Ich erwarte Jesus

Di 20.10.2026 🇮🇱 Hauptbahnhof Berlin

Lukas 12,35–38 – Vom Warten auf den Herrn

(Evangelium des Tages)

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

35 Eure Hüften sollen umgürtet sein und eure Lampen brennen. 36 Und ihr sollt Menschen gleichen, die auf ihren Herrn warten, wann Er von der Hochzeit zurückkehrt, damit sie Ihm, sobald Er kommt und anklopft, sogleich öffnen. 37 Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn Er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, Ich sage euch: Er wird sich umgürten, sie sich zu Tisch legen lassen und hinzutreten und ihnen dienen. 38 Und wenn Er in der zweiten oder in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet – glückselig sind jene!

Ist es wahr?

Hat die Geschichte der Welt eine Richtung? Gibt es Ereignisse, nach denen etwas Unumkehrbares geschehen ist? Gab es Noah und die Flut; gab es den Mann des Glaubens, Abraham? Hat Israel Kanaan vor vielleicht 3.250 Jahren (oder mehr) erobert?

Ist Jesus vor ca. 2.000 Jahren als Gottes Sohn – als Gott – fleischgeworden? Und etwa 30 Jahre später am Kreuz für unsere Schuld, für meine Schuld gestorben?

Was davon glaube ich wirklich?

Wenn ich all das glaube, so kann mein Glaube da nicht aufhören. Dann geht diese Art Geschichte auch weiter. Dann wird Jesus Christus in Herrlichkeit wiederkommen.

Aber erst, nachdem Israel wiederhergestellt ist.

Was jetzt geschieht.

Ich glaube, dass ich sterben werde und Jesus mich auferwecken wird. Beides liegt genauso in der Zukunft, wie die Wiederkunft Jesu.

Und ich erkenne an Krankheit und Alter, dass das erste unaufhaltsam näher kommt.

Und wenn ich auch weiß, dass ich aus reiner Gnade erlöst bin – so weiß ich doch, dass ich vor Dir stehen werde. Deinen Blick aushalten muss, den Blick des Gekreuzigten. Der Blick, der sagt:

„Das tat ich für dich – was hast du nun mit deinem erlösten Leben für den Vater, für mich getan?“

Berg Ebal

Dieser Berg lässt mich nicht los.

Es ist der Berg gegenüber dem Garizim, dazwischen liegt Sichem, das heutige Nablus.

Mose legt dem Volk beides vor, zum Segen, zum Fluch.

Josua baut nach dem Eintritt in das Land den Altar auf dem Berg Ebal.

Ich schrieb schon darüber, siehe „Glatte Heiligkeit“.

Heute geht es mir um Juda, den Israeliten, der genau diesen Ort wieder für den Gott Israels „eingenommen“ hat.

Er hat die Bedeutung dieses Ortes erkannt und ist mit seiner Familie und sieben Kindern dorthin gezogen. Ohne Wasser und Strom lebt er dort. Ständig mit einem Gewehr bewaffnet. Seine Söhne und er – manchmal hilft auch jemand – müssen Tag und Nacht die kleine Farm bewachen.

Früher war er erfolgreich in der Wirtschaft tätig.

Heute, so schimmert es für mich durch, ist er Zeuge einer konkreten Erwartung. Einer Erwartung, zu der ich im Evangelium auch gerufen werde.

Die ganze Geschichte Israels ist in Büchern des Tanach beschrieben. Auch die Rückkehr in das Land Abrahams. Der Tanach ist auch meine Bibel (das AT).

Lech Lecha

Das ist die Lesung der Woche aus der Tora.

Dort wird ein anderes Thema deutlich. Ein sehr aktuelles.

Abraham hat die Verheißung auf das Land – aber er fordert es nicht einfach gegen Lot, und später gehen die Kanaaniter und Jebusiter ein. Auch verheißenes Land muss recht erworben werden – und zur rechten Zeit.

Israel kauft das Land, das es besiedelt. Das Oberste Gericht achtet genau darauf, und nicht selten werden Siedlungen wieder abgerissen, wenn sie nicht rechtens sind.

Es ist nicht der Wilde Westen.

Was bedeutet es für mich?

Es bedeutet, dass ich gründlich fragen will, was es für mich bedeutet. Und das, was ich dann verstehe, auch tue.

Konkret lerne ich die Sprache.

Und ich prüfe, inwieweit mein öffentliches Bekenntnis deutlich werden soll.

In Jerusalem habe ich gelernt, dass die Israelis, die in arabisch dominierten Stadtteilen eine Wohnung kaufen, ihren jüdischen Namen an die Tür schreiben und eine israelische Fahne am Haus befestigen.

Das Thema „Heilige Soldaten“ werde ich weiter prüfen und ihm nachgehen.

Vieles ist aufgewühlt und noch nicht in einer guten Ordnung wieder in das Herz gelegt.

Und was ist, wenn ich falsch liege?

Es gilt, erschüttern zu lassen, was erschüttert werden kann und soll. Es wird sich zeigen, was noch zerbrechen muss.

Aber das, was schon geprüft ist: Es soll in den Vollzug.

Vollziehe ich es nicht – wie stehe ich dann vor Dir, Herr Jesus?

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