Kfar Aza

So 18.10.2026 🇮🇱 Jerusalem

Ohne Bibelstelle

Ausnahme

Meine Andachten, die ich schon viele Jahrzehnte mache, haben immer einen Bibeltext als Ausgangspunkt. In den vergangenen Jahren immer das Evangelium des Tages nach der katholischen Leseordnung.

Heute aber fahren wir nach Kfar Aza, einem Dorf nahe Gaza, das von dem Überfall der Hamas am 07.10.2023 besonders betroffen ist.

Ich wurde gefragt, dort eine Andacht zu halten.

Kfar Aza bedeuet: „Dorf Gaza“, oder Dorf bei Gaza. Schon erwähnt in der Bibel im Zusammenhang mit Simson im Buch der Richter.

Nicht begreifen wollen

Im Begreifen steckt das Wiedergewinnen von Kontrolle, von Selbstbestimmung.

Aber vor Gott ist die erste Haltung die des Schweigens. Auch des Schweigens jedes Anspruches auf Einordnung, auf Erkenntnis, auf Begreifen.

Es gilt, unter dem Wort, aber auch: Unter dem Handeln Gottes still zu werden.

Nicht begreifen heißt nicht, nichts zu erkennen

Auch in der Ohnmacht des Nicht-Begreifens bleibt etwas, das ich doch sehen kann. Die Ohnmacht will sich auf alles ausdehnen, das ist aber meistens nicht die Wahrheit. In der Ohnmacht kann ich doch dies und das erkennen.

ZumBeispiel:

Geschichte

Gott redet anhand der Bibel.

Aber nicht nur, sondern besonders auch durch Geschichten und die Geschichte selbst.

Deiner Geschichte nahe zu kommen, braucht mein Betrachten und Forschen – dann aber geht es darum, auf Dich zu warten, ob Du etwas am aktuellen Geschehen offenbaren willst.

Ein Volk ist ein Volk

Es ist mehr als die Summe der Einzelschicksale.

Das ist eine Wirklichkeit, die unser Volk kaum hören kann, nachdem der Begriff „Volk“ so missbraucht wurde.

Und auch in der Kirche ist der Einzelne mit seinem Ergehen und Gefühl oft sich selbst der Nächste.

Und so kommen auch wir hier nicht einfach als Du und ich hin, sondern als Deutsche. Deutsche, die dem Volk der Juden Schlimmeres angetan haben als die Hamas es getan hat.

Aber auch als Kirche, als Christen. Christen, die dem Volk der Juden wiederum Schlimmeres getan haben, als der Islam es in der langen Geschichte der Juden getan hat.

Persönlich

Gott schaut auf die Erde.

Ist da einer, der mit Mir weint?

um diesen; um jenen dort?

Um Mein Volk?

Ist vielleicht einer, der klug wird, und Mich in Meinem Volk wiedererkennt?

Und sich als Fremdling und Beisasse zu ihm gesellt, wie viele Ägypter es taten, als Ich mich an Pharao mächtig erwies.

Viele Ägypter sahen das Licht bei den Juden in den drei Tagen der Finsternis, in der niemand mehr den anderen sehen konnte.

Die letzte Plage vor der großen Plage an der Erstgeburt.

—

KI

Das hebräische Wort עַזָּה (Aza, Gaza) hängt mit der Wurzel ע־ז־ז zusammen.

Diese Wurzel bedeutet „stark sein“, „mächtig sein“ oder „kräftig sein“.

Der Ortsname עַזָּה lässt sich daher sinngemäß als „die Starke“ oder „die Mächtige“ verstehen.

Verwandte Wörter sind:

  • עֹז (Oz) – Stärke, Kraft.
  • עַז (Az) – stark, kühn, auch heftig.

Eine wichtige Einschränkung: Die traditionelle Deutung „die Starke“ ist sprachgeschichtlich umstritten. Neuere etymologische Untersuchungen vermuten eine andere semitische Wurzel mit der Bedeutung „dornig“ oder „stachelig“. Die ursprüngliche Bedeutung des Ortsnamens ist daher nicht sicher.

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