Mi 14.10.2026 🇮🇱 Har Bracha Pinat HaShomron
Lk 11:42-46 Wehrufe Jesu
Lukas 11:42-46 / Lut
42 Aber weh euch Pharisäern, daß ihr verzehntet die Minze und Raute und allerlei Kohl, und geht vorbei an dem Gericht und an der Liebe Gottes! Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.
43 Weh euch Pharisäern, daß ihr gerne obenan sitzet in den Schulen und wollt gegrüßt sein auf dem Markte!
44 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr seid wie die verdeckten Totengräber, darüber die Leute laufen, und kennen sie nicht!
45 Da antwortete einer von den Schriftgelehrten und sprach zu ihm: Meister, mit den Worten schmähest du uns auch.
46 Er aber sprach: Und weh auch euch Schriftgelehrten! denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten, und ihr rührt sie nicht mit einem Finger an.
Phänomenologie
Die Worte Jesu klingen zornig.
Ich spüre Dein inneres aufgewühlt sein, Herr. Du redest nicht glatt und korrekt wie ich mir einen weisen alten Mann vorstellen würde.
Ich spüre sogar eine Steigerung, eine innere Kraft die nach außen will. In einem weiteren Schritt dann auch gegenüber dem Schriftgelehrten.
Das wirkt auf mich wie eine „Heiligkeit mit Ecken und Kanten“ – garnicht „glatt“.
Heiligkeit ist nicht Perfektion
Ich kämpfe gegen meine alten Empfindlichkeiten und Fehler.
Da scheint mir eine ruhige Gelassenheit ein guter Weg zu sein. Vielleicht mit ein wenig Stoizismus gemischt?
Wer sich aufregt macht schnell Fehler – so sieht das Aufregen selbst meist schon wie ein Fehler aus.
Aber ist das so?
Siedlungen
Mir scheint, die Siedlung, in der ich übernachte, in gewisser Weise ein heiliger Ort zu sein. Auch auf einem Platteau, das wir gestern besucht haben, spürte ich diese Frage an mich: Sieh, ist das nicht Mein heiliger Ort?
Am Rande war eine Gedenkstelle für einen ihrer Männer, der in der Nähe getötet wurde. Meine Kirche würde ihn nicht heilig nennen, oder Märtyrer – aber ich schon. Er starb für dass, was er von Gott her verstanden, hat durch die Hand solcher, die das noch nicht verstehen.
Der Platz war ein schöner Ort.
Aber er war recht schmutzig.
Zum einen, der Ort selbst. Viel Plastikmüll lag herum. Merkwürdig.
Und die Erde war an vielen Stellen aufgerissen, denn es ist ein steiniger, harter Boden.
Aber mehr noch.
Der Frieden ist „aufgerissen“.
Wahrheit
Ist es wahr, das den Juden das Land gehört?
Wir sprachen mit einer Frau, die zu den ersten zwölf Siedlern in Samaria gehört. Sie berichtete, dass es zuerst keine Konflikte mit den arabischen Nachbarn gab. Sie haben miteinander und sogar etwas durcheinander gelebt.
Erst der sogenannte Friedensprozess von Oslo brachte Konflikte, Gewalt, Tote.
Auf die Frage wie heute ihr Verhältnis zu den Arabern ist sagte sie: „Es gibt keins“.
Meine Frage lautet nun:
Bringt Wahrheit wirklich Frieden?
3400 Jahre
Josua hat beim Einzug in das Land einen Altar aus unbehauenen Steinen aufgerichtet. Dieser Altar „ruhte“ etwa 3400 Jahre, niemand wußte wo er war.
Bis zum Sechs-Tage-Krieg.
Denn danach konnte Israel in der Region archäologisch arbeiten.
Und in dem Maß, wie es klarer wurde, das jener Steinhaufen die Volkwerdung Israels dokumentiert und real hier zu finden ist, in dem fing auch ein Konflikt darum an.
Mit der Wahrheit wird zumeist auch der Widerspruch offenbar.
Persönlich
Es setzt sich fort, was ich gestern schrieb.
Heilig werde ich nicht allein im Kämmerlein.
Auch wenn das Kämmerlein unverzichtbar bleibt, gerade auch wegen meiner eigenen Mängel.
Wenn ich nur Frieden will, werde ich die Liebe verlieren. Wahrheit die liebt, will den anderen.
Und sie wird so zum Stein des Anstoßes. Der Stein, der das Potential für das heilige Jerusalem hat. Dessen Eckstein selbst Stein des Anstoßes war.