So 23.08.2026
Mt 16:13-20 – Das Bekenntnis des Petrus
(Evangelium des Tages)
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext
13 Als Jesus aber in das Gebiet von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte Er Seine Jünger und sprach: „Für wen halten die Menschen den Sohn des Menschen?“
14 Sie aber sprachen: „Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elia, wieder andere für Jeremia oder einen der Propheten.“
15 Er spricht zu ihnen: „Ihr aber, für wen haltet ihr Mich?“
16 Simon Petrus aber antwortete und sprach: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
17 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: „Selig bist du, Simon Bar-Jona; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern Mein Vater, der in den Himmeln ist.
18 Und Ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde Ich Meine Gemeinde bauen, und die Tore des Hades werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf der Erde bindest, wird in den Himmeln gebunden sein, und was du auf der Erde löst, wird in den Himmeln gelöst sein.“
20 Dann gebot Er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass Er der Christus sei.
Was ist der Fels?
Neben allen anderen Auslegungen habe ich gesagt: Es ist die Substanz des Glaubens Simons. Die Weise des Glaubens Simons ist der Fels. Die Offenbarung des Vaters, von dem aber Petrus nicht weiß, dass es der Vater in ihm ist.
Mich berührt die Frage, was ich wirklich so glaube, dass es ein Fels ist, seit Langem. Auch in der Männerrunde haben wir mit diesem Thema begonnen – eine erschreckende Frage.
Denn es gibt viel, das ich glaube, zu glauben. Viel, das ich gerne glaube – was mich aber nichts kostet. Viel ist nur „Zweites“.
Was man alles so Glauben nennt
Da gibt es viel. Und oft ist es eine Mischung.
Ich glaube, weil ich mich vor mir und anderen als Glaubender bekannt habe. Ein altes psychologisches Prinzip der Selbstkongruenz.
Ich glaube, weil es eine Art gedankliches und emotionales Zuhause ist. Ein Vertraut-Sein mit Gedanken, Formen, Kultur, Erinnerungen, Menschen.
Ein Glaube wie ein intensives Hobby.
Glaube als Trost und „Meilenstein“.
Mit Meilenstein meine ich, dass ich erst einmal nur bis dahin denke, zutiefst aber weiß, es ist noch nicht das Ziel.
Glaube als Reflexion des Glaubens anderer. Wohl selten allein, aber als Verstärkung.
Glaube als Ausdruck einer allgemeinen religiösen Veranlagung im Menschen.
Und manches mehr.
Alles Dinge, die ich nicht ablehne.
Aber warum glaube ich nicht wie die Zeugen Jehovas, wie die Mormonen, wie die Moslems?
In all dem ist kein Vorzug meines Glaubens.
Und ich denke, es ist nicht der Glaube, auf den Jesus Seine Kirche baut, der „Felsenglauben“.
Was glaube ich unbedingt?
Also „felsenhaft“.
Ich glaube unbedingt an die Würde des Menschen.
Ich glaube unbedingt an das Angelegt-Sein des Menschen auf Ewigkeit.
Ich glaube unbedingt an das Gewollt-Sein, z. B. von mir selbst.
Und ich glaube daran, dass ich ohne Gegenüber nicht existieren kann (Martin Buber).
Ich glaube daran, dass ein Leben ohne Frucht keine Antwort auf das Gegeben-Sein ist.
Das alles glaube ich felsenhaft.
Und für all das bist Du mir die einzige vollständige Begründung.
Begegnungen
Ich bezeuge: Du hast oft mit mir gesprochen.
Aber das Gesprochen-Haben selbst ist mir kein hinreichendes Zeugnis – wohl aber der Inhalt dessen, worüber wir reden.
Ich glaube nicht aufgrund von Wundern, auch nicht dem Wunder der Begegnung von Dir und mir in meinem Herzen.
Sondern ich empfange Dich als Inhalt Deiner Worte in meinem Herzen.
Du bist Wort und Antwort auf alle substanziellen Fragen in mir.
Ohne Dich wäre der Fels meiner oben genannten Glaubensfelsen in Wahrheit grundlos – recht wörtlich gemeint.
Und daraus folgere ich:
Schon vor meinen Glaubensfelsen warst Du es, der mich auf diese Weise geschaffen hat, dass eben dies meine Glaubensfelsen sind.
Und damit gehe ich los und ordne die losen Steine der Religiosität für Dein Reich.
Und ja, ich spüre dies alles von Dir her.
Gepriesen seist Du vor aller Welt, Du, ihr Schöpfer.
Dein Beitrag hat mich angesprochen. Besonders Deine felsenfesten Gedanken gefallen mir, die in mir nachklingen.
Allerdings nehme ich es wie Friedrich von Schiller: „Das Universum ist ein Gedanke Gottes. … Möglich, daß das ganze Gerüste meiner Schlüsse ein bestandloses Traumbild gewesen. Aber eine Wahrheit ist es, die gleich einer festen Achse, durch alle Religionen und alle Systeme geht! – Nähert Euch dem Gott, den ihr meinet!“ und
„Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, die du mir nennst. – Und warum keine? – Aus Religion.“
Frei denke ich, ohne Kirchenglauben, dafür mystischer und spiritueller. Kirche hat einen allzu materialistischen Charakter, den ich nicht teilen kann.
Deinen Satz: „…ich empfange Dich als Inhalt Deiner Worte in meinem Herzen“ kann ich nachempfinden.
Wunder ist das Leben selbst, dessen Vielfalt man sehen muss. Vieles erkennt man nur in Stille und Einsamkeit. Gott ist für mich der Fels in der Brandung.
Wollte der Nazarener eine Kirche gründen? Ich habe in der Bibel sehr spannende Lektüren gefunden. Viele Überlieferungen scheinen wahr zu sein, bei manchem steckt jedoch ‚der Teufel im Detail‘. Er hat dort einen nahezu sicheren Ort gefunden, denn seine Entdeckung ist schwer.
In einer Geschichte des Alten Testamentes fordert Gott Samuel auf, König David zu salben. War Jesus nach Überzeugung seiner ersten Jünger der Nachfolger von König David oder haben die Bibelschreiber ihn dazu gemacht? Fest steht, dass Jünger und Anhänger in Jesus, den sehnlich erwarteten König sahen, der in ihrer Welt einiges in Ordnung bringen würde. Sie hielten ihn für den Messias, den Retter aus der römischen Besatzung. Daher nannten sie Jesus „den Gesalbten“, also Jesus Christus.
Sind wir nicht alle Gottes Kinder?
Alles Gute wünscht Gisela. 💟
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Liebe Gisela,
danke für den Kommentar und Deine Gedanken.
Ich beobachte des öfteren, dass die „felsenfesten“ Gedanken auch in anderen Menschen eine Rolle spielen. Und oft kann ich darüber auch einen Grundkonsens mit Menschen finden, die sich sonst mir gegenüber als ablehnend zeigen, z. B. wenn ich mich für Israel einsetze.
Wahrheit offenbart sich in einem inneren Empfänger der in Resonanz mit der „gesendeten“ Wahrheit stehen muss.
Das ist für mich genug – auch wenn ich mir, darauf aufbauend, weiteres vorstellen kann. Denn ich erkenne nur in Jesus Christus genau diesen Sender.
Mit sehr freundlichem Gruß
Andreas Braun
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