Bestand im Bruch

Mo 18.05.2026

Joh 16:29-33 Ankündigung der Zerstreuung der Jünger

Der Text

29 Seine Jünger sagen: Siehe, jetzt redest Du offen und sprichst kein Bildwort mehr.

30 Jetzt wissen wir, dass Du alles weißt und nicht nötig hast, dass jemand Dich fragt. Darum glauben wir, dass Du von Gott ausgegangen bist.

31 Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr?

32 Siehe, es kommt eine Stunde — und sie ist gekommen — dass ihr zerstreut werdet, jeder in das Seine, und Mich allein lasst. Doch Ich bin nicht allein, weil der Vater mit Mir ist.

33 Dies habe Ich zu euch geredet, damit ihr in Mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden.

Sichtbarer Bruch

Ich nenne es mit Mühe „Bruch“ und nicht Zerbruch. Denn das Kreuz Jesu sieht zwar ganz nach Zerbruch aus – aber es ist eigentlich eine Offenbarung.
Die Offenbarung, dass jeder Bruch durch die Wirklichkeit der Verbindung zu Gott dem Vater kein Zerbruch ist, sondern eine Offenbarung Gottes als Gott im Dennoch. Oder anders gesagt: Solange der Bruch des Erfolges nicht die Beziehung zerbricht, ist mehr gewonnen als verloren.

Die Jünger meinen, Jesus nun näher zu sein.

Aber gerade dieser Erfolg des Verstehens ohne Bilder, des Glaubens, dass Jesus von Gott ausgegangen ist, verhindert nicht die nächste und schwerste Prüfung ihres Glaubens: den Tod des bisherigen Gehalten-Seins durch die Nähe zur Person Jesu.

Das Zentrum der Gemeinschaft verschwindet und die Brüder zerstreuen sich.

Noch schlimmer: Der Hirte wird geschlagen werden – und die Schafe verlassen ihren Hirten in Seiner größten Demütigung.

Jesu Christus

Aber Jesus verlässt sie nicht, obwohl sie Ihn verlassen.

Das ist für Ihn schwerer als man meinen könnte. Denn Du bist wesenhaft Gemeinschaft. Dein „Menschensohn“ sein wird mit der Flucht der Jünger infrage gestellt, ja zunächst aufgehoben.

Ich habe in dem Text „Loccum Blues“ über solch eine Situation geschrieben.

Als Menschensohn gibt es für Jesus nicht mehr den schlichten Rückzug zum Vater.

Jesus ist in eben der Welt, die Er geschaffen hat, und ist ganz Teil von ihr geworden – schon in Seiner Empfängnis durch Maria.

Im bedingungslosen Ja Marias kam es zur Offenbarung des bedingungslosen und unauflöslichen Ja Gottes. So wie das Ja des Abrahams zur Hingabe seines Sohnes zum endgültigen Ja Gottes zum Volk Israel geführt hat.

Omer Tag 46

נֶצַח שֶׁבְּמַלְכוּת

Nätzach schebeMalchut „Beständigkeit / Ausdauer im Königtum“

Zwar nicht paradox beschrieben, aber doch treffend: Nur in der Dauer, der Beständigkeit, ist ein Königtum ein Königtum.

Der Sieg ist nur ein Sieg, wenn er Bestand hat.

Der Chorleiter, wie er oft in den Psalmen benannt wird, ist ein lamnatzeach, also der, der in Beständigkeit zum Ziel führt.

Ich sage nun: Es ist nicht der, der so stark ist, dass er zum Ziel führen kann. Sondern es ist der, der in der Offenbarung seiner Substanz immer noch derselbe ist: jemand in Beziehung zum Vater.

Darum kommt zu einer Art „Training des Glaubensmuskels“ in tiefer Weise die Offenbarung, die Prüfung hinzu.

Wer bist du, wenn du nur noch eines bist?

Wer bist du in deinem unveränderlichen Wesen?

Wer bleibst du, wenn alles gebrochen ist, was sonst noch da ist?

Nicht am ersten Tag

Das ist die enge Pforte am Ausgang dessen, was ich „die beiden Tore der Wiedergeburt“ genannt habe. Siehe, du wirst verfolgt werden.

Aber auch wenn ich nicht heute in diesen tiefen Bruch geführt werde, gilt es doch, den Tag heute als Bereitung zu empfangen.

Indem ich mehr und mehr meiner „Meinung“ erschüttern lasse. Mehr und mehr meiner Bedürfnisse als optional erkenne. Mehr und mehr das Joch annehme, das ich an Jesus erkenne und zu deren Mittragen Er mich auffordert.

Praktischer Nachtrag

Ganz konkret gehört dazu, dass ich Nachrichtenhygiene betreibe.
Nachrichten, besonders Neuigkeiten, “News“, lagert sich an Vorurteilen an. Sie sind nie in Reinform zu empfangen. Meinungen nähren sich an Nachrichten zu Meinungswucherungen – nicht zu Wahrheiten.

Nachrichtenkrebs vergiftet Beziehungen, wie wir es erneut erleben.

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