Fr 17.07.2026 Tastungen, ökumenische Konferenz
Mt 12:1-8 Ährenraufen am Sabbat
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext
1 Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saatfelder. Seine Jünger aber wurden hungrig und begannen, Ähren abzupflücken und zu essen.
2 Als die Pharisäer das sahen, sprachen sie zu Ihm: „Siehe, Deine Jünger tun, was am Sabbat nicht erlaubt ist.“
3 Er aber sprach zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Begleiter hungerte?
4 Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote aß, die weder er noch seine Begleiter essen durften, sondern allein die Priester?
5 Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat entheiligen und doch ohne Schuld sind?
6 Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel.
7 Wenn ihr aber erkannt hättet, was dies bedeutet: ‚Barmherzigkeit will Ich und nicht Opfer‘, dann hättet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt.
8 Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats.
Die Jünger wurden hungrig
Und sie haben offenbar keine Vorräte mehr. Kein Proviant, keine Butterstulle. Und „am Sonntag ist der Supermarkt geschlossen“.
Der Dienst mit dem Herren hat sie so in Anspruch genommen, dass ihre Ressourcen erschöpft sind. Es mangelte an der modernen Selbstfürsorge.
Mir kommt es heute nicht auf die sehr provisorische Lösung an, sondern darauf, dass der Weg der Nachfolge oft kein „Flow“ ist, kein Abgeben aus dem Überschuss.
Tastungen
Diese Konferenzen in Tastungen sind anstrengend. Ich komme nicht dazu, genug zu schlafen. Viele Dinge berühren meine Grenze an Kraft, auch mental. Ja, ein Überschreiten ist oft auch nicht fern.
Da überrascht es dann, dass mitten drin noch eine kleine Zusatzanfrage kommt. Ist es denn nicht genug?
Warum versorgt der Herr Seine Jünger manchmal so schlecht?
Erzählt werden die Wundergeschichten – aber den Jüngern widerfährt hier keine Brotvermehrung. Keine Körbe mit Brot bleiben übrig.
Hingabe
Hingabe ist immer auch ein Ganz-leer-Geben. Ein über das einfach Vorhandene hinaus gefragt sein. Das Maß der Mühe wird nicht von mir bestimmt. Das Leben dient nicht zumeist sich selbst.
Das ist sehr unmodern, gerade aus der Feder eines Seelsorgers.
Aber es gibt mehr als die Sorgen der Psychologie. Als das System Mensch.
Nicht in selbstherrlicher Weise, nicht einfach nach meinem Erfolgsdenken. Aber doch.
Zeugnis
In dieser Woche haben wir ein Zeugnis gehört, von einer Frau, die aus den bösen Verstrickungen fernöstlicher Praktiken kam.
Ihre Befreiung war kein einfacher Akt der Gnade.
Sondern trotz und in der Gnade, die sie durch und in der orthodoxen Kirche empfing, war es ein Weg unvorstellbaren Leidens.
Offenbar gibst Du, Herr Jesus, uns Anteil an den Leiden, die Dich unsere Erlösung kostet.
Wir bezahlen nicht den Preis – aber wir verkosten von ihm.
Gott selbst
Gott selbst verlässt die Schönheit Seiner Ordnungen.
Er lädt uns zwar ein, in Seine Herrlichkeit einzutreten. Aber Er kommt auch selbst heraus, besser: herab, und verlässt Seine lieblichen Orte.
Und zwar wirklich. Nicht in Form eines sportlichen Spiels. Gethsemane war und ist kein Zug auf einem Schachbrett der Welterlösung. Kein Erfüllen eines Plans.
Sondern Gott ist in Jesus ganz Mensch. Ausgeliefert, ungeschützt, hingegeben.
Die vollkommene Schönheit und Ordnung des Universums, wie sie in Gott präsent ist – sie wird durchkreuzt und durchbrochen von dem, was Du heute mit einem Wort benennst.
Barmherzigkeit.