Schlichte Menschen

Mi 29.04.2026 49 Jahre verheiratet.

Und: Fest der Hl. Katharina von Siena.

Mt 11:25-30 Lobpreis und Heilandsruf Jesu

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

25 Zu jener Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass Du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast.

26 Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor Dir.

27 Alles ist Mir von Meinem Vater übergeben worden; und niemand erkennt den Sohn außer dem Vater, noch erkennt jemand den Vater außer dem Sohn und dem, dem der Sohn Ihn offenbaren will.

28 Kommt zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und Ich werde euch Ruhe geben.

29 Nehmt auf euch Mein Joch und lernt von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig im Herzen, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.

30 Denn Mein Joch ist sanft und Meine Last ist leicht.

Anmerkungen zur Peschitta (Syrisch-Aramäisch)

  • „Unmündige“: stärker im Sinn von „Einfache, Empfangende“, nicht nur Kinder.
  • „erkennt“: semitisch existenziell – Beziehung, nicht nur Wissen.
  • „Ruhe“: auch „Erquickung, Aufatmen“ – mehr als bloßes Ausruhen.
  • „Joch“: im jüdischen Kontext Bild für Tora/Lehre – hier personal auf Ihn bezogen.

Hl Katharina von Siena

Sie lebte von 1347 bis 1380 in Italien in der Laiengemeinschaft der Dominikaner. Sie hatte 24 Geschwister. Als einfache Frau war sie doch Beraterin von Päpsten und Politikern ihrer Zeit. Interessant ist, dass sie kaum lesen und schreiben konnte, sie hat ihre Briefe und Bücher diktiert.

Ich verweise des Öfteren auf sie, auch heute mit einem Text aus dem Buch Der Dialog. Sehr kostbar.

Woher hat sie all das?

Sie konnte die Bibel nicht lesen und die Messe war auf Latein. Aber die Lehre von Katharina ist so tief und so exakt, dass sie zur Lehrerin der Kirche erhoben wurde.

Sie ist wunderbares Beispiel für Jesu Worte: „Du hast es vor Weisen und Verständigen verborgen und den Unmündigen offenbart.“

Wessen Herz wirklich brennt, der empfängt. Katharina hat aus der Form der Messe, aus Predigten der Dominikaner und geistlichen Gesprächen gelernt.

Aber das alles nur, weil ihr Herz Jesus so zugewandt war, dass alles zu ihr sprechen konnte. Es ist gut, ihr zu begegnen, ich habe ihr Buch von der Vorsehung fragend bewegt. Nicht um Wissen zu erlagen, sondern mich von ihrem Herzen anstecken zu lassen.

Auch Jesus war einfach

Er kam aus der Provinz, weit weg vom geistlichen Zentrum. Er war Sohn eines Handwerkers. Und er lebte die meiste Zeit bescheiden in Seiner Familie.

Katharina suchte diesen Jesus in ihrem Leib, ihrem Leben in der Welt lebendig zu machen. Nicht ein Wissen über Ihn, sondern Ihn selbst durch sich.

Wohin stecke ich meine Energie?

In Forschen und Wissen?

Oder in Gebet, Askese und innerer Sammlung.

Nicht für mich selbst, zu meiner eigenen Erbauung. Nicht, um besser durchs Leben zu kommen.

Sondern für die Kirche und für den Nächsten vor mir.

Nicht um heilig zu werden, sondern im Glauben der geschenkten Heiligkeit.

Heiligkeit ist Zugehörigkeit.

Mir scheint, viele freie Gemeinden denken immer noch zu sehr an Quantität. Andere denken an Bewahrung oder an kulturelles Erbe. Wieder andere an Trost und seelische Hilfe (oft Psychologie).

All das ist gut und nötig.

Und nun soll Tiefe hinzukommen. Menschen, die das Ganz-Oben Jesu durch die ganze Tiefe ihres Herzens in die Welt bringen wollen.

Bildung

Ich habe noch niemanden getroffen, der nicht Bildung als wohl wichtigstes Thema für Entwicklung, gerade in armen Ländern oder „Bildungsfernen Schichten“ gehalten hat.

Ich vermute, das ist zu einseitig, vielleicht verstellt es sogar oft den Blick auf Wichtigeres.

Was ist „Vorgedankliche Quelle“ (in Anlehnung an den Text gestern), die zumeist eigentliche Ursache für unser Denken und Handeln ist.

Was kommt also vor der Bildung – für diese Frage bin ich sehr offen, gesellschaftlich und persönlich.

Das erfahre ich direkt von Dir, Herr, vor aller Weisheit.

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