Vor der Mission steht die Heiligung

Sa 25.04.2026 Gedenktag des Hl. Markus; 🇮🇱 Israelstand

Mk 16:15-20 Missionsbefehl

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

15 Und Er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung.

16 Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.

17 Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In Meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen sprechen;

18 Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.

19 Der Herr Jesus nun, nachdem Er zu ihnen gesprochen hatte, wurde aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.

20 Sie aber gingen hinaus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte durch die begleitenden Zeichen.

Anmerkungen zur Peschitta (Syrisch-Aramäisch)

– „ganze Schöpfung“: umfassend, nicht nur Menschen – die Botschaft hat kosmische Weite

– „glaubt“: im Aramäischen stärker Vertrauen, Sich-Anvertrauen

– „Zeichen folgen“: nicht als Beweisführung, sondern als Mitgehen, Begleiterscheinung

– Die Verse 9–20 gelten textkritisch als späterer Zusatz; in eckigen Klammern zu beachten.

Die Bibel ist nicht von Himmel gefallen

Ich folge den Evangelien mit Ehrfurcht und glaube, dass Gott bestätigt hat, was Menschen notiert haben.

Und dennoch ist der Text von heute wohl ein Zusatz aus dem 2. Jahrhundert nach Christi. Was mache ich nun? Ist das eine eigene Botschaft?

Ich nehme es so.

Mission

„Die Existenz der Kirche kommt, weil die Kirche missioniert. Also muss sie missionieren, um zu existieren.“

Ist das so?

Ein Kind ist ein wachsender Mensch. Aber ist deshalb der Sinn des Kindes, zu wachsen? Ist es nicht vielmehr in seinem Wesen und ein Vorgang, den man weder befehlen noch betonen kann. Es sei denn, es wächst nicht mehr – dann frage ich nach seiner Gesundheit.

Nur ein Beispiel – aber es hilf mir.

Das Wesen der Kirche

Sie ist der Ort, an dem Reich Gottes stattfindet. Sie ist deshalb in gewisser Weise Gott ähnlich. Und Gott ist immer Überschuss. Weil die Liebe immer Überschuss ist.

Nicht der Überschuss schafft die Liebe, die Liebe schafft den Überschuss. Schafft eine Form der Liebe keinen Überschuss, ist sie nicht von der Art Gottes.

Darum soll eine Ehe auch einen Überschuss schaffen und sich nicht selbst genügen.

Heiligung

Ich komme zu meinem alten Thema Heiligung zurück. Heiligung ist in diesem Sinn Gesundung. Entfaltung des Wesens – kein Zusatz, den man auch noch in Betracht ziehen könnte.

Markus hat sein Evangelium ohne Missionsbefehl geschrieben.

Denn das braucht er nicht. Er beschreibt die Heilung der Jünger.
Aber: weniger die Heiligung der Personen, sondern die Heiligung der Gemeinschaft.

Die Ergänzungen im 16 ten Kapitel beschreiben etwas, was schon da ist. Die Urzelle der Jünger ist zu einer Kirche geworden. Die Jünger haben kein Missionsprogramm gehabt – sie haben sich einfach der Heiligung ausgesetzt, die Heiligung durchlitten. In der dunklen Nacht, am Ende ganz ohne Jesus, denn selbst der Auferstandene war nicht mehr sichtbar anwesend.

DAWN

Als ich jung war, gab es das DAWN Projekt, und es leuchtete mir ein. DAWN steht für Discipling A Whole Nation. Also ein Plan, Volk für Volk zu Jüngern zu machen.

(Details dazu finden sich besonders auf den Philippinen).

Heute sage ich: Lasst uns selbst ganz Jünger werden. Mit dem Anderen mehr im Herzen, weniger auf der Zunge.

Wieweit auf dem Weg Mission, gerade strategische Mission, richtig ist, weiß ich nicht genau. Ich bin aber eher vorsichtig.

Israelstand

Vor etwa neun Monaten haben wir damit begonnen.
Seitdem lerne ich, dass es wichtiger ist, wer ich bin, als dass ich jemanden mit einem Argument zu etwas bewege.

Ich werde also mehr ein Hörender, weniger ein Redender. Und darüber hinaus will ich ein bedingungslos Liebender werden. Gegen jeden, der kommt, jeden, der vorübergeht. Wo auch immer ich auf diesem Weg schon sein mag.

Das bedeutet nicht, den Ort zu verlieren, den ich schon bekommen habe – an der Seite Israels. Oder beliebig zu werden und allem zuzustimmen.

Im Gegenteil.
Ich lasse den Ort reinigen, von je eitlen oder ängstlichen Regungen meines Herzens.

Die Wahrheit wird sich zeigen – ich verfüge nicht über sie, ich stelle mich ihr zur Verfügung.

Das gilt auch für Menschen, die meinen Erlöser nicht kennen – den Juden zuerst.
Der Geist Gottes wird Herzen öffnen, wenn es Seine Zeit ist. Dann will ich frei sein, zu bezeugen, was mir gegeben ist. Nicht vorher.

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