Der Heilige Geist, die KI und ich

Aus gegebenem Anlass stelle ich hier meinen Umgang mit der KI dar, genauer: wie ich versuche, den Heiligen Geist, KI und mich zusammenzufügen.

Der Heilige Geist und ich

Ich habe schon beschrieben, dass ich nie genau weiß, was vom Heiligen Geist ist und was von mir. Inzwischen scheint es mir mehr eine Begegnung des Heiligen Geistes mit meinem Geist zu sein und weniger das eine oder das andere oder auch eine Mischung.

Von dem Gedanken, ein Kanal für Gott zu sein, bin ich ein ganzes Stück zurückgetreten. Ich rede nicht in der Autorität Gottes, aber ich rede auch nicht einfach nur in meiner eigenen Autorität.

Hier entsteht etwas Neues, Drittes, das weder nur den Geist repräsentiert noch nur mich.

Ich bezeuge nicht einfach, sondern ich selbst bin Zeugnis: die Verleiblichung eines Zeugnisses.

Was die KI darf

Die KI darf und soll meine Angaben zu Fakten prüfen und verifizieren.

Ich nenne als Beispiel Matthew Ayariga. Ich hatte aus einer Quelle gehört, dass er vor der Hinrichtung kein Christ gewesen ist, und es zunächst auch so geschrieben. Bei der Überprüfung durch die KI stellte sich heraus, dass es dafür keine sicheren Belege gibt. Daraufhin habe ich diese Formulierung entfernt.

Oder ich lasse die KI prüfen, ob ich einem Dogma der katholischen Kirche widerspreche. Bisher hat keine Prüfung ergeben, dass mir das passiert wäre.

Ich lasse die KI nach Wortübersetzungen forschen, oder sie hilft mir beim schnellen Finden von Bibelstellen.

Bei besonders wichtigen Situationen verwende ich auch verschiedene KI-Versionen.

Und schließlich lasse ich die KI prüfen, ob meine Andachten und Texte stimmig sind, Rechtschreibfehler enthalten, schwer verständlich sind oder echte Fehler enthalten.

Was die KI nicht darf

Sie darf mir an keiner Stelle das Gespräch mit dem Heiligen Geist ersetzen und soll nicht ergänzen. D. h., sie soll mir keine Ideen liefern, keine Vorschläge machen und keine Empfehlung aussprechen. Sondern sie soll mir kritische Fragen stellen, mich auf merkwürdige Dinge hinweisen oder eine Art Advocatus Diaboli sein.

Da die KI die von mir gemachten Vorgaben nach einer gewissen Zeit selbstständig verändert und immer wieder versucht, Vorschläge zu machen und Gedanken und Impulse einzubringen, ist das gar nicht so einfach. Praktisch immer verwerfe ich Ideen von der KI.

Mit „praktisch“ meine ich, dass eine Idee, die aus dem Gespräch mit dem Geist Gottes und mir entstanden ist, eventuell durch einen Beitrag von der KI ergänzt wird. Das passiert aber extrem selten, vielleicht einmal auf 50 Andachten. Es ist eben eine starke Regel, aber kein absolutes Tabu.

Niemals ist die Grundidee eines Textes eine Idee der KI.

Flüssiger Text

Manchen Lesern mag aufgefallen sein, dass meine Texte seit ein paar Tagen etwas flüssiger und umgangssprachlicher formuliert sind.

Das liegt nicht an der KI.

Es hat zwei andere Gründe:

a) Ich habe Gott so verstanden, dass ich nach vielleicht 35 Jahren Gespräch zwischen Ihm und mir nun auch vermehrt Leser in mein Herz nehmen soll.

D. h., ich versuche langsam, eine Sprache zu finden, die nicht nur ich selbst verstehe.

Das ist eine Sprache, die möglichst kompakt ist und Begriffe benutzt, die mir geläufig sind, aber für manchen eine Barriere darstellen.

