Ärgernis

Do 04.06.2026 Fronleichnam

Joh 6,51–58 Nur wer von diesem Brot isst

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

51 Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch für das Leben der Welt.

52 Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann Dieser uns Sein Fleisch zu essen geben?

53 Da sprach Jesus zu ihnen: Amen, amen, Ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und Sein Blut trinkt, habt ihr kein Leben in euch selbst.

54 Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

55 Denn Mein Fleisch ist wahre Speise, und Mein Blut ist wahrer Trank.

56 Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, bleibt in Mir und Ich in ihm.

57 Wie Mich der lebendige Vater gesandt hat und Ich lebe durch den Vater, so wird auch der, der Mich isst, leben durch Mich.

58 Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; nicht wie die Väter aßen und starben. Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Anmerkungen zur Peschitta

51 In der Peschitta steht für „Fleisch“ ܒܣܪܝ (besri), „Mein Fleisch“. Das aramäische Wort kann sowohl den Leib als auch die konkrete menschliche Existenz bezeichnen.

53–56 Die Peschitta verwendet durchgehend die aramäischen Wörter für „essen“ und „trinken“ in sehr direkter Weise. Der Text wirkt ebenso konkret wie im Griechischen und vermeidet jede Abschwächung.

56 „Bleibt in Mir und Ich in ihm“: Das aramäische Verb trägt den Gedanken des Wohnens, Verweilens und Beständig-Bleibens in sich.

57 „Der Mich isst“ steht auch in der Peschitta ungewöhnlich direkt. Nicht nur das Brot wird gegessen, sondern Christus selbst wird als Quelle des Lebens bezeichnet.

Speisegebote

Israel hat einige Speisegebote und es wird zum Teil extrem ernst genommen. So gibt es oft getrenntes Geschirr für Milchiges und Fleischiges; ein einfaches Abwaschen gilt dabei nicht als ausreichend, um es wieder „koscher“ zu machen.

Leiblichkeit ist tiefer verwurzelt als bei uns, auch wenn es bei uns inzwischen mehr Tabus bei der Ernährung gibt. Zumeist aber nicht religiös begründet.

Was ich esse, hat mehr mit mir zu tun als zunächst angenommen.

Und nun: Das Fleisch Jesu essen.

Heiligkeit einer Speise. Heilsbedeutung eines Speisens, eines Essens.

Ein gewaltiger Affront gegen unsere säkulare Kultur.

Ärgernis

Schon als Jesus diese Worte gesagt hat, waren sie ein so großes Ärgernis, dass selbst die Wohlwollenden sich dann von Ihm abgewandt haben.

Am ganz Konkreten scheiden sich die Geister.

Symbolisch – ja. Aber konkret physisch?

Bis heute ein Ärgernis für viele, wie ich es auch in meiner Bruderschaft erlebt habe.

Von da ausgehend geht es auch um die konkrete Person: den Juden Jesus Christus aus Israel. Bis heute.

Es gibt kein Heil ohne Seinen Leib.

Heilung geschieht schon im Vorfeld oft mit Berührung, mit dem Auflegen der Hände Jesu. Hier aber noch so viel tiefer, unbegreiflich tief.

Irdische Existenz

Es ist nicht die Lehre allein. Nicht die Bibel allein. Nicht der Glaube allein. Obwohl das alles notwendig ist.

Gott will einen Glauben sehen, der den ganzen Leib betrifft – mehr als unser Fühlen, Denken, Meinen.

Eine Leiblichkeit, an der keine KI teilnehmen kann. Kein geistiger Vorgang allein. Es ist ein Glaube nötig, der nicht versteht, sondern einfach glaubt und vollzieht. Der meine ganzen Leib betrifft, mein ewiges – aber ebenso mein irdisches Sein.

Die Verbindung des Leibes mit dem Geist ist beim Thema Scham oder gar Missbrauch spürbar. Es scheint „nur“ den Körper zu betreffen – aber es ist nicht so. Der ganze Mensch ist betroffen.

Erleben

Gestern war ich mit einem Freund auf einer Israelveranstaltung. Es wurde klar, dass es nicht um Medien, Politik, Völkerrecht geht.

Sondern um das Sein Israels selbst.

Ich sage: Auch Israel kann nicht mit Argumenten oder Meinungen erklärt werden, sondern mit der Leiblichkeit Gottes in einem Volk.

Es ist Gottes Volk, und meine Stellung zu diesem Volk und zur Existenz Israels auch als dieser konkrete Staat entscheidet, ob ich in die weitere Offenbarung Gottes in der Geschichte einbezogen werde oder nicht.

Ich sorge mich um die Christen, die erneut nicht wissen, wer ihre Wurzeln sind. Die erneut urteilen und beurteilen. Ohne Wurzeln werden wir verdorren.

Israel ist in vielen Gemeinden ein Tabu. Viele bekennen sich nicht – um des Friedens willen.

Ich sage: Lass das Thema nicht ruhen, sondern frage Gott, bis du klar erkennst, ob es so ist. Und es in einer Weise erkennst, dass du dafür das Ärgernis in Kauf nimmst, wenn es kommt.

Wie soll Deutschland gerettet werden, wenn wir erneut in eine andere Richtung schauen, wenn Juden und Israel so behandelt werden, wie es immer am Anfang einer größeren Verfolgung der Fall war?

Wenn ich mich nicht zu Israel bekenne – wird Gott sich dann zu mir bekennen, wenn es mich treffen wird?

Der Glaube wird mehr geprüft, wenn ich an mehr Dinge glaube. Und er ist auch mehr dem Risiko des Irrtums ausgesetzt.

Das entbindet mich nicht vom Fragen, Prüfen – und Gehen.

Abram ging aus seiner Heimat und auch aus seiner Glaubensheimat, als Gott ihn rief.

Ich bin bereit zu gehen, so wie ich Dich höre.

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