hat auf und mit Simeon gewartet.
Denn der Kairos, der rechte Moment, fügt sich in den Chronos, die allgemeine Ordnung. Es geschieht nicht ohne Ordnung – und es geschieht nicht allein aus der Ordnung heraus.
Wer nur die Ordnung einhält, tut zu wenig.
Wer aber allein auf Gottes Eingreifen wartet, tut auch zu wenig.
Zur Ordnung gehört heute besonders die Kirche.
Es ist nicht recht, die Kirche nach meinem Wohlgefallen zu beurteilen und mein Dort-Sein in der Kirche von meinem Nutzen abhängig zu machen.
Es ist der heilige Ort Gottes.
Das Heil kommt nicht vom Herodianischen Tempel, aber es geschieht in diesem Tempel.
Die Motive des Herodes waren sicher nur begrenzt in guter Absicht. Gott aber benutzt den Prunkbau dennoch. Meine katholische Kirche in Deutschland bietet vielfältigen Anlass zu Kummer und Schmerz – aber Gott will sie und wirkt in ihr.
Mir aber gibt Er den Auftrag, auf die Erscheinung des Herren zu warten.
Nicht nur im Großen, auch im Kleinen.
Und zu lernen, mich vom Geist führen zu lassen, wann ich wo sein soll.
Nicht für mich – sondern zum Trost Gottes in Jesus.
Gott will den Menschen in Seine Werke einbinden, das ist Reich Gottes. Es ist nicht Zufall und nicht ein nettes Geschenk an den greisen Simeon, dass Gott ihn in den Tempel führt.
Die Verheißungen des Simeon sind keine leeren Worte – sondern er spricht an Gottes statt.
Und diese Worte verändern die Zukunft der Welt.
Amos 3,7.
„Denn der Herr, JHWH, tut nichts,
ohne Sein Geheimnis Seinen Knechten, den Propheten, zu offenbaren.“
Wer ist heute Knecht Gottes? Will ich mit Ihm warten?