Das ist ein langsamer Übergang, weil ich mir dabei selbst treu sein möchte.

b) Ich benutze seit einigen Tagen das Programm Whisper. Whisper ist ein Programm zur Umwandlung von Sprache zu Text, das weit über die Fähigkeiten von Siri hinausgeht. Ich diktiere also meine Andachten im Wesentlichen. Dadurch reduziert sich die Versuchung, so kompakt wie möglich zu schreiben, weil mir das Schreiben eine größere Mühe war und ich dort mehr Tippfehler gemacht habe.

Und einen Gedanken über das gesprochene Wort zu kommunizieren, ist eine natürlichere Form, als direkt in das geschriebene Wort zu gehen.

Bilder

ChatGPT hat seine Fähigkeit, Bilder zu generieren, erheblich gesteigert. Zuerst bin ich der Versuchung erlegen, dies dann auch ChatGPT zu überlassen. D. h., ich habe in der Grafik das gemacht, was ich im Text unbedingt vermeide.

Das waren die ersten bunten, kombinierten Bilder.

Aber der Umgang mit der KI erfordert die bewusste Aktivierung des Geistes, des eigenen Willens, die Grundidee selbst hervorzubringen.

Mit den Schwarz-Weiß-Skizzen versuche ich nun, meinen Einfluss auf das, was herauskommt, zu erhöhen und die Führungsrolle wahrzunehmen.

Kampf mit der KI

Die KI hat den Trend, Dinge diplomatischer, einfacher und logischer zu formulieren. Wenn sie mir an einigen Stellen in meinen Formulierungen und meinen Aussagen widerspricht, denke ich teils lange, intensiv und kritisch darüber nach, ob ich dabei bleiben will. Ob es wirklich etwas ist, das es zu bezeugen gilt und es so zu schreiben ist, wie ich es geschrieben habe.

Was ich nur aus Nachlässigkeit oder mangelnder Gewissenhaftigkeit merkwürdig geschrieben habe, wird dann von mir geändert; was dann bleibt, auch im Widerspruch bleibt, soll bleiben und repräsentiert mich im Unterschied zur KI.

Ich möchte, dass die KI mir Widerstand leistet, damit ich mir klarer darüber werde, was ich wirklich sagen will, was mich ausmacht und was meine Botschaft ist.

Damit offenbart der Text mehr von mir, wie ich wirklich bin, als es ohne den Einsatz von KI geschehen wäre.

Die KI darf mir keine Vorschläge zur Verbesserung machen, denn ich will gerade lernen, selber besser, selbstkritischer und ehrlicher zu denken und zu schreiben.

Dabei ist KI eine Art Sparringspartner und kein „Helfer“. Keiner, der mir etwas abnimmt, sondern einer, der mich herausfordert und mir eine gesunde Gegnerschaft bietet.

Es geht darum, aus der Gegnerschaft etwas zu lernen, zu wachsen und damit wieder unabhängig von der Gegnerschaft zu werden.

So wie die moderne KI dazu eingesetzt wird, in rekursiven Prozessen sich selbst zu verbessern, so möchte ich die KI benutzen, um mich in rekursiven Prozessen selbst zu verbessern und dabei meine Unabhängigkeit zu festigen.

In diesem Prozess lerne ich auch unterscheiden, was künstliche Intelligenz ist und was dagegen den Menschen ausmacht, den Menschen gerade in seiner Beziehung zu Gott.

War früher die Frage: „Was unterscheidet den Menschen vom Tier?“, könnte morgen die Frage sein: „Was unterscheidet den Menschen dauerhaft von künstlicher Intelligenz?“

Ich werde nicht mehr Mensch, indem ich die KI klein halte oder aus meinem Leben verbanne, sondern indem ich mich der Herausforderung stelle und darauf vertraue, dass die Würde des Menschen weit über seine Intelligenz hinausgeht.

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